Abmahnungen: Tipp gegen ein zwielichtiges Geschäftsmodell

Ein befreundeter Anwalt hat mit gestern erläutert, wie das Geschäftsmodell mit Abmahnungen funktioniert – und wo seine Grenzen liegen. Von regelrechten Abmahnwellen – insbesondere im Zusammenhang mit Formfehlern auf Webseiten – hat man ja in den letzten Jahren immer wieder gehört, und nicht selten steckt dahinter eine reine Geldschneiderei. Aus Sicht von Juristen stellt das Abmahnen in großem Stil eine lukrative Einnahmequelle dar, der Schuss kann aber auch richtig nach hinten losgehen.

Die geschäftliche Kalkulation einer Abmahnaktion funktioniert im Prinzip so: Basierend auf statistischen Erfahrungswerten zahlt ca. ein Drittel der Abgemahnten ohne weitere Nachfrage oder Protest den geforderten Betrag, ungefähr ein weiteres Drittel reagiert überhaupt nicht. Als geschäftliches Risiko gilt nun der verbleibende Rest: Falls überdurchschnittlich viele Abgemahnte mit massiver juristischer Gegenwehr reagieren, steigt der Aufwand für den Abmahnenden derart an, dass die Marge zusammenbricht – unter Umständen entwickelt sich das Ganze sogar zum Verlustgeschäft.

Für Betroffene von Abmahnaktionen ist das eine interessante Information: Je mehr Leidensgenossen man zusammentrommeln kann, die sich wehren, desto stärker bringt man den Abmahnenden in Bedrängnis. Seine Kosten treibt man damit zumindest ordendlich in die Höhe.

Kommentare sind geschlossen.