…geht das in die Hose. Wie Thomas Pleil auf PR-Blogger berichtet, hat der Bundesverband der deutschen Pressesprecher erstmals einen Negativpreis für schlechten Journalismus, den „Faulen Apfel“ verliehen. Die Zunft der Öffentlichkeitsarbeiter dürfte sich damit einen Bärendienst erwiesen haben, wenn man mal einerseits das Verhältnis zwischen PR und Journalismus und andererseits das Image von PR berücksichtigt.
Zunächst zum Image: PR wird von vielen – auch Journalisten – als Späre der Beeinflussung und Manipulation gesehen. Und ganz von der Hand zu weisen ist das nicht, auch wenn man es ganz neutral als Präsentation einer Firma oder Organisation nach aussen betrachtet. Denn ein Pressesprecher vertritt nun mal das Interesse seines Unternehmens – und somit ein Partikularinteresse. Das ist legitim, macht ihn aber befangen. Somit ist es von vorneherein heikel, als Verband der Vertreter von Partikularinteressen Urteile zu fällen über Journalisten, die sich vom Selbstverständnis her dem öffentlichen, allgemeinen Interesse verpflichtet fühlen. Egal wie gut gemeint so etwas sein mag (und es gibt schlechten Journalismus), man wird so einen Preis nach aussen nie glaubwürdig als neutrale „Auszeichnung“ verkaufen können. Es wird immer der Verdacht im Raum stehen, dass ein Journalist für unliebsame Berichterstattung abgestraft wird.
Und liest man sich die Stellungnahme (PDF) des abgeurteilten Autors der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung durch, fühlt man sich als Skeptiker bestätigt. Immerhin durfte er ja eine Stellungnahme abgeben. Wenn man darin liest, wie er versucht hat, die Leidensgeschicht eines in Djerba durch den Bombenanschlag verstümmelten 5-Jährigen und den unsäglichen Rechtsstreit seiner Eltern mit dem TUI-Konzern wiederzugeben, ist man schon angewidert – und zwar auch von der Auswahl der Jury für diese angebliche journalistische Fehlleistung.
Klar, das Verhältnis zwischen Journalisten und PR ist nicht immer ungetrübt. Das liegt aber meistens daran, dass die eine Seite die andere nicht versteht. Als Journalist kann ich aus meiner langjährigen Erfahrung sagen, dass es sehr hilfreiche Pressesprecher gibt, die man gerne bei seinen Recherchen zu Rate zieht. Und es gibt solche, die einem nichts bringen, weil sie entweder langsam und ineffizient sind, oder weil sie nur Verlautbarungen und unathentische Phrasen nach aussen geben.
Als Journalist interessiert mich keine stereotype Schönrednerei, vor allem, wenn sie unglaubwürdig wirkt. So etwas hat in einem Artikel nichts zu suchen, und deshalb werden solche Öffentlichkeitsarbeiter wenn man sie kennt, von vorneherein ignoriert. Zudem gibt es genügend Artikel, in denen ein offizielles Statement einer Firma, auch wenn sie erwähnt wird, absolut unerwünscht ist. So wie sich das mit dem „Faulen Apfel“ liest, haben hier einige Pressesprecher ein etwas schiefes Bild vom Journalismus. Es läge nun an den fähigen Leuten der Zunft, hier gegenzusteuern und beispielsweise eine derart fragwürdige Auszeichnung wieder abzuschaffen.
Solche Angebote doch nur möglich, weil man damit rechnet, das der durchschnuttliche Kunde nur ein Bruchteil der angebotenen 5⁄10 GB nutzt. Ansonsten übersteigen die Kosten für die Hardware die monatlichen Einnahmen bei weitem (mal davon abgesehen, das von den ⅗ EUR mehr als nur Festplatten bezahlt werden muss).
Man kauft Speicherplatz und geht davon aus, die gleichen 1⁄5/10 GB an mehrere Kunden verkaufen zu können. Würden alle Kunden ihre 1⁄5/10 GB voll ausnutzen würde, wäre schnell Schicht im Schacht.
Und mal ehrlich: meine gesammelten Mails seit 2000 nehmen knapp 2 GB in Anspruch (inkl. zig Mailinglisten), und das auch nur, weil ich regelmäßig ohne auszumisten CDs gebrannt habe. Benutzt habe ich mein Mailbackup noch nie – jedenfalls, weil ich eine alte Mail nochmal gebraucht hätte.
Bei diesen Zahlen frage ich mich immer, wie zur Hölle man 10 GB mit Mails füllt. Wer braucht sowas? Und wer von denen, die es bräuchten, hat keine bessere Möglichkeit (eigener Server o. ä.) und muss also zu GMX gehen?
