Wie Browser-Frontends nerven – Teil 2

Die Diskussionen um die nach wie vor fundamentalen Unzulänglichkeiten von Web-GUIs sind mühsam, weil man meist kein plakatives Beispiel bei der Hand hat. Wenn einem das Web Wurscht sein könnte, müsst man sich darüber keinen Kopf machen. Weil aber aus verschiedensten Gründen der Web-App-Hype weiterköchelt, untermauere ich meine Aversionen wieder mal mit Belegen. Fündig wird man ja tatsächlich täglich – gerade bin ich bei BMW wieder über ein haarsträubendes Beispiel gestolpert.

Hier gibt es zwei ineinander verschachtelte Scrollflächen. Daraus ergibt sich eine komplexe Problemlage: Ist das Browserfenster nicht groß genug geöffnet (bei 1024er-Auflösung leicht der Fall), kann man zwar den inneren, eingebetteten Textrahmen mit dem Mausrad rollen. Unerreichbar bleibt dabei aber die darunter liegende, nicht unwichtige Preisinformation. Das liegt daran, dass sie Bestandteil des aussen umfließenden Hauptrahmen ist – wenn das Fenster nicht groß genug geöffnet ist, wird dieser Textteil verdeckt. Normalerweise erreicht man solche Passagen durch Scrollen. Diese hier aber nicht, weil sich standardmäßig eben nur der genannte innere Rahmen nach unten und oben bewegen lässt. Lediglich aufmerksamere Leser dürften am Scrollbalken des Browserfensters erkennen, dass „da unten“ noch was sein muss, das man dann mit Ziehen an dieser Leiste auch erreichen kann.

Als sehr unangenehm fällt übrigens auch der automatische Neuaufbau der Seite auf, der einsetzt, sobald man das Fenster auch nur einen Millimeter vergößert oder verkleinert.

Nun kann man hier einiges als handwerkliche Fehler bezeichnen. Denoch kann ich mich nicht mehr daran erinnern, wann ich solch fundamentale Usability-Pannen das letzte Mal auf Rich-Client-GUIs gesehen habe.