Apples iPhone: Ein Wunderhandy oder nur der neue Newton mit 40 Minuten Akkulaufzeit?

Wenn mir jemand erzählt, er könne ein 1-Liter-Auto bauen, bin ich zunächst eimal genauso skeptisch wie wenn mir jemand von einem neuen Multifunktionshandy/Smartphone erzählt, das alles besser können soll als die bisher am Markt verfügbaren Geräte und das vor allem und in erster Linie revolutionär sein soll. Über all die wundersamen Fähigkeiten, die Apples kommendem iPhone zugeschrieben wurden, bin ich bisher also recht erstaunt. Denn immerhin befasse ich mich seit sieben Jahren sehr intensiv mit PDAs und insbesondere mit Microsofts Pocket-PC-Plattform und habe hier die vielen Schwierigkeiten, Unzulänglichkeiten und Rückschläge miterlebt. Auch in dieser Branche kochen alle mit Wasser, und die entscheidende limitierenden Faktoren bei Handys und PDAs sind hinlänglich bekannt:

1. Ist das Display groß, dann ist das Gerät erstens unhandlich und braucht zweitens viel Strom.

2. Hohen Stromverbrauch kann man mit einem größeren Akku kompensieren, was aber das Gewicht massiv steigert.

3. Ein kleineres Display lässt sich nicht nur schwer ablesen, sondern behindert im Fall eines Touchscreen auch noch massiv die Bedienung und Eingabe mit dem Stift oder dem Finger.

4. Da das iPhone ausschließlich per Finger bedient werden soll, wird das iPhone eher groß sein und sich daher größen- und gewichtsmäßig auf jeden Fall am Limit bewegen.

Und tatsächlich bestätigen nun auch erste Berichte, dass sich auch Apple nicht den physikalischen Gesetzmäßigkeiten entziehen kann. Laut Gadget-Blog Gizmodo habe etwa ein Cingular-Mitarbeiter erzählt, dass die iPhone-Akkus bei Tests bereits nach 40 Minuten Betrieb leer seien.

Ein paar interessante Anmerkungen macht auch Jason Langridge, der bei Microsoft in die schwere, lange Jahre andauernde Geburt des Windows Mobile Smartphones involviert war. So weist er u.a. darauf hin, dass viele Anwender nicht mit einer Touchscreen-Bedienung klarkämen und stattdessen taktile Bedienknöpfe vorzögen. Bezeichnenderweise fällt die Boomphase von Windows-Mobile-Geräten wie MDA oder XDA mit der Renaissance der Tastaturgeräte zusammen (Blackberry, MDA Vario etc.)

Apple hingegen bringt nun nach dem (frühzeitig gescheiterten) Newton von 1993 erstmals wieder einen PDA auf den Markt – und wieder soll ein revolutionäres Touchscreen-Bedienkonzept den Erfolg bringen. Auch wenn der Vergleich hinken mag: Trotz des jahrelangen Hypes kräht kein Hahn mehr nach der von Apple eingeführten Handschrifterkennung, weil sie bis heute nicht wirklich gut funktioniert. Mal schaun, was aus dem Hype um die neue iPhone-Touchscreen-Bedienung wird…

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