Schließlich also: wie nützlich ist so ein Angebot tatsächlich, und wieviel davon ist Augenwischerei?
Mich wundert, dass Du auch auf die Gigabreit-Masche reinfällst. Der Witz an GMail ist NICHT der Speicherplatz sondern Suchmaschine und Webmail-Anwendung.
Vergleiche einfach mal GMail und GMX Webmailer im praktischen Einsatz.
Naja, die meisten Leute dürfte in erster Linie das Speichervolumen interessieren, dieser Aspekt hat in den letzten Wochen doch das Geschrei um Gmail dominiert. Man hatte ja schon den Eindruck, Google würde Wunder vollbringen.
Was den Nutzen der besonderen Suchfeatures betrifft, bin ich mehr als skeptisch. Soll ich jetzt alle Mails aus Outlook an meinen Gmail-Account senden, um von der tollen Suchmaschine zu profitieren?
Dann kommt auch noch ein weiterer, nicht unwichtiger Aspekt dazu – mein Lieblingsthema „User Interface“: Ich habe noch keinen Web-Mailer gesehen, der auch nur annähernd den Bedienkomfort und die Vielfalt an Funktionalität bietet, wie es Rich-Clients ? la Outlook tun. Selbst Outlook Web Access ist da noch weit davon entfernt, obwohl es massiven Gebrauch von Client-seitigen Steuerelementen macht.
Wie will da ein Web-Mailer mithalten, der es IENetscapeMozillaSafari recht macht? (und somit nicht mal die berüchtigten IE-UI-Spezialitäten unterstützt… ;-))
Unter der Haube mag das alles vom Feinsten sein, den praktischen Alltagsnutzen sehe ich im Moment noch nicht.
10 GB Speicherplatz nur für Mail scheinen tatsächlich sehr großzügig dimensioniert. Aber es geht hier m.E. darum, dem User mittelfristig eine Reihe von Anwendungen plus eine zentrale Ablage für seine Daten anzubieten (Stichwort „Google Desktop“). Und dann kann man den Platz schon gebrauchen. Zu den Anwendungen können außer den PIM-Funktionen des Web-Mailers in Zukunft auch Weblogs gehören (Google besitzt ja blogger.com), einfache Office-Programme oder Photogalerien.
Bei Kottke läuft dazu gerade eine interessante Diskussion. Der Beitrag geht aber davon aus, dass man für jeden gehosteten Dienst einen anderen Anbieter bemühen werde. James Tauber spricht sich gegen die daraus folgende Fragmentierung der Daten aus und schlägt als Lösung ihre Aggregierung mittels Atom/RRS vor.
Einfacher fände ich es, wenn man diese meist relativ simplen Dienste aus einer Hand (Google, Yahoo, GMX, etc.) bekommen und alle Daten an einem Ort speichern könnte. Der von Volker angesprochene Wert der integrierten Suchmaschine würde sich im Fall von Google noch erhöhen, wenn ich damit auch meinen Kalender, meine Photo-Alben oder gar Gesprächsmitschnitte meines Voice-Recorders durchsuchen könnte.
GMX bietet ja bereits sein „Media Center“, quasi eine Online-Festplatte mit Spezialfunktionen für u.a. Fotoalben (Diashow etc.).
Das ist schon sehr nett gemacht, und das Interface von GMX ist inzwischen modernisiert und deutlich schneller als das von Beta-Gmail.
Klar, die volltextindexierte Suche gibt’s bei GMX nicht. Dafür aber auch keine kontextsensitiven Textanzeigen und dazugehöriges Datenschutzgejammer.
Grüßchen, Teezeh (nicht Tezeeh
Sorry, Thomas. Aber mitten in der Nacht hilft oft auch extra nachschauen nichts.
Grüße zurück!
@Wolfgang S.: Der Wunde Punkt an einem solchen, durchaus überzeugenden, zentralisierten Modell dürfte die Rechenleistung sein. Schon rein theoretisch lässt sich wahrscheinlich kaum ermitteln, wie mächtig ein Systm sein muss, das als universeller Supercomputer und Datenspeicher für alle fungiert.
Da kann sich Google noch so anstrengen, an der Konkurrenz „Desktops“ kommt keiner vorbei. Einzeln wie in ihrer Gesamtheit bieten sie einfach zu viel Rechenleistung und Speicherplatz und dürften in ihrer Leistung die gehosteten Alternativen in den meisten Bereichen übertreffen. Damit käme als Alternative evtl. ein P2P-Modell ins Spiel, das die verteilten Rechen‑ und Speicherressourcen nutzt.
