Gebt dem Weihnachtsmann keine Chance!

Der Tiroler Verein „Pro Christkind“ hat bereits 2002 mit dieser Kampagne begonnen. Dort erfährt man auch mehr über die Geschichte vom Christkind und dem Weihnachtsmann.
Im Schnelldurchlauf geht die bemerkenswerte Geschichte in etwa so: Martin Luther hat das Christkind erfunden, aber vor gut hundert Jahren hat man im katholischen Kulturkreis das Christkind „adoptiert“, während die Protestanten tendenziell zum Weihnachtsmann ‚konvertierten‘.
Der Weihnachtsmann wiederum heißt im angelsächsischen Raum bekanntlich Santa Claus und steht damit eigentlich für den heiligen Nikolaus – bloß reist er mit seinem Säcklein an einem anderen Tag. Bevor die Katholiken das Christkind als Gabenbringer des Heiligabend übernahmen, war die Weihnachtsbescherung jahrhundertelang dem Nikolaus vorbehalten – am 5./6. Dezember.
Gestern im Mediamarkt, am Reklamationsschalter – ein Kunde beschwert sich:
“Ich habe bei Ihnen diesen Festplattenrekorder gekauft und wollte ihn an meinen Fernseher anschließen. Aber ich krieg das Gerät nicht an, ich finde einfach keinen Einschaltknopf. Das Ding ist absolut unbrauchbar…”
Und ich hatte schon die leise Hoffnung, dass mit dem Untergang der unsäglichen Videorecorder auch der Usability-Horror aus den Wohnzimmern verschwindet. Ich habe mich offenbar getäuscht – aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Eine nette Koinzidenz: Gestern ist auf Computerwoche.de mein Interview mit dem Bill-Gates-Nachfolger (in der Rolle des Chief Software Architects) Ray Ozzie erschienen. Fast zeitgleich bringt Wired die aktuelle Ausgabe mit einer großen Titelgeschichte über den Microsoft-Erneuerer heraus.
Ein paar interessante Punkte am Rande: Ozzie ist nicht unumstritten, weil er sich offensichtlich dran macht, einige alte Microsoft-Prinzipien über Bord zu werfen. Bei folgender CW-Interview-Aussage etwa dürfte es einigen Traditionalisten im “Ökosystem” kalt den Buckel runter laufen:
Heutige Server-Umgebungen sind komplex, man muss sie konfigurieren und verwalten, das Personal dafür ist teuer. In einer Cloud-Umgebung brauchen sich Firmen nicht mehr mit Fragen zu beschäftigen, wie man etwa einen eigenen Hochleistungsrechner aufbaut, ein Netz installiert oder eine hoch skalierende Website entwickelt. Stattdessen laden sie einfach ihre Software, den Rest erledigt das Cloud-System.
Und so prognostizierte dann auch kürzlich ein Kollege und Kenner der Szene: “Ozzie wird Microsoft an die Wand fahren.” Der Kollege ist im übrigen der Meinung, dass Ozzie noch nie etwas richtig großes geleistet habe. Dem dürften selbst viele Notes-Feinde widersprechen.
Immerhin hat Ozzie mit seinem Reformkurs den Segen von ganz oben, wie Wired schreibt:
A Microsoft outsider, the new chief software architect was handpicked by Bill Gates to retool the Windows giant for the 21at century. Gates calls Ray Ozzie „one of the top five programmers in the universe.”
Einen recht interessanten Beitrag hat Joe Wilcox im “Microsoft Watch”-Blog veröffentlicht: “Warum Firefox Chrome nicht überleben wird”.
Er geht darin hart mit der “verdeckten” Finanzierung der Mozilla-Foundation ins Gericht und bezieht sich dabei auf eine Meldung, wonach 88 Prozent der Mozilla-Einnahmen von Google kämen. Firefox sei demnach nicht jenes unabhängige und uneigennützige Open-Source-Projekt, für das es gemeinhin gehalten wird, sondern stattdessen eine von Google gesteuerte Marionette.
Nachdem Google nun mit Chrome einen eigenen Browser ins Rennen schickt, geht Wilcox davon aus, dass Google allmählich auch sein Engagement bei Mozilla herunterfahren und ihnen damit “die Luft zum Atmen nehmen werde.”
