Plaxo-Entschuldigung – und morgen: „Sorry, wir haben eine Milliarde Adressen verkauft…” ?

Ich kann’s nicht lassen, aber der „Gegner“ spielt mir auch in die Arme: Vor kurzem hat der Plaxo-Chef auf dem Firmen-Blog offen zugegeben, dass sein Unternehmen zum Zweck der Kundenacquise bisher Spam-Mails versendet habe – gleichzeitig bat er die Nutzergemeinde um Entschuldigung.
Vor einem Jahr hat sich das noch ganz anders angehört: Als ich in meinem Blogbeitrag auf die Spam-Aktivitäten von Plaxo hingewiesen hatte, meldete sich prompt deren „Privatlebenoffizier“ (Privacy Officer) Stacy Martin per Kommentar und bestritt vehement die Verwendung jeglicher anrüchiger Methoden wie Massen-E-Emails: „Plaxo does not send spam, maintain spam mailing lists, or support the activities of spammers.“

Scheint ja auch eine Masche zu sein, wie einige Kommentatoren meinten, dass man heute ein Geschäft erst mal jenseits von Anstand und Legalität hochzieht. Und wenn es dann halbwegs läuft, entschuldigt man sich einfach für die Sünden von gestern – fertig….

Ich sehe mich nun übrigens in meiner alten These bestärkt, wonach Plaxo mit den mittlerweile über eine Milliarde geprüften Adressen seiner Nutzer was ganz anderes im Schilde führt. Ich bin mal gespannt, ob wir noch weitere Entschuldigung hören werden – im Sinne von „Sorry, aber der Adressenpool unserer Nutzer war unser einziges Asset – wir mussten ihn verkaufen.“ oder „Sorry, Plaxo ist Pleite und über die Verwertung unserer riesigen Adressdatenbank verfügt nun der Konkursverwalter.“

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