Das amerikanische PEW-Institut bringt die Gründe der nicht enden wollenden Medienkrise gut auf den Punkt:
Die immer bedrohlicher werdende Realität ist, dass die Werbung nicht so schnell ins Internet wandert wie die Konsumenten.
Und auch darüber sollten sich alle Medienschaffenden Gedanken machen:
Die Krise des Journalismus ist nicht der Verlust des Publikums. Es ist das Ende der Verbindung zwischen Nachrichten und Werbung.
Man könnte es auch so umschreiben: Unternehmen haben es heute nicht mehr nötig, sehr teure Mitreisetickets (Anzeigenschaltung) auf den wenigen Kanälen durch die Tribünen des Massenpublikums zu kaufen. Stattdessen eröffnet heute jeder, der kommerziell was mitzuteilen hat, gleich seinen eigenen Kanal und bedient sein Zielpublikum individuell.
Gefunden bei der FAZ, wo es noch einige weitere interessante Infos über eine aktuelle Allensbach-Studie zum veränderten Mediennutzungsverhalten gibt. (via off the record)
Microsoft bietet mit dem Windows Live Writer ja schon länger einen sehr komfortablen Editor an – quasi ein “Word für Blogger”. Damit bloggt es sich viel angenehmer als mit den üblichen, integrierten Browser-Editoren, die nicht selten ein Usability-Albtraum sind. Gerade probiere ich die (englische) Testversion für das nächste Release aus. Bringt einige interessante neue Funktionen zum Einbetten von Karten (siehe obiges Beispiel), Videos, Bildern etc. Infos und Download gibt es hier. Interessant ist auch die Versionsnummer 14.0.39… Das deutet darauf hin, dass der Live Writer zur Familie der nächsten Microsoft-Office-Version 14 gehören könnte.
Was für ein Sommer: Kaum befällt einen bei über 30 Grad wieder mal die Angst vor der Klimakatastrophe, die uns gnadenlos ausdörren und verglühen wird, bibbern wir Tags darauf schon wieder bei 14 Grad. Kommt es also vielleicht ganz anders, stehen wir in Wirklichkeit vor der nächsten Eiszeit? Nein, sagt Wikipedia, wir befinden uns nämlich geschichtlich gesehen immer noch in einer Eiszeit! Hier aus dem Artikel "Eiszeit" ein paar interessante klimageschichtliche Erkenntnisse:
Die aktuelle »Nacheiszeit«, in der geologischen Zeitskala als Holozän bezeichnet, ist eine Warmzeit innerhalb eines globalen Eiszeitalters, die seit etwa 11.000 Jahren andauert. Auch in den Wärmephasen eines globalen Eiszeitalters bleibt das Klima im erdgeschichtlichen Vergleich relativ kalt, die Eisbedeckung in der Nähe der Pole und höheren Gebirgen wird meistens erhalten.
Unser jetziges Eiszeitalter hat vor etwa 2,6 Millionen Jahren, im Pliozän, begonnen. Andere Quellen geben den Beginn mit 2,7 Millionen Jahren vor heute an.
Dass die heutigen Gletscher der Alpen oder Skandinaviens Reste der letzten Vereisung sind, wird vielfach angenommen, ist aber falsch. Vielmehr war Europa auf dem Höhepunkt der Nacheiszeit (Holozän) vor ungefähr 7.000 Jahren völlig eisfrei. Die meisten europäischen Gletscher sind erst danach wieder entstanden und demnach ziemlich jung und höchstens 6.000 Jahre alt. Ihr Umfang schwankte in den letzten Jahrtausenden zudem stark.
Und dann noch was aus dem Artikel "Kleine Eiszeit":
Während des Mittelalterlichen Klimaoptimums zog sich z.B. im nördlichen Atlantik das Packeis nach Norden zurück und die Landgletscher verschwanden teilweise. Diese Erwärmung erlaubte es den Wikingern, Island (seit etwa 870) und Grönland (seit 986) zu besiedeln. Das Polarmeer war in beiden Richtungen schiffbar.
