Plaxo-Nachahmer Cardscan: Wann entschuldigt sich der CEO für die üblen Spam-Mails?

Cardscan macht auf Plaxo

Gerade habe ich wieder eine üble Spam-Mail vom Visitenkarten- und Adressverwaltungsanbieter Cardscan  (der nebenbei bekannt ist für die praktischen Visitenkartenscanner) erhalten. Die freche Behauptung des Plaxo-Nachahmers lautet darin, dass ich kürzlich eine Aktualisierung meiner Adressdaten in der Cardscan-Datenbank vorgenommen hätte.

Tatsache ist, dass ich weder der Aufnahme meiner Adresse in die Cardscan-Datenbank zugestimmt, noch in irgendeiner Form zu einem früheren Zeitpunkt mit Cardscan Kontakt aufgenommen habe. Wie kommt dann Cardscan an meine Daten? Weil ein mir nicht persönlich bekannter Herr meine Adressdaten in seinen Outlook-Kontakten führt und diese wiederum komplett dem „praktischen“ Aktualisierungsdienst von Cardscan zur Pflege übergeben hat.

So einfach geht das nämlich mit dem „Adressensammeln 2.0″ als Geschäftsmodell: Mach einen Dienst wie Plaxo oder Cardscan auf, locke die Anwender mit dem Versprechen, alle Outlook-Kontaktdaten permanent auf dem aktuellen Stand zu halten und Du wirst überschüttet mit Adressdateien von hunderten Millionen nichtsahnender Menschen. Und denen schickt man dann hinterher Spam-Mails, in denen man sie um die Bestätigung der Daten bittet.

Plaxo hat zwar bis heute seine Praxis nicht eingestellt, aber immerhin mit dem Versenden von unerwünschten Bestätigungs- und Aktualisierungsmails aufgehört, nachdem es massisve öffentliche Kritik hagelte. Und dann hat sich der Firmenchef sogar öffentlich für die zuvor bestrittene Spam-Praxis entschuldigt. Ich bin gespann, wie lange Cardscan dieses Spielchen noch weitertreibt und wann sich der CEO dann scheinheilig für die Spam-Mails entschuldigen wird. Wahrscheinlich erst dann, wenn man ein paar hundert Millionen Adressen eingesammelt hat, die man dann gewinnbringend vermarkten kann.

Plaxo ist übrigens nach der scharfen Kritik vor etwa zwei Jahren vorsichtiger geworden und veröffentlicht nun nicht mehr die Zahl der verwalteten Adressen – damals bezifferte man sie auf der „About“-Seite mit über einer Milliarde. Immerhin haben über 15 Millionen Nutzer ihre kompletten Adressverzeichnisse kostenlos an Plaxo übergeben. Traditionelle Adressenhändler wie Schober können von soviel „User-Generated“-Gratis-Content wohl nur träumen.

Hier die früheren Beiträge über Plaxo/Cardscan auf diesem Blog:
26.4.2006 – Plaxo-Entschuldigung – und morgen: “Sorry, wir haben eine Milliarde Adressen verkauft…” ?
24.4.2006 – Warum nicht mal wieder… Plaxo!?
24.11.2005 – Schon wieder Plaxo: Über eine Milliarde Adressen, aber keine Hintergedanken?
21.3.2005 – Aufgepasst, der Privacy-Offizier meldet sich!

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