Seitenaufbau Ost: Winfuture.de

Wahrscheinlich muss man aus dem Osten kommen, um mit derart unbeirrbarem Enthusiasmus und Durchhaltevermögen eine solche Website nach oben zu bringen. Wie mir Sebastian Kuhbach, Gründer und Chef von Winfuture.de und sein Redakteur Roland Quandt letzte Woche erzählten, wurde dieses IT-Portal rund um Microsoft-Themen vor sieben Jahren in Halle zunächst als Programmierprojekt gestartet. Mit einem Riesenaufwand zimmerten Sebastian und zwei weiter Entwickler erst einmal ein komplett neues Content-Managementsystem, bevor der erste Artikel online gehen konnte. Jeder andere Websitebetreiber oder Verleger würde ein solches Vorhaben wohl als verrückt abkanzeln und stattdessen auf ein fertiges CMS zurückgreifen.

Bald danach zog das Projekt nach Berlin Mitte um, und über die Jahre ist das feste Team auf mittlerweile sieben Mann plus etlichen freien Mitarbeitern angewachsen. Bis heute gehört neben der journalistischen Arbeit das permanente Schrauben und Umschreiben des CMS zur Alltagsbeschäftigung. Natürlich integrieren die Jungs ständig neueste Web-Features, und am Beispiel ihrer Videos erkennt man ihre besondere Philosophie: Youtube, Sevenload oder anderer verfügbare Lösungen erfüllten weder die Funktions- und Performance-Erwartungen, noch wollte man sich auf Kompromisslösungen von Fremdanbietern verlassen. Stattdessen engagierte man „den Flash-Programmierer vom Nachbarbüro“, der ihnen eine Youtube-ähnliche, aber eigenständige Lösung mit Winfuture-Branding strickte. Andere Onlinepublikationen dilettieren im Vergleich dazu bis heute mit sperrigen, unattraktiven Multimediazusätzen. Einzig beim Forum setzt man auf eine bewährte externe Open-Source-Lösung, weil sonst der Aufwand ins unermessliche gestiegen wäre.

Lat Sebastian erreicht Winfuture mittlerweile beachtliche Zugriffszahlen, wächst rasant und fährt ordentliche Werbeumsätze über Google Ads und einen Onlinevermarkter ein. Respekt, Jungs, und macht weiter so. Mit Euer Arbeitsauffssung und Begeisterung seid ihr eine Bereicherung für diese bisweilen etwas dröge und krisenfrustrierte Branche. Ausserdem würde ich Berlinerisch und Sächsisch nun gerne etwas öfter hören in diesem Metier. 🙂