Der Vorstandschef des Axel Springer Verlags, Mathias Döpfner, gibt im Interview mit der FAZ eine für mich überraschend konservative Schätzung ab, wie sich die Online-Umsätze im Vergleich zum traditionellen Geschäft mit Druckerzeugnissen entwickeln werden:
FAZ: Wann wird Ihr Verlag mehr Geld in der digitalen Welt verdienen als mit gedruckten Zeitungen?
Döpfner: Solche Prognosen sind schwierig. Ich kann mir aber vorstellen, dass unser Haus in etwa zehn Jahren die Hälfte von Umsatz und Gewinn online erwirtschaftet. Das wäre ein gesundes Verhältnis. Zum Vergleich: Heute liegt der Online-Anteil am Gesamtumsatz bei knapp 10 Prozent.
Das gibt mir zu denken, weil ich glaube, dass Springer im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen, die Online bisher nicht richtig verstehen und den Kopf in den Sand stecken, eine sehr realistischen Kurs fährt und Geld macht, wo es zu machen ist. Und das, wo es im Web für die publizierende Branche immer noch nicht allzuviel zu holen gibt.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch seine Analyse des amerikanischen Markts, von dem wir seit einiger Zeit Meldungen über den Niedergang der Print-Verlage und die hohe Profitabilität vieler Web-Publikationen hören. Döpfners Erklärung dafür: "[Viele] traditionelle europäische Medienunternehmen [verändern sich] dynamischer als amerikanische. … [Dort] kann ich bei traditionellen Zeitungsunternehmen wenig Anstrengungen erkennen, sich zum multimedialen Verleger zu wandeln.
Siehe auch:
An alle, die nach Grünofant suchen: Wer erinnert sich denn noch an Dr. Doolittle? Und Schweinebacke? Dieser Zeichentrickklassiker scheint zu den echten Raritäten der frühen 70er zu gehören. Bei Youtube gibt’s nur ein paar englische Originalschnipsel, und in der großen Wikipedia schwadroniert das Autorenkollektiv zwar wortreich zu den Doolittle-Büchern und –Spielfilmen – aber was soll man von Autoren halten, die offenbar diese Trickfilmserie nicht kennen?
Fragen haben manche Leute. „Was macht man mit seinem iphone“ wollte gestern zum Beispiel jemand vom Google-Orakel wissen – und ist damit auf diesem Blog gelandet. Falls es lediglich um den Ersatz für eine verlorengegangene iPhone-Bedienungsanleitung geht, dann kann ich mit einer treffsichereren Google-Anfrage weiterhelfen. Oder aber, hier hat jemand das Kulthandy gekauft und weiß nun nichts damit anzufangen. Dann wüsste ich sofort einige dankbare Abnehmer. Was soll’s denn kosten?
Was waren wir ahnungslos, früher, ohne Internet. Beispiel Motorradfahren. Ich bin damals ja viel gefahren, aber die entscheidenden Fahrtechniken wie den Wheelie hat mir keiner gezeigt. Der heutige Biker-Nachwuchs lernt das hingegen ganz einfach: Du klickst auf www.chrispfeiffer.com, lädst Dir unter „Tipps & Tricks“ das gewünschte PDF herunter, übst die Schritte 1–6 schön der Reihe nach – und fertig ist der Stunt. Gibt’s auch mit Stoppie und Donut.
Wem übrigens die Kinnlade noch nicht ganz unten hängt, der kann Motorrad-Genie und Stuntfahrer Chris Pfeiffer bei weiteren Aktionen zuschauen (Videos weiter unten; oder gleich zu Youtube).
Der Vater eines Spezls hatte damals einen solchen „VW-Bus“ (T2), es war ein Firmenlieferwagen ohne Sitzbänke. Ab und zu holte er uns damit von der Schule ab. Wir waren immer zu viert oder zu fünft, und weil auf der Sitzbank vorne nur Platz für drei war, musste der Rest hinten auf der Ladefläche sitzen. Das war aber auch kein Problem, weil die alten VW-Busse bekanntlich diese Stufe im Laderaum hatten, unter der sich der Heckmotor verbarg. Und die eignete sich prima als Sitzbank. Heute würde jede/r halbwegs vernünftige Mutter/Vater beim Anblick eines solchen Kindertransports einen Schreikrampf kriegen. Für uns war es eine Riesengaudi, und Sicherheitsgurte hinten hielt man zu dieser Zeit ohnehin noch für eine eher absurde Idee.
