Microsoft weiß nicht mehr weiter…

Gerade segelt eine Pressemitteilung von Microsoft rein. Titel: „Microsoft tritt der Forschungsinitiative Office 21 bei“. Worum es geht, erläutert der nächste Satz: „Sie untersucht, wie das Büro der Zukunft konkret aussehen kann.“

Jetzt muss ich mich aber schon wundern. Klar, momentan sind wir bei Office 11 (interne Berzeichnung für Office 2003), das nächste Office 12 ist in der Mache. Dass also auch Microsoft selbst noch nicht weiß, wie Office 21 (Office 2020?) einmal aussehen wird, muss einen nicht wundern. Dass sich die Redmonder aber darüber jetzt schon den Kopf zerbrechen? Und dass sie diese Fragen dem Fraunhofer-Institut anvertrauen? Nennt man sowas nicht Outsourcing – und macht man das nicht in Indien?

Immerhin: Wie ein Büro auszusehen hat, wurde seit der Version 1.0 in Redmond festgelegt. Nun dürfen bei der Inneneinrichtung endlich auch mal andere mitreden. (Sofern ich das jetzt alles richtig verstanden habe…)

0 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin Mac-User seit System 7.1. Habe ein (inzwischen in die Jahre gekommenes) Windoof-Laptop in der Ecke stehen – für die Fälle, wo die Kompatibilität doch nicht 100%-ig ist und Emulationen wie Virtual PC zu lahm sind. Da mich Windoof nicht anmacht, habe ich vor Jahren mal parallel BeOS 5 darauf installiert. Herrlich! Eleganz ist tatsächlich das richtige Wort. Scheiterte später leider daran, dass ich keinen Treiber mehr für meine neue Netzwerkkarte auftreiben konnte, nachdem die alte das Zeitliche gesegnte hatte. Also kürzlich ein Versuch, dem Laptop mit Knoppix neues Leben einzuhauchen. Funktioniert sogar. Aber von Eleganz tatsächlich keine Spur. Trotz großer Sympathie für die Open Source Idee – dann arbeite ich tatsächlich lieber unter Windows! Ob’s an der Selbstzufriedenheit der Community liegt? Mag schon sein, bei manchem Blick ins Heise-Forum könnte man schon auf den Gedanken kommen…

  2. Es gibt Untersungen, die gezeigt haben, dass Linux keinesfalls schwerer zu bedienen ist.
    Zwei Testgruppen von totalen Computerneulingen wurden an Rechner gesetzt und mehrere Tage lang beobachtet. Die eine Grupe saß vor Windows, die andere vor Linux. Und welche Gruppe kam wohl besser zurecht? Die Antwort sollte klar sein.
    Das Problem ist also nicht, dass Linux schlechter zu bedienen sei, sondern das Umsteigen von Windows auf Linux. Natürlich ist das zu Beginn kompliziert, ist ja schließlich eine andere „Weltanschauung“. Wenn man sich mal etwas intensiver damit beschäftigt, zeigt sich auch, dass die Desktopkonzepte bei Linux viel besser durchdacht sind. Ein ganz simples Beispiel dazu: Warum muss man bei Windows auf „Start“ klicken, um den Rechner auszuschalten?
    Warum sich Linux nicht auf dem Desktop durchsetzt, liegt also eher an der massiven Marktpenetration von Microsoft. Die Leute haben in vielen Fällen einfach keine Lust Erlerntes noch mal zu lernen.
    Und KDE ist mit Sicherheit keine Nachmache vom Windows GUI, den dieses ist auch nur eine schlechte Kopie der GUIs von Apple und Amiga.

  3. Mir fällt auf, daß viele Meinungen, jedoch wenig konkrete Erfahrungen geäußert werden.
    Deshalb hier ein wenig Praxiserfahrung aus dem Betrieb von Linuxdesktops in einem gewerblichen Unternehmen(Verpackungsmitteldruckerei).
    Als Sysadmin habe ich seit 1997 die Server von SCO Unix auf Linux (SuSE 6.4 bis 9.1 heute) umgestellt. Der Erfolg ermutigte mich 2003 25 der 55 PC der Firma auf einen von mir angepassten Desktop unter SuSE 9.0 umzustellen.
    Vorgängersystem war Windows 98.
    Hauptanwendungen : Branchensoftware COMIX über X11-Client, Mailclient Ximian Evolution 1.4, MSOffice 97 via Crossover(Wine) .
    Open Office (Staroffice) war nicht einsetzbar wegen Kundenbeziehungen/Datenaustausch und vorhandener Makros für Excel, für deren Erstellung im StarCalc keine Kapazität vorhanden war.
    GUI Kde 3.1, Webbrowser Mozilla und IE 5.5 (via Crossover)
    Schulung der Mitarbeiter, wie im Mittelstand üblich, aus Kostengründen nur minimal. also fast keine.
    Ergebnis nach 1 Jahr:
    Von anfänglichen Akzeptanzproblemen abgesehen, haben sich 20 Mitarbeiter weitgehend selbständig mit dem Kde-Desktop vertraut gemacht und diesen in gleichem Maß beherrscht, wie zuvor die Windows 98 GUI.
    Die restlichen Mitarbeiter hatten mehr Probleme, wie unter Windows 98, allerdings waren es die gleichen Personen, welche überhaupt Probleme haben, auch unter Windows, mit dem PC klarzukommen.
    Verschwiegen werden soll nicht:
    Am besten klargekommen sind Mitarbeiter zwischen 20 – 25 Jahre, die vorher noch nie Linux gesehen haben und nur wenige Stunden zur Einarbeitung benötigten, jedoch solide PC-Erfahrungen mit Windows hatten, wie in dieser Altersgruppe üblich.
    Dennoch mußte ich diese Entscheidung nach 1 Jahr teilweise zurücknehmen und eine Reihe der PC auf Windows 2000 umstellen, aus folgenden Gründen:
    Wir benötigen DDE – unter Linux(Wine) nicht verfügbar.(erhoffte Entwicklung blieb aus)
    Unsere Kunden arbeiten ausschließlich mit teils sehr alten Microsoft-Umgebungen, mit denen es Datenaustauschprobleme gibt.
    Performance und Usability unter Linux SuSE 9.0 ist nicht gut genug, um die vorgenannten Nachteile zu akzeptieren.
    Dennoch haben eine Reihe von Mitarbeitern die Vorteile des Linuxdesktops (Arbeit in mehreren Bildschirmen, absolute Stabilität, keine Belästigung durch Virenscanner u.a.) derart akzeptiert, daß es schwer war, sie zur Rückkehr zur Windowsoberfläche zu motivieren.
    Klar ist daraus meiner Meinung nach folgendes:
    Der Linuxdesktop ist klar der Windows GUI ebenbürtig aber das reicht nicht, um sich gegen Windows auf dem Desktop durchzusetzen.
    Dazu muß die Verfügbarkeit aller erdenklichen Anwendungen gegeben sein und die Usability wesentlich derjenigen der Windows-GUI und der Windows-Anwendungen überlegen sein.

  4. Praxiserfahrung tutet in der Tat Not – Vorab: Ich habe mehrere Linux-Desktops unter SuSE und Mandrake am laufen… Deswegen schreibe ich den Linux-Desktop-Award aus:

    Derjenige, der es schafft, einen Palm ab OS 5 vollständig unter Linux zu syncen, kriegt ne Kiste Bier von mir. Und mit vollständig meine ich vor allem Versamail, den netten Mail-Client von Palm.