Monthly Archive for Oktober, 2006

Linux – damals für Diskjockeys

Es dürfte so etwa um 1992⁄93 gewesen sein – in einer fast vergessenen Zeit also, in der das Internet noch völlig unbekannt war und nur IT-Freaks ein Modem besaßen, um damit Programme von sogenannten Mailboxen zu saugen oder auf Foren zuzugreifen.
Als alterativen Weg der Softwaredistribution präsentierten damals einige größere Buchhandelsketten Diskettenladestationen. Das war im Wesentlichen ein PC, auf dem man sich aus einer Liste die verfügbare Freeware oder Public-Domain-Software aussuchen konnte, um diese gegen eine kleine Gebühr auf Diskette(n) zu kopieren.
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Medien 1.0: Wünschelrute

Schläft ein Lied in allen Dingen
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.

Joseph von Eichendorff (1835)

Linux ist kostenlos – äh, nein, aber preisgünstiger, oder?

„Linux ist kostenlos“ lautete jahrelang das Kernargument für das Open-Source-Betriebssystem. Statt beim altmodischen Geschäftsmodells mit Softwarelizenzen zu verharren, stünden damit Beratern und Entwicklern ganz neue Möglichkeiten der Veredelung offen, die zu lösungsorientierteren IT-Konzepten führten, da man in diesem Modell nicht auf kostspielige Softwarelizenzen angewiesen sei. Soviel zur Theorie.
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Wer garantiert eigentlich für Qualitätsjournalismus?

Früher, als die Medienwelt noch in Ordung war, konnte man sich an zwei Polen orientieren: Auf der einen Seite die Publikumsverlage, die das Massenpublikum mit dem Versprechen einer unabhängigen Tages‑ und Fachberichterstattung an sich banden und damit eine ordentliche wirtschaftliche Grundlage auch für die Redakteure und freien Journalisten bieten konnten. Daneben entwickelten sich im Lauf der Zeit auch die Geschäfte des rivalisierenden, „Marketing-getriebenen“ Mediensektors, der bei PR-Textern beginnt und bei Produzenten von Kundenmagazinen endet. Diesem haftete dabei stets der zweifelhafte Ruf an, dass er mit Hilfe von Auftragsschreibern das Ziel verfolge, reine Industrieinteressen zu vertreten.
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Endlich Klarheit: Längste Primzahl der Welt in Frankreich gefunden

Dann wäre das also endlich auch geklärt: Gerade segelt eine Pressemitteilung herein, wonach die Bull Labs in Grenoble „in einem sechstägigen Validierungsprozess die bislang längste Primzahl der Welt („M44“) mit 9.808.358 Dezimalstellen gefunden haben.“
Weiterhin verschollen bleibt der Mitteilung zufolge die von Forschern intensiv gesuchte Primzahl mit zehn Millionen Stellen. Immerhin schreibt die Electronic Frontier Foundation darauf einen Finderlohn von 100.000 Dollar aus.

Sind PR-Einträge eine Wikipedia-Manipulation?

Unter dem Titel „PR verschmutzte Wikipedia“ hat Kollege Lars Reppesgaard bereits im August die Frage aufgeworfen, in wiefern man einer PR-Zunft noch trauen könne, die permanent ihre Grenzen überschreite. Er bezog sich dabei auf eine Meldung, wonach die amerikanische PR-Agentur MyWikiBiz.com ganz offen „professionell geschriebene“ Wikipedia-Artikel anbietet.

Dazu muss ich zunächst eines sagen: Auch die deutsche Wikipedia wird fleißig mit PR-Texten bestückt, wie ich aus einer sicheren Quelle weiß.
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AJAX: Durch die Hintertür zum neuen Fat-Client?

Ajax ist zur Zeit en vogue, weil damit endlich eine Technik zur Verfügung steht, mit der man schöne und intuitive Browser-Anwendungen erstellen kann. Dass sich das schon bald als technologischer Holzweg entpuppen könnte, davor warnt Bjön Müller von der Software AG:
… und ganz schnell wurde aus einem „interaktiven Frontend“ ein komplexes, in JavaScript codiertes Anwendungsprogramm, das im Browser abläuft! – Und alle aus den 90er Jahren bekannten Probleme holen uns ein: konkurrierende Anwendungslogik zwischen dem Client und dem Server …

Via Martin Szugat

Silicon Alley, Web 1.0: Webdesign von i/o 360

i/o 360 - Web-Design 1996

In Anlehnung an die Boom-Area der IT-Pioniere, das Silicon Valley, hat sich Mitte der 90er mit dem ersten Web-Boom der Begriff „Silicon Alley“ etabliert. Er bezeichnete eine Gegend in Manhattan, New York, in der sich damals unzählige Internetfirmen angesiedelt hatten. Wikipedia listet einige der bedeutendsten Silicon-Alley-Firmen der damaligen Zeit auf.
In Erinnerung ist mir noch eine der herausragenden Design-Schmieden von damals geblieben – i/o 360 fiel vor allem durch eine unglaublich coole Website und einen Generator für ASCII-Art auf.
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Miese Fernostqualität

Spiegel Online berichtet heute über zwei Unternehmer, die aus Unzufriedenheit über die unzumutbare Produktqualität von Fernostwaren nun in Mecklenburg-Vorpommern eine Fabrik für Laufschuhe bauen.
Das erinnert mich an eine Mangerin, die mir kürzlich über ihre Erfahrungen in China berichtete.
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Der Erfinder des Jägers des verwahrlosten Taxis

Der Jäger Franz

Jeder Windows-Benutzer, der sich schon mal intensiver mit den installierten Schriftarten befasst hat, wird sich an diesen kurios-amüsanten Satz erinnern: „Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern“ (zu finden über Start, Systemsteuerung, Schriftarten – Doppelklick auf eine beliebige Schift).
Gestern Abend hatte ich das Vergnügen, den Erfinder dieses Satzes kennenzulernen.
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Fliegenfischen ist was anderes

Hai im Anflug
Weitere Haie bei Michael Heilemann

Löst Web 2.0 jetzt die fetten Desktops ab?

Die Frage steht seit dem ersten Web-Boom Mitte der 90er auf der Tagesordnung von Fat-Client-Skeptikern, IT-Nomaden und Microsoft-Hassern: „Wann endlich lösen schlanke, serverbasierende Browser-Anwendungen jene aufgeblähten, schwer zu wartenden Desktop-Applikationen wie Office ab?“ So praktisch eine serverbasierende IT auch wäre – in der Vergangenheit entpuppten sich die als Allheilmittel gepriesenen Browser-Anwendungen sehr oft als Zumutung für den Benutzer. Web 2.0/Ajax hat den Browser-Frontends nun einen deutlichen Qualitätssprung beschert, doch weiterhin ist eine gesunde Portion Skepsis angebracht, wenn Browser-Anwendungen als den Rich-Client-Pendants qualitativ ebenbürtig gepriesen werden. Infoworld-Kolumnist Oliver Rist wollte es nun einmal genau wissen und hat eine Woche lang seinen Fat-Client-Office-PC gegen einen Laptop mit ausschließlich webbasierender Ajax-Bürosoftware ausgetauscht. (Can Web-based applications outwit, outplay, outlast the desktop?)
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