Man möchte es nicht glauben, aber diesen Klassiker, der in den 70ern das Straßenbild prägte, gibt es immer noch! VW Brasilien produziert das Modell mit der Typbezeichnung Kombi/T2c bis heute in nahezu unveränderter Form, und Dank einiger gewiefter Geschäftsleute wie denen von Brasilienbus.de könnten uns solche fabrikneuen Oldtimer vielleicht wieder öfter mal auf unseren Straßen begegnen.
Heute hau’n wir richtig auf die Pauke…
…wir wandern von der Oder an den Rhein……Wir singen eins, zwei, drei,
oh du schöne Loreley,
schwarz rot, gold,
das sind unsere Farben,
der Wagen rollt…
Schräg, dieser Alexander Marcus. Spiegel Online nennt ihn Schlagerfuzzi 2.0. Der Name schaut mir nach einem Assoziationsspielchen aus – mein Vorschlag wäre Peter Alexander und Jürgen Marcus. Dazu hat die Youtube-Mottenkiste natürlich auch einiges zu bieten – ich sag nur Ilja und Dieter-Thomas:
Nackte Zahlen sind wenig wert, es kommt darauf an, sie auch medienwirksam zu deuten. Das zeigt aktuell der Berliner Volksentscheid über die Schließung des Tempelhofer Flughafens. Zwar haben 60,2 Prozent der Urnengeher (530.231 Stimmen) für den Weiterbetrieb gestimmt – von solchen Wahlergebnissen wagt heute nicht einmal mehr die CSU zu träumen. Doch anders als bei politischen Wahlen kommt es beim Volksentscheid nicht auf die Mehrheit der abgegebenen Stimmen an, sondern es ist Stimmenmehrheit und Zustimmung von mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten, also hier 610.000 Stimmen, erforderlich. Die Wahlbeteiligung lag bei 36,1 Prozent der Stimmberechtigten.
Und so kann sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zufrieden hinstellen und erklären: "Deutlich mehr als drei Viertel der Berliner [haben] entweder mit Nein gestimmt oder sich erst gar nicht beteiligt." Dazu ein interessanter Vergleich: Bei der letzten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat Wowereits SPD mit 30 Prozent der Zweitstimmen die Wahl gewonnen. Bei einer Wahlbeteiligung von 58 Prozent waren das zirka 425.000 Stimmen. Damit haben eigentlich deutlich viel mehr als drei Viertel aller Berliner gegen Wowereit gestimmt, oder?
Je nach politischer Präferenz legen sich natürlich auch die heutigen Medienberichte das Ergebnis in die eine oder andere Richtung zurecht, indem sie Zahlen weglassen oder diese in einer andern Reihenfolge präsentieren. Aber bekanntlich hat Zahlenmystik ja eine lange Tradition…
Meldungen wie diese kennt man aus der Zeitung: "Blitz schlägt auf Fußballplatz ein…". Wie überraschend unspektakulär eine solche Mini-Katastrophe abläuft, weiß ich seit gestern Abend aus eigener Anschauung. Es war etwa acht Uhr, und ich kickte schon seit einer Stunde mit meinen AH-Mannschaftskollegen auf unserem Trainingsplatz. Zunächst fing es etwas zu tröpfeln an, und allmählich entwickelte sich daraus ein ziemlich ungemütlicher Schneeregenschauer.
