PR vs. Blogger oder PR & Blogs: Scoble erklärt den Unterschied

Ein interessantes FAQ hat Microsoft-Starblogger Robert Scoble veröffentlicht: Er stellt im „Scobleizer Press FAQ“ klar, dass er jede Interviewanfrage von Journalisten aus Gründen der firmeneigenen PR-Richtlinien an die PR-Agentur Waggener Edstrom weiterleiten müsse – es gehe dabei um immerhin bis zu 10 Anfragen täglich. Interessanterweise ist davon seine Freiheit als Blogger in keiner Weise berührt.

Scoble erklärt diesen zunächst ungewöhnlich anmutenden Umstand folgendermaßen: Wenn er mit einem Journalisten spreche, spreche er nur mit einer Person, und das nichtöffentlich. Damit bevorzuge er eine Person – im Unterschied zu seinem Weblog, wo jede Äusserung grundsätzlich jedem öffentlich zugänglich sei.

Allerdings gibt es auch interessante kritische Anmerkungen dazu, z.B. von Mike Manuel. Dieser fragt sich, warum sich Scoble, der so viel positive PR für Microsoft leiste, wie jeder durchschnittliche MS-Angestellte behandelt werde. Manuel vermutet, dass es den PR-Leuten um Kontrolle gehe : „The situation smells like an old-school command and control-style PR power grab.“

In Bezug auf das Verhältnis zwischen Weblogs und PR lassen sich daraus durchaus interessante überlegungen anstellen: Blogs werden in diesem Beispiel von der PR offenbar nicht als Medien eingestuft – obwohl die Öffentlichkeitswirkung eines Blogs wie Scobleizer enorm ist. Vielleicht geht die Agentur auch einfach nur den Weg des geringsten Widerstands. Damit weicht man der verfänglichen Fragestellung „Was ist ein Weblog“ aus und kann Business-as-usual betreiben: ‚Alles, was die Medien betrifft, geht seinen üblichen Gang, und Blogs gehen uns nichts an.‘

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