Big Brother und der „Google-PC”

Nachdem ja in letzter Zeit die Ausweitung von Suchmaschinentechnik auf PCs ein großes Thema ist, hat sich Infoworld-Redakteur Jon Udell mal ein paar interessante Gedanken über die Konsequenzen gemacht. Er geht davon aus, dass auf dem „Google PC“ nicht nur Mails, die besuchten Webseiten und die IM-Konversation gespeichert und indexiert werden, sondern ebenso Telefongespräche sowie jede Form der Bildschirmaktivität. Es ist wohl an der Zeit, dass wir über das beliebte „Big Brother“-Schlagwort neu nachdenken.

Welches Geschäftsmodell hinter all den Aktivitäten von Google steckt, lässt sich an deren neuem, kostenlosen E-Mail-Dienst Gmail erahnen: Der User erhält Unmengen an Speicher, muss aber im Gegenzug bereit sein, dass Google seine Mails scannt und anschließend kontextbezogene Werbung einblendet. Da wäre es nur konsequent, alle PC-Aktivitäten aufzuzeichnen, da der gläserne Anwender sicherlich eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Verwertungsperspektiven eröffnen dürfte.

Die Umsetzung solcher Pläne stellt natürlich immense Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Tatsächlich ist Google auch hier nicht untätig und betreibt einen enormen Forschungs- und Entwicklungsaufwand, wie unter anderem bei Topix.net zu erfahren ist.

Spannend dürfte die Frage sein, ob und wie Google solche Dienste angesichts der hiesigen strengen Datenschutzbestimmungen in Europa einführen wird. Zumindest ist davon auszugehen, dass die vermeintlich einheitliche Empörungsfront stark bröckeln dürfte und sich viele User bei der Abwägung zwischen dem Schutz der Privatsphäre und den Vorteilen einer totalen Datenkontrolle für letztere entscheiden werden.

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