Aus den Augenwinkeln sah ich plötzlich aus Richtung des Flutlichtmasten ein grelles Funken und Blitzen. Das ganze ging sehr schnell und wirkte wie ein großer Kurzschluss, wie man ihn sich in einem Jurassic-Parc-Themenparks vorstellen könnte. Mit einem nicht allzu lauten Britzeln bewegte sich ein Funken und Blitzen von der Mastspitze in Richtung Boden, wir hielten sofort alle inne und dachten an einen durchbrennenden, herunterfallenden Scheinwerfer. Erst mit einigen Sekunden Verzögerung folgte nun jener vermeintlich typische Donnerknall, der uns allen signalisierte, dass wir soeben Zeugen eines "echten", leibhaftigen Blitzschlags in unmittelbare Nähe wurden. Gefasst, ganz ohne Panik aber zügig verließen wir den Platz in Richtung Kabine. Auf dem Weg fassten sich einige Mitspieler, die sich näher an diesem Masten befanden, auf den Kopf. Sie erzählten von einem gefühlten Stromschlag und vergewisserten sich, dass keine Haare versengt waren. Später erzählten einige, die einen besseren Blickwinkel hatten, von einem riesigen, horizontal verlaufenden Blitz, der offenbar über den Flutlichtmasten seinen Weg in den Boden fand. Ein Blitz ohne jede Vorwarnung aus ‚heiterem‘ Himmel, der uns Gott sei Dank nicht ganz erreicht hat…
Nach Fraunhofer heißt das Büro von morgen Office 21 und wird bevölkert von Information Workern mit Collaboration-Tools. Das Büro von gestern – im Bild jenes beim Orgelbauer Walcker um 1912 – hieß Kontor und beherbergte Kontoristen, Handlungsgehilfen und Kommisen, die mit allerlei mechanischen Schreibstuben-Tools hantierten. Instant Messaging funktionierte hier mit Sicherheit auch schon, aber vermutlich im Old-Fashionend-Way mit Tuschel 1.0.
Letzte Woche habe ich ein langjähriges Zeitungsabo gekündigt, weil ich vor allem mit der Qualität des Blattes nicht mehr zufrieden war. Soeben hat mich nun ein Vertriebsmitarbeiter des Verlags angerufen, um mich eventuell umzustimmen:
Herr Miedl, Sie haben nach langen Jahren das Zeitungsabo gekündigt. Waren Sie nicht mehr zufrieden mit der Qualität?
Richtig.
Ich schlage Ihnen folgendes Angebot vor: Wir setzten das Abo erst mal für ein paar Wochen aus, damit Sie einfach mal etwas Abstand zu unserer Zeitung gewinnen. Danach läuft das Abo dann wieder weiter.
Ich habe dankend abgelehnt und musste richtig lachen – denn so eine Verlagsidee hab ich noch nie gehört: Therapeutische Abo-Pause für die Leser statt – sagen wir mal – eine Qualtiätsoffensive der Redaktion. Eigentlich kreativ …
Scheinen ja mittlerweile um sich zu greifen, solche grünen Warnhinweise in E-Mail-Signaturen:
Volker hat nämlich auch schon eine erhalten. Muss das denn sein, mit diesem erhobenen Zeigefinger? Und was soll uns das denn sagen? Etwa, dass diese Mail umweltverträglicher ist als der Ausdruck eben jener, oder aber, dass der Ausdruck die ohnehin schlechte Ökobilanz einer E-Mail ins unzumutbare steigern würde? Denn wirklich grün ist auch die nicht-gedruckte Mail nicht, wenn man sich allein den Stromverbrauch der ca. 50.000 Rechenzentren in Deutschland anschaut: Nach Angaben eines RZ-Experten liegt er bei ca. 500 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr.
Jetzt, wo sich Onlinemedien zunehmend auch wirtschaftlich tragen, stellt sich natürlich auch immer öfter die Qualitätsfrage. Warum in Diskussionen darüber meist Spiegel Online zu den erstgenannten "Topmedien" zählt, konnte ich nie ganz nachvollziehen – es liegt wohl daran, dass die schon seit 1996 im Geschäft sind und sich fest in den Köpfen verankert haben.
Denn offensichtlich haben einige Leute dort ein anderes als das gängige Verständnis von "Qualitätsjournalismus", wie Don A. mit einer ziemlich peinlichen Enthüllung in seiner Blogbar zeigt: Der gestern erschienene SpOn-Artikel über den "Obama-Hype" entpuppte sich nämlich als weitgehende 1 : 1-Kopie eines Beitrags vom 8.10.2007 (!) aus der Washington Post.
Ich bin gerade bei folgendem Zitat des Tages hängen geblieben:
Ich glaube, dass kein einziges Kind freiwillig gerne fernsieht.
