Podcast und Web-Videos: Die Mediensteinzeit lässt grüßen

Es gibt Steinzeittechnologien, die es – verkleidet in trendigem Outfit – wieder zu einer großen medialen Inszenierung bringen. Die an allen Ecken im Web sprießenden Podcasts beispielsweise sind so ein Fall. Schon aus technischer Sicht sind sie eine Banalität: Simple Audiodateien, die per Mausklick auf den PC heruntergeladen und angehört werden können. Sowas hatte ich schon 1994 auf meiner ersten handgestrickten Website im Angebot. Durch wirklich raffiniertes Trittbrettmarketing – man entlehnte die Vorsilbe dem hippen i“Pod“-Kult – wurde daraus im Handumdrehen Web-2.0-Radio.

Und noch was wichtiges hab ich daran auszusetzen:

Fakt ist nämlich auch, dass es sich bei Audio- wie bei Video um sequenzielle Medienformate handelt. Das heißt, dass ich als Rezipient einen Podcast wie ein Video (und für Radio und TV gilt das natürlich auch) vom Anfang bis zum Ende verfolgen muss, um über den Inhalt im Bilde zu sein. Wenn sich nach 2 oder 5 Minuten herausstellt, dass das ganze keinen Erkenntnisgewinn brachte, war die Zeit verschwendet. Das Verhältnis zwischen dem Zeitaufwand und dem potenziellen Informationsgewinn ist bei solchen Medienangeboten daher in der Regel sehr schlecht.

Schriftliche Inhalte – ob gedruckt oder Online – sind diesbezüglich nach wie vor deutlich effizienter, weil ein wahlfreier Zugriff auf beliebige Inhalte möglich ist.

Kommentare sind geschlossen.