Bei all diesen Überlegungen darf man jedoch den für beide Modelle existenznotwendigen, aber weiterhin unsicheren Faktor „Netz“ nicht vergessen.
Der Desktop ist ein toter Hund. Man ist immer weniger gezwungen, seine Hardware durch die Gegend zu schleppen, nur um an seine Daten zu kommen. Ich überlege gerade, meinen RSS-Reader aufzugeben und stattdessen Bloglines zu nutzen. Es nervt, in der Arbeit und zu Hause bereits gelesene Feeds immer wieder als ungelesen vorzufinden.
Beim Benutzerkomfort mache ich gerne ein paar Abstriche, wenn ich von überall auf meine gesamten Mails zugreifen kann. Was hilft mir eine Nachricht im Outlook-Folder, wenn ich unterwegs bin?
Natürlich bleiben für den eigenen PC noch ein paar Anwendungen, die man nicht so bald über das Netz beziehen wird, etwa CAD, Bildbearbeitung oder Porogrammier-IDE.
Über die Verfügbarkeit des Netzes würde ich mir keine zu großen Sorgen machen, die wird immer besser. Beim Telefon verschwendest du auch keine Gedanken daran.
Das war klar, dass irgendeiner der Freemailer jetzt mit dem Speicherplatz nachziehen wird, aber ehrlich gesagt ist das Interessante an GMail nun nicht der viele Speicherplatz – er ist recht praktisch, ja, natürlich – sondern die kleinen Features namens „Labels“ und die schöne Sache, dass man wenn sich das Subject nicht geändert hat die komplette Email-Korrespondenz hintereinander ansehen kann.
Und die Spamfilter sind bei Gmail IMHO sehr ausgereift.
Ad Astra
OK, und nicht lange, dann wird der nächste 11 Gigabyte anbieten. Ist das dann noch besser und alle User gehen dorthin? Nö, wer GMX mit 10 GByte einem GMail mit 1 GByte vorzieht, handelt in etwa so vernünftig, wie der Quizshow-Kandidat, der sich seinen Preis selbst aussuchen darf und den Panda mit 180 kW dem A6 mit 110 kW vorzieht. In der Presse ist das Haupttheme zwar „Boah, eyh! Geil eyh! 1 GB KOSTENLOSER Speicherplatz!“ gewesen. Wie Wolfgang (Smmergut) und Vowe schon erwähnten ist das wirklich innovative an GMail das rattenscharfe, HTML-basierte Frontend, dass vom Komfort und der Interaktivität einem Desktop-Programm nahekommt und diverse (sehr durchdachte) neue Ideen dszu, wie man mit seinem EMails umgeht (die Google-Suche in EMails ist da nur ein eher unwichtiges Detail). (siehe http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004⁄07/gmail_als_beisp.html)
Nicht GMX läßt Google alt aussehen sondern, wenn man GMX (Mail) und GMail nebeneinander sieht, kann man erkennen, was für eine alte Tante GMX ist.
Natürlich ist Outlook immer noch etwas komfortabler und responsiver. Aber wenn ich daran denke, dass schon heute vielen Leuten die kruden Webmailer wie Web.DE, GMX und wie sie alle heißen, völlig ausreichen, glaube ich, dass das letzte Bißchen Komfort nicht so entscheidend sein wird. Ich persönlich sehe mit webbbasierten Applikationen wie GMail nur noch ein Problem: das ist eben die fehlende Offline-Tauglichkeit. Und auch das scheint vielen anderen nichts auszumachen.
GMail ist der erste (bekanntere) Vertreter einer neuen Generation von webbasierten Programmen, die mittelfristig die Art, wie wir am PC arbeiten, stark verändern wird (siehe den Kommentar von Wolfgang Sommergut oben und http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004⁄06/webbasierte_sof.html)
Nachtrag (Sorry): Ich verstehe, wie beindruckend Dir das Karlsruher Rechenzentrum von 1&1 erscheint. Aber – ohne mich darüber lustig machen zu wollen – gegen die Rechenleistung und Speicherkapazität, die in den Datacentern von Google zur Verfügung steht, sind das Peanuts. Goggle betreibt nach Expertenschätzungen wenigstens 10.000 vielleicht 30.000 (geheim, geheim …) perfekt orchestrierte Serversysteme in weltweit mindestens 6 Datacentern. siehe u.a. http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004⁄05/mehr_google_bas.html
Google wahre Stärken sind
1. die einzigartige Fähigkeit, mit Horden von Rechnern preiswertester Konstruktion gewaltige Rechenleistungen an den Start zu bringen
2. gewaltige Mengen von Daten zu durchforsten und daraus durch Verknüpfung sinnvolle Informationen zu extrahieren (implizite Metadaten)
3. webbasierte Applikationen zu erstellen, die es mit lokaler Software aufnehmen kann (und auf nahezu jedem Rechner laufen und kostenfrei sind)
Google ist keine Suchmschinen-Firma!