Folke Tegetthoff
und habe mir zunächst spontan gedacht, "das kann einfach nicht stimmen", auch wenn man sich das als Eltern gerne wünschen würde. Zumindest angeregt durch diese Aussage schnell mal bei Wikipedia nach dem Autor gesucht, fand ich dort ein wirklich bemerkenswertes Zitat:
Ich halte die Arbeit mit Erwachsenen für weitaus wichtiger, als meine Arbeit für Kinder. Denn die seelische Verwahrlosung, eine ständig steigende Unkonzentriertheit, übermäßiger Konsum von TV und Computerspielen bei unseren Kindern, ist auf die wachsende Unfähigkeit zur Kommunikation unter den Erwachsenen zurückzuführen. SIE müssen die Kunst des Erzählens UND des Zuhörens wieder erlernen, um sie dann an ihre Kinder weitergeben zu können.“
Sollten wir uns alle hinter die Ohren schreiben.
Liegt es an Apples "Reality Distorion Field", dass man in Sachen Macbook Air nur mühsam an wirklich objektive Informationen und Tests gelangt und stattdessen ständig Dinge lesen muss wie "yes, it weighs nearly nothing"? Es geht aber auch anders, wie Kollege Wirtgen von der c’t zeigt. In seinem vorbildlichen Beitrag "Macbook Air im Kreis der Konkurrenz" liefert er eine fundierte Gegenüberstellung des Macbook Air mit allen relevanten Konkurrenten aus der Subnotebook-Kategorie. Ein sehr fairer Vergleich, der alle grundlegenden Aspekte berücksichtigt und jedem Interessierten weiterhilft.
Es gibt da diesen alten, sarkastischen Witz, wonach Meinungsfreiheit die Freiheit einer Handvoll Verleger sei, ihre Meinung in den großen Zeitungen zu publizieren. Mit einem gewissen Faible für Verschwörungstheorien könnte man dem noch hinzufügen, dass eigentlich auch Journalisten ein exklusives Recht auf Meinungsfreiheit für sich beanspruchen, indem sie ihren Beruf im Bewusstsein eines "Gatekeepers" ausüben. Tatsächlich lernt man nämlich im Studium der Kommunikationswissenschaften oder an Journalistenakademien genau das – dass Journalisten eine verantwortungsvolle Aufgabe als Gatekeeper innehaben, die sie quasi als Türsteher für Meinungen qualifiziert: Der Journalist entscheidet darüber, welche Nachrichten und Meinungen an die Öffentlichkeit gelangen, und was draußen zu bleiben hat.
Alles recht weit hergeholt, werden jetzt viele sagen – außer sie haben, wie Thomas Knüwer vom Handelsblatt, die aktuelle Ausgabe der Journalistenverbandszeitung "Journalist" gelesen. Darin polemisiert der DJV-Vorstand Michael Konken nämlich wieder einmal gegen Blogger, und lässt sich dabei zu einer bemerkenswerten Äußerung hinreißen:
"Betätigen sich Journalisten in Blogs oder Foren und öffnen der freien, oft anonymen Meinungsäußerung Tür und Tor, dann haben sie eine besondere Verantwortung."
was Thomas Knüwer etwas leichter verständlich auf den Punkt bringt:
"Betätigen sich Journalisten in Blogs und öffnen der freien Meinungsäußerung Tür und Tor, haben sie eine besondere Verantwortung."
Und dann schreibt Konken auch noch:
"[Einige Journalisten] fühlen sich fälschlicherweise als Gründer eines neuen Journalismus, der keine Grenzen kennt. Eine Meinungsanarchie, die mit Journalismus nichts zu tun hat."
Wer der freien Meinungsäußerung Tür und Tor öffnet, ist also ein Meinungsanarchist, Herr Konken? Als DJV-Mitglied finde ich solche Äusserungen schon arg befremdlich. Mir ist nämlich neu, dass das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Meinungsäußerung einer Berufsgruppe vorbehalten ist. Woher die Gatekeeper überhaupt jene Legitimation zur Meinungskontrolle beziehen, kann mir ja vielleicht einmal ein Kommunikationswissenschaftler erklären. Politiker und Regierungen in diesem Land sind jedenfalls vom Volk legitimiert. Aber zum Glück gibt es ja jetzt das Internet.
