Getreideverknappung: Biosprit, der neue Hunger

Laut einem Bericht im heutigen Handelsblatt sind bereits jetzt weltweite Engpässe bei der Getreideversorgung zu verzeichnen, weil ein wachsender Anteil der Ernten in die Biosprit-Produktion (Ethanol) geht. Während sich die gebeutelten Landwirte zunehmend auf diese neue, lukrative Einnahmequelle ausrichten, keimen schon die ersten Proteste wegen überteuerter Lebensmittel auf – so etwa in Mexiko, wo sich die Maispreise verdoppelt haben. Zwar beschwichtigt Wolfgang Demel, Chef des größten deutschen Agrarhändlers Baywa, gegenüber dem Handelsblatt Befürchtungen, dass auch in Europa das Grundnahrungsmittel knapp werden könnte, aber er spricht einschränkend von den „kommenden Jahren“.

Mir gegenüber hat ein Kenner des Nahrungsmittelmarktes allerdings kürzlich eine düsterere Prognose geschildert: So stellten sich etwa die großen Getreidemühlen schon jetzt auf die zunehmende Verknappung ein und hätten schon Konzepte für die Krise in der Schublade. Zu den erwarteten Szenarien zähle beispielsweise, dass Mühlen in etwa zehn Jahren nur noch ihre Stammkunden mit ausreichend Mehl versorgen können, der Rest der Abnehmer (Bäckereien etc.) werde leer ausgehen.

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