Smarte Clients, jetzt aber konkret

Microsofts „Smart-Client“ scheint bisher ein eher verkorkster Marketingbegriff zu sein: Die Technologie ist zwar interessant, doch nach unzähligen dünnen, dicken, reichen und anderen Client-Konzepten kapiert kaum mehr jemand die subtilen Unterschiede. Offenbar strengt man sich in Redmond nun an, den Begriff bekannter zu machen. Im Smart Client Developer Center auf der MSDN-Website sollen sich nun vor allem Entwickler ein klares Bild vom neuen Hybrid-Client-Konzept machen können.

Die Möglichkeiten für ein neues Client-Konzept waren in der .NET-Strategie von Anfang an vorgesehen: Hinter dem sperrigen Fachbegriff „Windows Forms“ steht eine Technik, die alte Fat-Client-Untugenden wie umständliche lokale Installation oder Sudeleien in der Windows-Registrierdatenbank beseitigt und neue (Web-)serverbasierte, automatisierte Installationsmöglichkeiten bietet. Was fehlte, war eine griffige Bezeichnung, die auch den Entwicklern und Anwendern klar macht, dass unter der klassischen Windows-Haube eine völlig neue Technik zum Einsatz kommt.

Irgendwann 2002 ist wohl jemandem in Redmond der Begriff Smart-Client eingefallen. Wenig später gingen bei Microsoft bereits einige Leute davon aus, dass mit diesem Begriff selbstverständlich jeder etwas anfangen könne – so jedenfalls äusserte sich damals mir gegenüber ein Microsoft-Manager. Ein kurzer Blick bei Google reichte aus, um das Gegenteil zu beweisen: Es gab zwar bereits Links auf Microsoft, noch mehr aber auf völlig anders geartete IT-Produkte.

In der Zwischenzeit hat der Begriff auch bei Microsoft einige sonderbare Wandlungen durchgemacht: Als Smart-Client wurde in Whitepapers und Marketingunterlagen nahezu alles bezeichnet, was als Frontend für Web-Services benutzt werden konnte – vor allem das nicht gerade smarte Office-Paket.

Offenbar hat man bei MS aber mittlerweile das Henne-Ei-Problem erkannt und klärt nun erst einmal die Entwickler darüber auf, was genau einen Smart-Client ausmacht. Eine knappe Definition bietet u.A. Chris Anderson in seinem Weblog. Daneben findet man auf der MSDN-Website nun thematisch gebündelt vielfältige Infos, die sowohl eine schnelle Übersicht wie auch tiefere technische Einblicke in das Thema gewähren.

Siehe dazu auch: Dick ist wieder schick

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