[Nachtrag: Wolfgang Müller vom CIO-Weblog hat das Thema schon eher entdeckt und fragt sich: "Woher nimmt sich Herr Konken das Recht, bloggenden Journalisten Vorschriften über ihre Arbeitsweise zu machen?"]
Als die Kollegen von Infoworld vorletzte Woche diese seltsame Kampagne zur Rettung von Windows XP gestartet haben, war ich ehrlich gesagt schon etwas irritiert: Was soll bitteschön dieses sentimentale Geflenne um ein Betriebssystem, mit dem ich vor ca. 7 Jahren (XP-Beta) täglich zu arbeiten begonnen hatte und das ich mittlerweile einfach nicht mehr sehen kann? Auch wenn es mal ein echter Meilenstein war. Dieses Kasperltheater erleben wir in einer Zeit, in der selbst die eher wertkonservativ gesinnten Linux-Kollegen im Wochenrhytmus dem neuesten Kernelrelease à la 2.6.4.9.0.8.15 hinterher hecheln.
Ich habe ja den Verdacht, dass jemand in der Redaktion auf Teufel komm raus eine "Verbraucherschutz"-Kampagne reiten möchte. Und bei so etwas zählen vor allem Getöse und Aufruhr, und weniger der Austausch von Argumenten. Diesen XP‑Ludditen entgegnet nun J. Peter Bruzzese – ebenfalls in Infoworld (!) – mit einer Lobeshymne auf Vista. Darin führt er einige gute und interessante Argumente ins Feld.
Er hat Recht: Niemand zwingt irgend jemanden zu irgendwas, und wem es nicht zu blöd ist, der darf sich auch heute und in zehn Jahren noch Windows 95 installieren. Und unter anderem weist hier einer einmal deutlich darauf hin, dass die Inkompatibilitäten von Vista weniger mit Bosheiten von Microsoft denn mit der Nachlässigkeit und Ignoranz mancher Entwickler und Softwarehersteller zu tun haben. Lesenswert!
Unter dem üblichen Beifall der Öffentlichkeit hat Apple auf der Macworld wieder mal was neues vorgestellt: Das "Macbook air" als dünnstes Notebook der Welt. Schaut man sich Ausstattung näher an und liest bei den einschlägigen Mac-Kennern nach, dann hat Steve Jobs vor allem viel heiße Luft abgelassen. Technologisch jedenfalls bleibt die Flunder weit hinter den heutigen Möglichkeiten zurück, wenn ich mal mein Sony Vaio SZ3VWP dagegenhalte. Der Vergleich bietet sich an, weil beide das selbe Displayformat 13,3 Zoll besitzen. Meins hab ich seit einem ¾ Jahr, die SZ-Serie gibt es schon ca. 1 ½ Jahre, und es wiegt genau 330 Gramm mehr als das Macbook. Dafür bietet das Vaio deutlich mehr Inhalt, nämlich eine Core2-CPU mit 2,2 Ghz. (air: 1,8 Ghz.), DVD-RW (air: keins), Express-Card, PCMCIA, LAN, Modem (air: nichts davon!) – und vor allem die unschlagbare Kombigrafik Nvidia 7400 plus Intels integrierten Grafikchip. Übrigens: 1,8-Zoll-Festplatten (air) sind elend langsam im Verglich zu 2,5-Zoll-Pendants (SZ).
Auch beim Vergleich mit ein paar anderen Konkurrenten könnte es für Apple peinlich werden. Toshibas Portegee R500 wiegt ohne DVD-RW 770 Gramm, mit DVD-RW 1 Kilo, Sonys Designhit Vaio TZ ist zwar von der CPU her langsamer, verfügt aber bei 1,2 Kilo Gewicht über DVD-RW und vielen andere Extras. Andere interessante Leichtgewichte gibt es noch von Lenovo, Dell,HP oder Samsung.
