Monthly Archive for Juni, 2007

Der Streik zeigt: Es geht auch ohne Telekom

Ich zähle zu jenen Telekom-Kunden, die vom Streik der letzen Wochen ziemlich hart getroffen wurden: Seit meinem Büroumzug vor etwa zwei Wochen sitze ich kommunikationsmäßig auf dem Trockenen, weder führte der „rosa Riese“ den beauftragten Telefonneuanschluss inklusive Nummernumzug durch, noch wurde ein DSL-Anschluss eingerichtet. Früher hätte eine solche Situation für einen Journalisten eine mittleres Katastrophe bedeutet.

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PR-Coup nach Google-Art – dann klappt’s auch mit der Zensur

Dass Googles Erfolg maßgeblich auf anhaltend raffinierten PR‑ und Marketingaktivitäten beruht, lässt sich an der aktuellen Kampagne gegen die Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations‑ und Internetverkehrs wieder einmal wunderbar besichtigen. Der Aufhänger ist geschickt gewählt, nachdem in letzter Zeit viel Negatives über die Datensammelwut von Google berichetet wurde. Nun geht das Unternehmen in die Gegenoffensive und greift dabei ein Thema auf, das in Deutschland kontrovers diskutiert wird und stilisiert sich dabei geschickt als Opfer innenpolitscher Sicherheitsmaßnahmen. Man droht mit nichts geringerem als der Schließung des populären E-Mail-Dienstes Gmail/Google, falls die Bundesregierung nicht von ihren „bösen“ Absichten zur E-Mail‑Überwachung lassen sollte.

So kann man Guerrilla-PR also auch aufziehen: Man nimmt die nicht zu vernachlässignede Masse der Gmail-Nutzer als Geiseln, droht der Regierung mit deren (E-Mail‑)Liquidierung und konstruiert den Sachverhalt auf Anhieb so, dass sich die bedrohten User gleich auch noch mit der Sache der Geiselnehmer identifizieren.

Florian Rötzer hat aus diesem Anlass auf Telepolis mal wieder rekapituliert, welchen Dreck Google eigentlich so alles in Sachen Meinungsfreiheit und Datenschutz am Stecken hat und stellt dabei unter anderem fest, dass sich der Suchmaschinenkonzern nicht nur in China dem Regime andient, sondern auch in Deutschland fleißig zensiert.

Apple, wer einmal lügt…

Apple genießt nicht allein wegen seines verhältnimäßig kleinen Marktanteils seit jeher einen gewissen Artenschutz in der Öffentlichkeit. Auf der gerade stattfindenden Entwicklerkonferenz WWDC scheint Steve Jobs nun aber mit seinen großen Sprüchen und dem elenden Gehype endgültig den Boden der Realtiät verlassen zu haben und erntet dafür auf breiter Front ein bis dato nie da gewesenes, kritisches Medienecho.

Zunächst einmal nahmen etliche IT-Profis den angeblich sichersten und schnellsten Browser für Windows, Safari, unter die Lupe und widerlegten die Lobeshymnen innerhalb küzester Zeit als hohles Geschwätz (z.B. hier bei Golem).

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Getreideverknappung: Biosprit, der neue Hunger

Laut einem Bericht im heutigen Handelsblatt sind bereits jetzt weltweite Engpässe bei der Getreideversorgung zu verzeichnen, weil ein wachsender Anteil der Ernten in die Biosprit-Produktion (Ethanol) geht. Während sich die gebeutelten Landwirte zunehmend auf diese neue, lukrative Einnahmequelle ausrichten, keimen schon die ersten Proteste wegen überteuerter Lebensmittel auf – so etwa in Mexiko, wo sich die Maispreise verdoppelt haben. Zwar beschwichtigt Wolfgang Demel, Chef des größten deutschen Agrarhändlers Baywa, gegenüber dem Handelsblatt Befürchtungen, dass auch in Europa das Grundnahrungsmittel knapp werden könnte, aber er spricht einschränkend von den „kommenden Jahren“.

Mir gegenüber hat ein Kenner des Nahrungsmittelmarktes allerdings kürzlich eine düsterere Prognose geschildert: So stellten sich etwa die großen Getreidemühlen schon jetzt auf die zunehmende Verknappung ein und hätten schon Konzepte für die Krise in der Schublade. Zu den erwarteten Szenarien zähle beispielsweise, dass Mühlen in etwa zehn Jahren nur noch ihre Stammkunden mit ausreichend Mehl versorgen können, der Rest der Abnehmer (Bäckereien etc.) werde leer ausgehen.

Griaß Gott in da boarischn Wikipedia!

Iaz woas i, dass mei Dialekt „Westmittelboarisch“ is. :-)

Super! Die offizielle Wikipedia-Filiale auf bayrisch – für alle, die sie wie ich bisher noch nicht kannten. Bis heute gibt es ja keine einheitliche Verschriftlichung der bayrischen Sprache, vielleicht ändert sich das ja mit Wikipedia. Elegant gelöst wurde auch das Problem mit den vielen unterschiedlichen bayrischen Dialektvarianten: Jeder Autor gibt im Artikelkopf seine Dialektvariante an.

(via Thomas)

Sabotieren die Webzwonull-Blogger den Qualitätsjournalismus?

Die Opposition zwischen den Bloggern auf der einen (guten) Seite und den traditionellen (überkommenen) Journalisten und Medien auf der anderen Seite wird ja in manchen Blog-Debatten arg aufgebauscht. Nun liefert dazu die „Gegenseite“ wieder einmal eine Steilvorlage. So erklärte kein geringerer als der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV),  Helmut Heinen, auf dem evangelischen Kirchentag in Köln:

Web 2.0-Inhalte sind kein Journalismus

Des weiteren sagte er:

„Der Begriff vom Bürgerjournalismus ist Etikettenschwindel„. Relevante Inhalte zu generieren, strukturieren, aufbereiten und die Debatten in den verschiedenen Lebensbereichen zu moderieren, das sei ein kompliziertes Handwerk, welches nur „von talentierten und gut ausgebildeten Journalisten“ erledigt werden könne.

Ich geb ihm ja in einigen Punkten Recht, aber so pauschalisierend wie er sich hier äussert erweckt er den Eindruck, sich die aktuellen Entwicklungen nicht genau angesehen zu haben oder aber aus (Verbands‑)politischen Motiven bewusst zu polarisieren. Gut, dass ich Journalist und Blogger bin…

(mehr auf CIO-Weblog)
 

iPhone: Die „Gottmaschine“ macht seinen Machern Angst

iPhoneMarketingmäßig ist für Apple wie immer alles im grünen Bereich: Der Erscheinungstermin des iPhone (ja, 29.6.) wird gerade über alle Kanäle rausposaunt und zeitgleich wurden drei sehr schöne gemachte Werbe-Videos über das Produkt veröffentlicht. Doch offenbar kriegen ob des enormen Hypes mittlerweile jene Leute kalte Füsse, denen man die Geräte im Falle enttäuschter Erwartungen hinterher tausenfach um die Ohren hauen wird. So berichtet John Markoff in der New York Times, dass einige Apple-Manager hinter vorgehaltener Hand die Sorge geäussert hätten, die erste Käufergeneration könnte von dem Multifunktionshandy (“the God machine”) enttäuscht sein. (via fscklog)

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