Offline- vs. Online-Blogging: Mangelhafte Tools zuhauf

OfflineBlogging: SharMT
Als herkömmliche Bedien- und Editieroberfläche für Weblogs dient ein Browser. Etwas mehr Bedienkomfort versprechen Client-Werkzeuge, wie sie auch auf Cydome schon gelegentlich vorgestellt wurden. In der Zwischenzeit hat sich speziell bei den Frontends für Movable Type wieder einiges getan, doch nach wie vor hapert es massiv an der Unterstützung für deutsche Sonderzeichen sowie XHTML.

Einen guten Überblick über Client-Tools zum Bloggen bietet das „MT Wiki“. Von Linux, Mac OS, Palm über Pocket PC bis Windows findet sich hier die aus meiner Sicht bisher umfangreichste Übersicht über Blog-Oberflächen für gängige Betriebssysteme.

Ich habe in den letzen Wochen einiges ausprobiert und mir dabei die derzeit fortgeschrittensten Windows-Frontends angesehen, die entweder explizit auf Movable Type zugeschnitten oder auf mehreren Blog-Systemen eingesetzt werden können. Was generell im Vergleich zur Movable Type-Browseroberfläche auffällt, sind die reichhaltigeren Editierfunktionen innerhalb der Textfelder sowie das deutlich einfachere Handling von Links.

Einen zunächst sehr guten Eindruck macht SharpMT 2.5. Es stellt auch Offline alle wichtigen Funktionen wie Post Status, Kategorie oder Trackback bereit und bietet vor allem eine nützliche (nahezu) WYSIWYG-Vorschau. Der große Haken: SharpMT kann nicht online editieren. Wird ein Text, der bereits gepostet wurde, nach einer Überarbeitung erneut gesendet, so führt das zu einer Doublette. Auch kann die Software kein XHTML. Durchgefallen!

Enger kooperiert MTClient 1.6 mit dem Movable-Type-Server. Hier lässt sich die Liste der Einträge auf den PC downloaden, um anschließend einen Text zur Bearbeitung auszuwählen. Wird dieser erneut gepostet, bewirkt das eine Aktualisierung des bestehenden Eintrags am Server. Auch sonst hat MTClient einiges zu bieten, so etwa einen IMG-Tag-Wizard. Was es leider nicht kennt, ist eine Vorschau. Das größte Hindernis ist aber, dass MTClient nicht vernünftig mit deutschen Umlauten umgehen kann – es wird u.U. was anderes angezeigt, als als im Browser dargestellt wird.

Auf den ersten Eindruck sehr angenehm wirkt ecto 1.0.5. Jedoch versagt das Tool bei deutschen Umlauten völlig und ist somit in der derzeitigen Version unbrauchbar. Die soeben veröffentlichte Version 1.0.6 scheint diesbezüglich keine Verbesserungen zu bringen.

Große Hoffnungen setzen die Fans von w.bloggar in die angekündigte Version 4.0. Das Tool arbeitet mit vielen gängigen Blog-Systemen zusammen und soll sogar XHTML können. W.bloggar 4.0 sollte Anfang Juli fertig sein, allerdings war bisher nichts zu sehen, eine Beta-Version steht nur ausgesuchten Testern zur Verfügung.

Somit geht das Warten auf einen vernünftigen Client weiter…

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. wbloggar ist wenn man sich eigene Tags definiert auch in der Version 3 meiner Ansicht nach sehr nützlich, ich verfasse fast all meine Beiträge damit. was ist denn an der version „mangelhaft“?

    Für MT dürfte noch http://zempt.com/ interessant sein.

  2. Ich halte es da mit Wolfgang S., der den produzierten Code inspiziert hat: „w.bloggar produziert Steinzeit-HTML“ (http://www.cydome.de/wsommergut/archives/000153.shtml)

    Über das Thema wird ja hier immer wieder leidenschaftlich diskutiert. Aus reiner Anwendersicht sind einige dieser Tools durchaus recht praktisch. Wenn man allerdings Wert auf konsistente, saubere Datenstrukturen in seinem CMS legt, dann sieht’s bei diesen Tools im Moment noch nicht so rosig aus.