Den Vogel schießt Apples Luftikus aber sicherlich mit seinem versiegelten, nicht austauschbaren Akku ab. Das kann ein teurer Spaß werden – Volker Weber berichtet aus Erfahrung von einer durchschnittlichen Akku-Lebensdauer von 12 bis 18 Monaten bei Mac-Laptops, ich persönlich habe bisher bei Dell im Dauereinsatz eine Akkulebensdauer von ca. 3 Jahren erlebt. Wer noch nach weiteren Haaren in der Macbook-Suppe sucht, wird bei Volker im Kommentarbereich noch einiges finden.
Vielleicht wollte Bernd Graff, Ressortleiter und stellvertretender Chefredakteur bei der Süddeutschen, einfach nur seine These vom Internet als einer einzigen großen Müllhalde untermauern? Auffallend kurz nachdem er nämlich als Kämpfer für den gedruckten Qualitätsjournalismus ins Feld zog und in der SZ auf einer ganzen Seite das Internet als Hort der Ahnungslosen und Denunzianten diffamierten durfte, brilliert er nun selber mit kaum zu unterbietendem journalistischem Dilettantismus. So rollte er am 16.12. dem Betreiber von Internetvictims.de, Thomas Volkmer, den roten Teppich aus und ließ ihn im Interview zum Thema "Rufschädigung im Netz" (jaja, das Web ist böse…) zu Wort kommen. Doch eben dieser Volkmer fiel in der Vergangenheit weniger als Samariter, denn mit zwielichtigen Aktivitäten auf, wie nun Kollege Thomas Knüwer vom Handelsblatt herausfand. Da Graff offenkundig Anfänger in Sachen Internetrecherche ist, hat sich Knüwer nachträglich die Mühe gemacht, der Sache auf den Grund zu gehen und in einem ausführlichen Blogeintrag ein paar Fakten über Volkmer zusammenzutragen. Unter anderem schreibt er:
Allein schon das Eingeben von Internetvictims bei Google hätte Herrn Graff zu denken geben können. Denn nach der Seite selbst folgen als Suchtreffer Erklärungen von Menschen, die sich tatsächlich verleumdet fühlen, allerdings von den Internetvictims-Machern, oder ihre Zweifel an diesem Dienst haben.
Wenn das Web zu was taugt, dann auf jeden Fall zur gelegentlichen Qualitätskontrolle jener etablierten Medien, die sich bisher über allem erhaben wähnten. Es tun sich Abgründe auf …
Interessante Neuigkeiten vom sagenumwobenen Google-Handy "Android": Während Java-Erfinder James Gosling im Interview mit Computerwoche-Chefredakteur Christoph Witte den Hype recht skeptisch kommentiert, berichten andere von ersten Sichtungen in freier Wildbahn. So sammelt etwa Vieka aufschlussreiche Details zum Stand der Software, gezeigt wird dabei auch der Software-Emulator, in dem Android bereits läuft. Auch Vieka geht allerdings noch davon aus, dass das Gerede vom Handy heiße Luft ist: "Everyone knows that there is really no Google phone". Genau das versucht Engadget mit diesem Bericht zu widerlegen. Das Foto zeigt einen frühen Prototypen eines zukünftigen Android-Handys mit Google-Maps auf dem Bildschirm.
Während die großen deutschen Tageszeitungen ganz offen gegen Windmühlen das Web anschreiben und dabei offensichtlich sogar die eigenen Internetableger zu schädigen bereit sind (s.u.), scheint sich der Epochenwechsel vom Print‑ ins Webzeitalter für die offensiv und zukunftsorientiert agierenden Medienhäuser bereits richtig zu lohnen. So hat mir dieser Tage ein Kollege aus dem IT-Zeitungsumfeld erzählt, dass seine Online-Publikation in diesem Jahr bereits 40 Prozent des Bereichsumsatzes erwirtschafte und damit auf der gleichen Höhe mit den (Werbe‑)Einnahme des gedruckten Magazins liege.
Das kam auch für mich überraschend schnell – alle Medienschaffenden sollten sich mit diesen Tatsachen auseinandersetzen. Über die Internet-Bremser in den traditionellen Leitmedien muss man sich angesichts solcher Zahlen wohl nicht mehr ernsthaft aufregen.