Von der Telekom?
Meine Frau jedenfalls wurde gerade wieder von der GEZ aufgefordert, endlich Angaben zu Empfangsgeräten zu machen, andernfalls könne sie mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro belegt werden (Der übliche dritte “Droh”-Brief).
Das interessante daran: Ich bin sowohl privat als auch geschäftlich ein ordentlich gemeldeter Kunde der Gebühreneintreiber-Einzugszentrale. Es hätte also ein einfacher Datenabgleich genügt, um festzustellen, dass wir unter der angeschriebenen Adresse bereits als Familie für das ARD‑ und ZDF-Abo bezahlen.
Für mich sieht es ganz danach aus, als beschaffe sich die GEZ für die Fahndung nach Schwarzsehern Adreßdaten aus irgendwelchen Quellen und macht sich nicht einmal die Mühe, diese mit der internen Kundendatenbank abzugleichen. Vielleicht sollten sich die öffentlich-rechtlichen Sender (und die das alles verantwortenden Politiker) mal überlegen, ob es nicht eine sauberere Finanzierungsalternative gäbe zu dieser mit dubiosen Mitteln arbeitenden und zweifelhaft legitimierten Inkasso-Organisation GEZ.
… orakelt Joseph Reger, Chief Technology Officer von Fujitsu Siemens Computers, und gleich macht die Meldung die große Runde. Kommt mir irgendwie bekannt vor, denke ich, gebe den Satz in den Google-Schlitz ein, und was kommt heraus? Ein Computerwoche-Artikel von 1995, in dem Larry Ellison (der vom Oracle
schon mit einer ähnlichen Prophezeiung zitiert wurde. Damals hießen die Visionen noch Powerbrowser und Network Computer – übriggeblieben ist davon gar nichts.
Außer natürlich jener Verheißung vom schlanken Web auf minimalistischer Hardware, die bis heute eine Faszination ausübt. Leider sieht die Realität aber ganz anders aus: Das Web ist zu einem Ajax-Flash-Codemonster verkommen, das noch mehr PC-Ressourcen frisst als Windows Vista. Ich kann ein Lied davon singen: Noch bis vor zwei Jahren reichte mir mein Dell X200-Subnotebook (Bj. 02, Pentium Mobile ULV 800 Mhz., Windows XP), um von Office bis Web mit allen Alltagsanwendungen flüssig zu arbeiten. Allmählich wird das Gerät jedoch zunehmend unbrauchbar, weil es auf vielen Webseiten mit 100 Prozent Prozessorauslastung die Grätsche macht. Auf die von Herrn Reger versprochenen schlanken, schnellen Systeme, die nur mit Browser auskommen, bin ich wirklich gespannt. Ich tippe mal, dass da unter einer Quad-Core-CPU nichts laufen wird.
Windows 7 wird für die Benutzer einige interessante, neue Funktionen bringen, die die Bedienung verbessern – oder einfach cool sind. Eine nette Idee ist beispielsweise “Aero Shake”: Wenn mal wieder Multitasking-Chaos am Desktop herrscht und eigentlich nur ein Fenster sichtbar sein soll – einfach auf die Titelleiste klicken und den Ballast abschütteln. Nochmal schütteln, und alle vorherigen Fenster tauchen wieder auf.
… aufgenommen von der Terrasse der Beverly Center Mall – und wer ein bisserl sucht, findet halblinks hinten den berühmten Hollywood-Schriftzug. Erstellt mit wenigen Mausklicks und einer Viertelstunde CPU-Volllast mit Microsoft Photosynth. (Zum Betrachten ist allerdings das Photosynth-Browser-Plugin erforderlich, das im IE und Firefox läuft.)
Die im Aufbau befindliche Agentur “La Red” macht gerade mit einem – was sonst – Viral-Video auf sich aufmerksam. Und einigen Klassesprüchen: “Kennste Internet!”, “Mann hab ich Gigabyte!”, oder “Rugby on Rails”.
Gesagt (haben andere)
Norman Leftly,
Conrad,
quark,
Wolfgang Sommergut,
Tarzan,