Siehe http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004⁄08/wieso_google_ke.html
Mag ja sein, dass Google das intelligentere System hat – zumindest im Konzept „tausende billige Rechner (mit Linux) schnell verknüpfen“ liegt auch das Erfolgsgeheimnis der Karsruher.
Kommt noch die alles entscheidende Frage der profitablen Verwertbarkeit/Vermarktung. Und hier sehe ich für Google schwarz. Ich gehe mal davon aus, dass 95 % aller Web-Nutzer noch nie einen Boolschen Operator gesehen, geschweige denn genutzt haben. Diesen Leuten ist schlichtweg wurscht, ob ihr Freemailer mit den ausgefuchstesten Suchfunktionen ausgestattet ist. GMX dagegen orientiert sich an den Bedürfnissen seiner Nutzer, denen reicht viel Speicher, Fotoalben usw. völlig aus.
Bleiben also noch die Power-User und Geschäftskunden. Erstere haben in der Regel eher 10 als einen Mail-Account, da sind Outlook und andere Desktop-Clients nicht zu schlagen. Und wie man die Business-User erreichen will, weiß ich auch nicht, da die ja zunächst ihren Firmenaccount und Notes oder Outlook haben. Hier kann sich Gmail höchstens als Outsourcer versuchen.
Google hat m.E. im Rahmen des IPO-Fiebers sehr geschickt einen Hype initiiert, auf den zunächst alle reingefallen sind. –Eye-Catcher: 1-GB-Speicher (wurde von anderen umgehend getoppt) –sophisticated Features (“finde the exact message you want“) Interessiert 2 % der Mail-User, den Rest (mich eingeschlossen) interessiert eigentlich im Wesentlichen die gerade neu eingegangenen Mails.
Rein methodisch wäre es vielleicht mal angebracht, anstelle der gängigen Ausgangstheorie „Google hat viele Wunderwaffen im Köcher“ mal mit dem Ansatz „Gmail als potemkinsches Dorf“ an die Sache heranzugehen.
@Wolfgang: Google betreibt geniale PR, keine Frage. Das habe selbst ich Dummbeutel schon gemerkt (siehe http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004⁄06/gmail_virales_m.html). Das hat sicherlich auch mit dem IPO zu tun, keine Frage. Aber …
# Die Hosting-Plattform von GMX mit den super-geclusterten Applikationen bei Google zu vergleichen ist … lass es mich mal so sagen: „Äpfel und Birnen haben mehr miteinander gemeinsam!“
>> Diesen Leuten ist schlichtweg wurscht, ob ihr Freemailer
>> mit den ausgefuchstesten Suchfunktionen ausgestattet ist.
# Deine Antwort lässt in mir den Eindruck aufkommen – ist gar nicht bös gemeint – dass Du dir GMail bislang nicht wirklich angesehen oder meinen Kommentar gelesen hast. Denn (wie schon mal gesagt) die Suchfunktion von GMail ist „so pralle nicht“ und sicherlich nicht der USP von GMail. Lookout und X1 sind in mancher Hinsicht besser. Und „boolesche Operatoren“ habe ich weder in Gmail noch in Google jemals benutzt. Gibt’s die? (Früher mal bei Altavista, ja damals …)
>> Und wie man die Business-User erreichen will, weiß ich auch nicht,
>> da die ja zunächst ihren Firmenaccount und Notes oder Outlook haben.
# Ich bin Business-User mit zwei Firmen-Accounts und vier webbasierten Accounts (nur sechs, keine 10, Sorry). Ich lebe in Outlook, ich entspanne mich in meiner Inbox. Ich akzeptiere Termine nur als Outlook-Einladung … und finde Gmail hochspannend.
Deswegen der nett gemeinte Vorschlag: besorg Dir einen Account (falls noch nicht geschehen), schau es Dir an, spiel ein wenig damit rum (muss ja bei Datenschutzsorgen nicht mit sensiblen Mails sein). Nö, ich gehe nicht davon aus, Dich zu überzeugen – das ist erfahrungsgemäß in eine „öffentlichen“ Diskussion schwerlich möglich. Schau’s Dir einfach an und Du wirst vielleicht zumindest sehen: Gmail ist anders. (Hat übrigens trotz aller Begeisterung auch bei mir ‚ne Woche gedauert, bis mir deutlich wurde, was anders ist und wie gut mir das gefällt.)