Gerade lief im Radio ein Spot der Süddeutschen, in dem sie sich – mit Hinweis auf die Siemens-Korruptionsenthüllungen – in großen Tönen als die Hüterin der demokratischen Kultur in Deutschland feiert. Wer sich auf diese Weise zum Kampagnenjournalismus um der Guten Sache Willen bekennt und als nationale moralische Instanz verstanden werden möchte, von dem sollte man dann eigentlich auch erwarten können, dass er diese Maßstäbe konsequent auch auf sich anwendet. Mit eben dieser Konsequenz aber ist es bei SZ und Co. offenbar nicht so weit her, wenn man noch einmal die Geschehnisse der letzten Tage rund um die Anti-Internet-Polemiken in der SZ und der FAZ Revue passieren lässt.
Weiterlesen von ‚Die Doppelmoral unserer internetfeindlichen Leitmedien‘
Nach über vier Wochen Abstinenz habe ich nun einen schönen Anlass für’s Weiterschreiben: Die CeBIT macht die Halle 1 dicht – und mit mir freuen sich die meisten Kollegen und Messe-Kenner darüber, dass wir uns nun nie wieder durch dieses beengende, unendlich scheinende, unlogische Labyrinth zwängen müssen. Danke, CeBIT!
Nur Jake trauert stellvertretend für einige CW-Kollegen. Ich kann’s verstehen, schließlich dürfen sie der Halle nun nicht mehr aufs Dach steigen und verlieren damit ein für alle Mal diese erhabene Perspektive:
Google-Suche des Tages: „brauner bär mit grün von langnese“ (Heute hier aufgeschlagen ![]()
Damit der Appell an Langnese nicht in meinen Kommentaren untergeht, hier noch einmal der Aufruf von Jake an den Eishersteller:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte geben Sie den geburtenstarken Jahrgängen den Grünofant zurück! Wir vermissen ihn sehr.
Viele Grüße“
Ausserdem ein Bild von der 78er-Variante des Grünofanten (Danke, Mike!): Komplett in Grün.
Das Thema scheint nach nun fast 30 Jahren Entzug Produktionsstopp immer noch nicht durch zu sein, wie mir auch die Besucherstatistik meines Blogs verrät. Seit ich nämlich hier darüber geschrieben habe, schaufelt Google regelmäßig Surfer hierher, die nach Grünofant gesucht haben. Nach dem bekannteren Braunen Bär wird dagegen offenbar weniger gefahndet. Bei beiden Suchanfragen führt Google mich auf der ersten Seite, und während Google zu „Brauner Bär“ satte 41.900 Treffer führt, ist Grünofant lediglich 703 mal im Web präsent .
Gestern Nachmittag, Anruf vom Kundenbetreuer der örtlichen Genossenschaftsbank: "Herr Miedl, Ihre Kreditkarte wurde als eine von mehreren identifiziert, die zwischen 2005 und 2007 illegal kopiert wurden. Wir haben sie daher vorläufig daktiviert und würden Ihnen gerne eine neue Karte ausstellen, wenn Ihnen das Recht ist. Das dauert dann halt 14 Tage." Ich: "Ja gerne, und danke für Ihre Bemühungen."
Das war’s! Ich gehe davon aus, dass mit meinen Kartendaten illegale Transaktionen getätigt wurden, und dennoch muss ich mich nun weder einem Rechtfertigungs‑, noch einem Schadensersatz-Heckmeck unterziehen. Nicht mal wegen der maximal 100 Euro an persönlicher Haftung behelligt man mich.
Da schaut’s beim EC-Kartenbetrug schon etwas anders aus, wie man immer öfter in der Zeitung liest. Wenn das Konto abgeräumt wurde, hat man Pech gehabt.
Ob diese Angelegenheit bei einer großen Direktbank ebenso reibungslos abgewickelt worden wäre? Nach meinem Empfinden zeigen sich gerade in solchen brenzligen Angelegenheiten die Vorzüge einer lokalen, überschaubaren Bank mit persönlicher Beratung.




![brasilienbus122[1]](http://miedl.net/wp-content/uploads/2008/05/brasilienbus1221.jpg)


Gesagt (haben andere)
Astrid + Kollegen,
triple-xxxx,
a,
Isabell, Timm Fliegert,
lex,
Benni,
Jake, Markus,
chris501,