Wie wird man eigentlich Trendforscher?

Scott eVest: Genaugenommen ein alter HutIndem man zum Beispiel mit solchen flachen Phrasen um sich wirft?

Der tolle Effekt ist, dass in Media 3.0 das Involvement maximal ist. In Web 1.0 hatten wir es mit einer Lean-back-Situation zu tun…. (Danke, Jake.) 

Der Trendforscher Nils Müller liefert in diesem Interview auch noch ein paar andere Aussagen, die mich stutzig machen:

Gerät und Mensch werden immer stärker verschmelzen, Beispiel Wearable Computing, also Kleidungsstücke, in die Geräte zur Musikwiedergabe eingearbeitet sind.

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Weil nämlich zum Beispiel Nicholas Negroponte solche Prognosen schon vor zwölf Jahren in Wired veröffentlicht hat. Und entsprechende Klamotten gibts tatsächlich schon seit mindestens sechs Jahren zu kaufen.

Vom Trendforscher erwartet man, dass er Trends vorhersagt – und manch einer mag ja tatsächlich eine visionäre Gabe besitzen. Die weniger
„be-gabten“ arbeiten, wie Herr Müller, mit empirischen Methoden, wobei die Glaubwürdigkeit für den prognostischen Blick in die Zukunft deutlich ansteigt, wenn wenigstens der Blick in die Vergangenheit klar ist. Dieser Teil der Arbeit dürfte ja nicht so schwer sein. Über folgende Aussage wundere ich mich allerdings schon:

 In Web 1.0 war man Zuschauer, in Web 2.0 konnte man als Direktor bestimmen, was passieren soll – und in 3.0 ist man selbst der Darsteller in den virtuellen Welten, beispielsweise bei Second Life.

Vielleicht war ja Herr Müller Zuschauer, ansonsten haben die Deutschen ungefähr 1996 massenhaft damit begonnen, Homepages zu basteln, Foren einzurichten und sich im Usenet an hundertausenden von Debatten zu beteiligen. Wozu es im Web 2.0 einen Herrn Direktor brauchen soll, ist mir ebenfalls nicht klar und bei Second Life hoffe ich wie einige andere Zeitgenossen, dass dieser Hype so schnell wie möglich verfliegt.

Wie schmeckt eigentlich ein iPod, wie riecht Lufthansa?

Gut, diese Art von Fragen brennt mir auch schon seit längerem unter den Nägeln. Vielleicht kann sich Herr Müller ja hier mal nützlich machen.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Wearable Computing sind also Jacken mit iPod-Fernbedienung? Ach Gottchen… Dann setze ich doch lieber Trends, statt sie zu erforschen.

    Und OT: Frohe Ostern!