Spiegel Online 1996: Erinnerung an die Internet-Steinzeit

Wenn man bedenkt, dass vor zehn Jahren viele Leute gerade mal gelernt haben, was das Internet und das WWW sind und die Mehrheit noch wenig oder keine Ahnung davon hatte, wird einem erst das Ausmaß der kulturellen und lebensweltlichen Veränderung klar, die in dieser kurzen Zeit stattgefunden haben.

Die ersten amateurhaften Gehversuche der Internet-Stars von heute sieht man ganz schön an der ersten Seite von Spiegel Online, die im Juni 1996 online gegangen ist und von den Betreibern als Antiquität zur Schau gestellt wird.

Das Web war damals noch voll von Avantgardisten, die eine Zeitlang so etwas wie Paralleldiskurse etablieren konnten, ehe das ganze von der New-Economy-Dampfwalze eingeebnet wurde. Eines der wenigen deutschen Medienexperimente ist bis heute ebenfalls als einigermaßen erhaltene Konserve zu besichtigen – Wildpark.com. Man sieht hier auch ganz schön, dass es damals schon recht fortschrittliche Designexperimente gab.

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  1. Das ganze hat wohl auch mit der amerikanischen Rechtslage im Privacy-Bereich zu tun, denn in den USA ist Datenansammlung und Verkauf generell nicht verboten, staatliche Datenschutzbeauftragte Fehlanzeige. Nur in Außnahmefällen gibt entpr. spezifische Gesetze, die die Datenwut in speziellen Bereichen einschränken, z.B. HIPAA für den Gesundheitssektor.

    Privacy Statements sind nett, aber rechtlich leider in keiner Weise bindend (man muss erst einmal nachweisen, dass einem durch die Verletzung persönlicher Schaden entstanden ist). Es gibt höchstens eine ein- bis zweitägige Empörung in den Medien, dann ist wieder Ruhe. Beispiel ist der JetBlue-Skandal von 02/03, der auch keinerlei Folgen für das Unternehmen hatte (und das obwohl Flugpassagierdaten ja evtl. sogar medizinisch relevante Informationen enthalten können, z.B. die Notwendigkeit einer psychologischen Flugbetreuung o.ä.).