Ob dieses Andersein ein Pluspunkt ist? Ich denke ja! Du wirst vielleicht denken, nein. Völlig ok. wir wissen es beide nicht. Die Zeit wird’s zeigen. Und vielleicht wird es Microsoft gelingen, Google rechtzeitig platt zu machen. Who knows … ?
Nur, zu sagen „Gmail ist uninteressant, weil jetzt alle anderen Freemailer auch 1 Gbyte „free“ bieten und alles andere interessiert eh keine Sau“, ist … ein wenig kurz gesprungen.
@Wolfgang Ⅿ: Ich sehe einen kleinen Widerspruch in deiner Argumentation. Einerseits sollen 95 % der Gmail-Nutzer nicht an irgendwelchen neuen Funktionen interessiert sein, andererseits aber hätten Web-Mailer gegen Outlook aus folgenden Gründen keine Chance:
„Ich habe noch keinen Web-Mailer gesehen, der auch nur annähernd den Bedienkomfort und die Vielfalt an Funktionalität bietet, wie es Rich-Clients ? la Outlook tun.“
Diejenigen, die nicht mal fortgeschrittene Features von Web-Mailern in Anspruch nehmen, sollen diese Dienste deswegen schmähen, weil Outlook noch viel mehr kann. Die Funktionsfülle und Bedienbarkeit eines Rich Client mag dich als Power-User beeindrucken, für die meisten Mail-Benutzer reichen die Basisfunktionen.
Im Fall von Gmail kommt hinzu, dass die integrierte Suchmaschine gerade dann besonders nützlich ist, wenn wenig erfahrene Benutzer keine Ordnerstruktur anlegen, um ihre Mails zu sortieren.
Ich habe bei weniger geübten Anwender die Erfahrung gemacht, dass sie mit sowas wie Outlook Express besser zurecht kommen. Das sind so viele Kleinigkeiten – allein der Umstand, dass man bei vielen Web-Frontends erst scrollen muss, um den „OK“-Button zu finden. Tödlich.
Diese Kategorie Anwender nutzt oft deshalb einen Web-Mailer, weil sie sonst nichts anderes kennen. Die wird man aber mit solchen Profi-Features wie denen von Gmail nicht erreichen.
Man muss hier auch den wirtschaftlichen Aspekt mit reinnehmen: Wenn Gmail nicht genügend Knden finden wird, wird es ein Flop sein, der über lurz oder lang wieder eingestellt wird – wie 100.000 andere Webmailer schon zuvor. Technisch mag das alles vom Feinsten sein, Relevanz bekommt es aber erst, wenn man die Massen dafür gewinnen kann. Und die haben die Marketing-Profis von GMX bisher am besten angesprochen.
Vielleicht wäre es hilfreich, Du würdest Dir GMail mal anschauen. Und dann erzählst Du mal, wie man da Scrollen muss, um den OK-Button zu finden.
Wie war das jetzt noch mal mit dem GMX läßt GMail alt aussehen? Ich hab’s noch nicht richtig verstanden. Wegen der zappeligen Bannerwerbung? Oder weil das viel mehr Knöpfe drauf sind, oder weil da ganz viele Grafiken drauf sind. Erklär mal.
Ist doch so einfach: Bis auf ein paar Power-User und den Freunden aus dem Elfenbeinturm, die glauben, das Netzwerk sei jetzt schon der Computer, reisst sich keiner um Gmail. Wenig Kunden = kein Geschäft = klassisches Freemailer-Schicksal.
Ⅰ see. Und deshalb läßt der Freemail GMX den Freemailer GMail als aussehen? Irgendwie fehlen mir da noch die unglaublichen 5 oder 10 GB.
Vielleicht geht die Geschichte ja auch so: 1und1 hat ein ganz tolles Rechenzentrum. Und da läuft auch GMX, das mir, Wolfgang Miedl, besser gefällt als GMail. Und im Übrigen gefällt mir Outlook noch viel besser.
Das würde ich verstehen.
Merkwürdig. Da waren mal blockquotes in meinen Kommentaren. Die hat jetzt jemand editiert. Purkwah?
NEIN! Keine Zensur!
Das hab vermutlich ich verbaselt, indem ich gestern meine Kommentareinstellungen von „Allow HTML“ auf „Auto Link“ umgestellt habe. Wäre zumindest eine plausible Erklärung – aber muss MT da gleich den ganzen Inhalt rausschmeissen?
Wenns so war: SORRY!
Einfach zurückstellen und neu generieren.