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Open Source: Das Bananenprinzip neu definiert

Nach dem Vorbild aus dem Obsthandel lautet das altbekannte Bananenprizip in der Softwareindustrie: Die halbfertige Ware so schnell wie möglich ausliefern, das Produkt reift mit nachträglichen Updates beim Kunden. Nun haben sich die Optimisten mit dem Aufkommen des Open-Source-Entwicklungsmodells erhofft, dass quelloffene Software und eine engagierte Community drumherum dafür sorgen, dass Software zukünftig weniger Fehler hat – und wenn welche gefunden werden, kann sie sofort jemand ausmerzen.

Mittlerweile haben jedoch auch andere die Vorteile dieses Prinzips für sich erkannt – von zynischen Geschäftemachern bis zu naiven IT-Herstellern nutzen mittlerweile viele das positive Open-Source-Image als Marketinghilfe.

Podcast und Web-Videos: Die Mediensteinzeit lässt grüßen

Es gibt Steinzeittechnologien, die es – verkleidet in trendigem Outfit – wieder zu einer großen medialen Inszenierung bringen. Die an allen Ecken im Web sprießenden Podcasts beispielsweise sind so ein Fall. Schon aus technischer Sicht sind sie eine Banalität: Simple Audiodateien, die per Mausklick auf den PC heruntergeladen und angehört werden können. Sowas hatte ich schon 1994 auf meiner ersten handgestrickten Website im Angebot. Durch wirklich raffiniertes Trittbrettmarketing – man entlehnte die Vorsilbe dem hippen i“Pod“-Kult – wurde daraus im Handumdrehen Web-2.0-Radio.

Und noch was wichtiges hab ich daran auszusetzen:

„König Leser”: Schreiben kann jeder – aber liest das wer?

Bei der Frage nach seiner besonderen berufliche Qualifikation gerät man als Journalist des öfteren in eine eigenartige Rechfertigungssituation: Schreiben könne in alfabetisierten Kulturen doch jeder und Aufsätze verfasse man schließlich schon in der Grundschule. Nicht zuletzt deshalb fühlen sich viele Zeitgenossen zum Autor oder (Leser-)Reporter berufen.

In fachjournalistischen Disziplinen wie dem IT-Journalismus kommt noch ein anderer Aspekt zum Tragen: Journalisten sind meist keine ausgebildeten Techniker und daher sind sie in der Regel auf fachkundige Informanten wie Informatiker, Analysten oder IT-Manager angewiesen. Da drängt sich – zunehmend auch in Redaktionen mit schrumpfendem Budget – die Frage auf, warum nicht gleich die Techniker selbst in die Tasten hauen und den Fachjournalismus selber in die Hand nehmen sollten?