Monthly Archive for Februar, 2007

Open Source: Das Bananenprinzip neu definiert

Nach dem Vorbild aus dem Obsthandel lautet das altbekannte Bananenprizip in der Softwareindustrie: Die halbfertige Ware so schnell wie möglich ausliefern, das Produkt reift mit nachträglichen Updates beim Kunden. Nun haben sich die Optimisten mit dem Aufkommen des Open-Source-Entwicklungsmodells erhofft, dass quelloffene Software und eine engagierte Community drumherum dafür sorgen, dass Software zukünftig weniger Fehler hat – und wenn welche gefunden werden, kann sie sofort jemand ausmerzen.

Mittlerweile haben jedoch auch andere die Vorteile dieses Prinzips für sich erkannt – von zynischen Geschäftemachern bis zu naiven IT-Herstellern nutzen mittlerweile viele das positive Open-Source-Image als Marketinghilfe.
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Podcast und Web-Videos: Die Mediensteinzeit lässt grüßen

Es gibt Steinzeittechnologien, die es – verkleidet in trendigem Outfit – wieder zu einer großen medialen Inszenierung bringen. Die an allen Ecken im Web sprießenden Podcasts beispielsweise sind so ein Fall. Schon aus technischer Sicht sind sie eine Banalität: Simple Audiodateien, die per Mausklick auf den PC heruntergeladen und angehört werden können. Sowas hatte ich schon 1994 auf meiner ersten handgestrickten Website im Angebot. Durch wirklich raffiniertes Trittbrettmarketing – man entlehnte die Vorsilbe dem hippen i“Pod“-Kult – wurde daraus im Handumdrehen Web-2.0-Radio.

Und noch was wichtiges hab ich daran auszusetzen:
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Tod in der Kiesgrube

Eine wahre Geschiche, die mir kürzlich zugetragen wurde:
Eine ältere Wirtin in einer ländlichen Gegend in Oberbayern, ihrem gesundheitlich angeschlagenen Mann hatte sie – wie erzählt wurde – phasenweise nicht einmal genügend zum Essen gegeben.
Eines Tages kommt der Postbote in die Wirtschaft und erzählt, dass sie in der Kiesgrube einen Toten gefunden haben. Draufhin die Wirtin lapidar: „Übrigens, meinen Mann hab ich auch schon zwei Tage nicht mehr gesehen.“
Wie sich kurz darauf herausstellte, handelte es sich bei dem Toten um den Ehemann der Wirtin – er hatte sich das Leben genommen.

„König Leser”: Schreiben kann jeder – aber liest das wer?

Bei der Frage nach seiner besonderen berufliche Qualifikation gerät man als Journalist des öfteren in eine eigenartige Rechfertigungssituation: Schreiben könne in alfabetisierten Kulturen doch jeder und Aufsätze verfasse man schließlich schon in der Grundschule. Nicht zuletzt deshalb fühlen sich viele Zeitgenossen zum Autor oder (Leser‑)Reporter berufen.

In fachjournalistischen Disziplinen wie dem IT-Journalismus kommt noch ein anderer Aspekt zum Tragen: Journalisten sind meist keine ausgebildeten Techniker und daher sind sie in der Regel auf fachkundige Informanten wie Informatiker, Analysten oder IT-Manager angewiesen. Da drängt sich – zunehmend auch in Redaktionen mit schrumpfendem Budget – die Frage auf, warum nicht gleich die Techniker selbst in die Tasten hauen und den Fachjournalismus selber in die Hand nehmen sollten?
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