Krass oder konkret: Bremst Bildung wirklich?

„Bildung bremst“ lautete mal ein Slogan des Komikerduos Erkan & Stefan. Das war natürlich provokant gemeint und solange es aus dem Mund der krassen Brainchecker kommt, befremdet das nicht wirklich. Anders sieht es aber aus, wenn eine Kolumnistin in der FTD diese Aussage als ernsthafte These verfolgt. Lucy Kellaway hat am Freitag in ihrer Kolumne unter dem Titel ‚Intelligenz schadet der Firma‘ dargelegt, dass hohe Begabung und eine erstklassige Hochschulbildung entgegen unserer allgemeinen Überzeugung möglicherweise im Beruf gar nichts nutzen und sogar schädlich für die Karriere sein sollen.

Sie belegt das mit einigen Beispielen und zitiert dabei auch einen nicht namentlich genannten britischen Top-Manager mit den Worten: „Wenn ein Konzern mehr als ein oder zwei leistungsstarke analytische Köpfe hat, setzt der Niedergang ein. Bei der Einstellung künftiger Führungskräfte sollten Firmen Eliteuniversitäten vergessen und Nicht-Theoretiker einstellen.“

Das ist starker Tobak – sehr lesens- und bedenkenswert! Falls etwas dran ist, dürfte das reichlich Diskussionsstoff über unser vertrautes europäisches Bildungideal geben. (Und am Ende stehen unsere Krassköpfe sogar noch als Visionäre dar…?)

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