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Nur eine kopierte Nachricht ist eine gute Nachricht

Damals, während des Web-1.0-Booms, war ich auch mal beim Aufbau eines News-orientierten Online-Auftritts dabei und wir haben natürlich alles mögliche zusammengeklaubt und die damals neue Unsitte des Abschmierens belangloser Meldungen von allen Anderen praktiziert. Irgendwie war das auch eine neue, experimentelle, radikalisierte Form von Journalismus des Nachrichtenumschlags, die sich quasi zwangsläufig aus den Möglichkeiten des Web ergab.

Mittlerweile scheint sich daraus ein journalistisches Raubrittertum entwickelt zu haben, das offenbar keiner mehr kontrollieren kann oder will, wie am Wochenende mal wieder ein Freund und Kollege bestätigte. Er zählt zu jener Kategorie von Fachjournalisten, die noch viel herum kommen und Kontakte pflegen und daher reisst er auch immer wieder exklusive, originelle Geschichten auf, über die hinterher auch andere gerne berichten.

IT im (SZ-)Feuilleton: Die Maus ist böse

Einige deutsche Intellektuelle haben durchaus schon in den 90er Jahren die unaufhaltsam heranwalzende Kulturrevolution der Informationstechnologie erkannt. In den Feuilletons gaben aber dennoch jene Kulturpessimisten den Ton an, die die Beherrschung polemischer Stilformen dem Aneignen von IT-Kenntnissen vorzogen. Wer sich auf den Stand der Debatten bringen wollte, las denn auch besser die amerikanischen Hurraschreier von Wired als die deutschen Miesepeter – erstere besaßen wenigstens das nötige Grundwissen.

Dass sich daran nicht viel geändert hat, konnte man gestern wieder im Feuilleton der Süddeutschen nachlesen (hier zum kostenpflichgtigen Download ).

Eltern.de und der User als dümmste anzunehmende Content-Melkkuh

Wenn man sich mit den Umwälzungen in der Medienbranche und den Ursachen der Verlagskrise befasst, lohnt sich ein Blick auf die alte Branchenordnung, die im Wesentlichen auf einer fruchtbaren und recht exklusiven Symbiose aus Verlegern und Journalisten basierte. Die Abwanderung der Konsumenten und auch Produzenten ins Internet und die damit bröckelnden Werbeeinnahmen zwingt die Verlage nun zum Handeln – und einige stellen dabei den Journalisten als Inhaltslieferanten komplett in Frage.