Web-2.0 braucht die Rich-Client-Krücke

Schon zu Web-1.0-Zeiten kursierte jene marketing-befeuerte Heilslehre, die den Web-Browser als einzig wahre und gute Anwendungsplattform proklamierte. Das Schöne zumindest blieb stets dem Rich-Client-Modell vorbehalten, und trotz des enormen Hypes hat die am Client installierte Software bis heute ihren festen Platz behauptet. Nun aber soll Web-2.0 den schlanken, ortsunabhängigen Clients endlich zum Durchbruch verhelfen.

Die Fortschritte auf diesem Gebiet sind unbestreitbar, wie man an Browser-Anwendungen wie Google Docs oder Virtual Earth sieht, aber Tom Yager hat mal wieder rekapituliert, welche konzeptionellen Schwächen das Web-2.0-AJAX-Paradigma nach wie vor mit sich rumschleppt:

You should be able to take even a relatively demanding application – say, a unified messaging client – and run it on anything with a browser. But you can’t. Once you try to tackle something like that with AJAX, you quickly discover why Adobe Flash still exists, and why we’re lucky that Adobe is advancing it just in time to bridge the gap between Web 2.0 pipe dreams and wimpy browser reality.

Nebenbei bemerkt hat mir erst letzte Woche der Geschäftsführer eines IT-Dienstleisters dazu gesagt, dass in Kundenprojekten zwar aus Verteilungs- und Wartungsgründen Browser-Clients natürlich sehr gefragt seien. Sobald aber mehr Bedienkomfort und Funktionalität auf der Anwendungsoberfläche benötigt werde, geben die Kunden den Rich-Client-Lösungsvarianten den Vorzug.

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