Software – nein, Hardware wird kostenlos sein…

Scott McNealySo können sich Geschäftsmodelle – oder die Vorstellungen davon – ändern: Nach einem Bericht von Reuters führt Sun ein neues, Service-basierendes Vertriebsmodell ein. COO Jonathan Schwartz ist sich, wie er darin sagt, mit Bill Gates einig, dass Hardware in fünf Jahren kostenlos verteilt werden wird. 1999 hatte Scott McNealy noch die Aufsehen erregende Prognose abgegeben, dass Software in absehbarer Zeit nichts mehr kosten und sich stattdessen ein Utility-Modell etablieren wird. (Siehe auch Slashdot)

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Eine rein betriebswirtschaftliche Kalkulation, die im Ergebnis zu vernachlässigbaren Hardware-Kosten führt, kann man ja gut nachvollziehen. Das Problem sind die Schlüsse, die in einem ganz anderen Kontext daraus gezogen werden. Wenn die Hardware (oder auch die Software) als kostenlos bezeichnet wird, will natürlich keiner mehr was dafür bezahlen.

    Es ist halt zu befürchten, dass durch solche Äusserungen die Wertschätzung für die Produkte flöten geht. Was, wenn dann auch für Services nicht so recht Geld locker gemacht wird?

  2. @Wolfgang Miedl, der Trend geht bei den „Services“ eindeutig zur Automation?und zu Stückkostenrechnung (also feste Preise für bestimmte „Gewerke“). Dieser Trend ist unumkehrbar und führt zu sinkenden Stückkosten. Beispielsweise ist dieser Trend sehr gut beim Gewerk „Softwareverteilung“ zu beobachten.

    Parallel dazu sinken die externen (1)Personalkosten für rein operative Tätigkeiten im Betrieb. Im Microsoft-Umfeld werden mittlerweile nur noch 25-35 Euro per Stunde an externe bezahlt. Beispielsweise für ganz normale W2K-Admins oder Desktop-Servicetechniker. Durch die zentrale Automatisierung sinkt der Bedarf an diesen Leuten. Der „Turnschuh-Service“ hat ausgedient.

  3. Im Prinzip passiert hier was ganz normales, wie wir es von anderen Branchen kennen, z.B. am Bau: Ein Generalunternehmer/Bauträger verkauft eine Wohnung/ein Haus, der Käufer muss sich nicht mit einzelnen Unternehmen/Gewerken herumschlagen.

    Interessant finde ich an dem Vergleich aber: Als Hauskäufer interessiert mich natürlich nicht, was der Fliesenkleber kostet. Dennoch wird kein Bauträger behaupten: Der Fliesenkleber kostet nichts mehr. Er nimmt halt einen verschwindenden Anteil an der Gesamtrechnung ein.

    Im Unterschied dazu erwecken viele Leute in der IT-Industrie immer wieder den Eindruck, dass sie irgendwelche Wunder wirken und heute mal die Software, morgen die Hardware als kostenlose Dreingabe feilbieten können.