PR-Coup nach Google-Art – dann klappt’s auch mit der Zensur

Dass Googles Erfolg maßgeblich auf anhaltend raffinierten PR- und Marketingaktivitäten beruht, lässt sich an der aktuellen Kampagne gegen die Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations- und Internetverkehrs wieder einmal wunderbar besichtigen. Der Aufhänger ist geschickt gewählt, nachdem in letzter Zeit viel Negatives über die Datensammelwut von Google berichetet wurde. Nun geht das Unternehmen in die Gegenoffensive und greift dabei ein Thema auf, das in Deutschland kontrovers diskutiert wird und stilisiert sich dabei geschickt als Opfer innenpolitscher Sicherheitsmaßnahmen. Man droht mit nichts geringerem als der Schließung des populären E-Mail-Dienstes Gmail/Google, falls die Bundesregierung nicht von ihren „bösen“ Absichten zur E-Mail-Überwachung lassen sollte.

So kann man Guerrilla-PR also auch aufziehen: Man nimmt die nicht zu vernachlässignede Masse der Gmail-Nutzer als Geiseln, droht der Regierung mit deren (E-Mail-)Liquidierung und konstruiert den Sachverhalt auf Anhieb so, dass sich die bedrohten User gleich auch noch mit der Sache der Geiselnehmer identifizieren.

Florian Rötzer hat aus diesem Anlass auf Telepolis mal wieder rekapituliert, welchen Dreck Google eigentlich so alles in Sachen Meinungsfreiheit und Datenschutz am Stecken hat und stellt dabei unter anderem fest, dass sich der Suchmaschinenkonzern nicht nur in China dem Regime andient, sondern auch in Deutschland fleißig zensiert.

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