Mit Plaxo verhält es sich ähnlich wie mit der Atomenergie: Letztere hat einige verdammt charmante Vorzüge – so liefert sie uns zum Beispiel schier endlos Energie ganz ohne Treibhauseffekt -, so dass man darüber die gefährlichen Schattenseiten fast vergessen könnte. Plaxo verspricht ähnliche Wunderdinge: Nie wieder ungültige Adressen in Outlook oder anderen Verzeichnissen, nie wieder händisch die Telefonnummern von Freunden korrigieren, die gerade wieder mal umgezogen oder einen neuen Handyvertrag abgeschlossen haben. Und wo liegt der Haken? Plaxo mausert sich auf diese Weise zur weltweit größten Adressdatei, über eine Milliarde Adressen verwaltet das US-Unternehmen mittlerweile. (Ich habe darüber bereits hier, hier und hier berichtet). Und nicht Sie bestimmen darüber, ob sie mit all Ihren Kontaktdaten in der Adressdatenbank von Plaxo landen, sondern ihr Kollege oder Geschäftspartner, der Sie als Kontakt in Outlook führt und anschließend Plaxo mit der Verwaltung betraut.

Was ist eigentlich ein Veröffentlichungstermin? Wohl mehr aus der Not heraus als aus marketingstrategischen Überlegungen hat Microsoft soeben sein neues, lange erwartetes und noch länger angekündigtes Betriebssystem Vista „ausgelassen“. Man muss es so nennen, denn ohne viel Trara steht das System seit dem Wochenende den MSDN-Abonnenten in der englischen Fassung zum Download zur Verfügung. Die deutsche Version dürfte mit geringer Verzögerung folgen. Damit ist eine wohl länger anhaltende Veröffentlichungsperiode eröffnet, die sich dann wohl bis zum 30. Januar hinziehen wird – dem derzeit offiziellen Starttermin für Vista auf PCs und DVDs.

„Unsere Gegner sind Lehrer, die uns nichts kosten.“ Ferdinand Vicomte de Lesseps (Ingenieur und Minister; Frankreich, 1805 – […]


Angesichts überquellender Postfächer und florierendem Web-Kommerz wird es auch für erfahrene Anwender immer schwieriger, Gut und Böse im Internet zu unterscheiden. Indiz Nummer 1 für manipulative Mails sind beispielsweise Links, die vertrauensvoll aussehen (z.B. www.ebay.de/angebot/xyz…), aber in Wirklichkeit eine bösartige URL maskieren, die sich dahinter verbirgt. Neuere Mailprogramme wie Outlook 2003 helfen bei der Aufklärung solcher Tricks, indem man beim drüberfahren mit dem Mauszeiger die tatsächliche URL angezeigt bekommt.

Bitter wird es aber dann, wenn auch seriöse Anbieter – aus Leichtsinn oder Fahrlässigkeit – Mails mit maskierten URLs versenden – so wie neulich der Softwarehersteller Laplink (Siehe Bild oben). Was bitteschön soll man von folgender Mail halten, die beginnt mit „Das ist keine Werbeaktion… Sie müssen diese URL besuchen, um anzugeben, welche Mitteilungen Sie erhalten wollen…“? Klingt eingentlich genauso wie: „Für Wartungszwecke benötigen wir Ihre PIN und zehn gültige TANs“.

Ein befreundeter Anwalt hat mit gestern erläutert, wie das Geschäftsmodell mit Abmahnungen funktioniert – und wo seine Grenzen liegen. Von regelrechten Abmahnwellen – insbesondere im Zusammenhang mit Formfehlern auf Webseiten – hat man ja in den letzten Jahren immer wieder gehört, und nicht selten steckt dahinter eine reine Geldschneiderei. Aus Sicht von Juristen stellt das Abmahnen in großem Stil eine lukrative Einnahmequelle dar, der Schuss kann aber auch richtig nach hinten losgehen.