Grünes Rechenzentrum: Den Server-Treibstoff liefert der Bauer von hier nebenan

Montage der Brennstoffzelle für T-SystemsMit einigen anderen Kollegen war ich heute vormittag vor Ort am Münchner Rechenzentrum von T-Systems, wo der Startschuss für ein interessantes Öko-Pilotprojekt fiel: Erstmals wird ein Rechenzentrum teilweise mit Strom aus einer Brennstoffzelle betrieben. Den Treibstoff dazu liefert ein Bauer, der quasi hier nebenan in meinem Landkreis sitzt. In dessen Biogasanlage wird zunächst aus Futtermais Methangas erzeugt, welches per Pipeline in den Euro-Industriepark gepumpt wird. Erst dort wird – aus Sicherheitsgründen – der für die Brennstoffzelle benötigte Wasserstoff abgespalten, um dann in der von MTU gebauten, 8x3x2 Meter großen Brennstoffzelle Strom zu erzeugen. Die Anlage liefert 250 Kilowatt Leistung, wobei neben dem Strom auch die 400 Grad heiße Abwärme genutzt wird: Per klassischer Kältemaschine wird damit die RZ-Klimaanlage unterstützt. Der Wirkungsgrad der gesamten Anlage liegt bei circa 90 Prozent.

Noch ist die Anlage ein Tropfen auf den heißen Stein, denn dieses größte Rechenzentrum von T-Systems zieht bei Vollast 10 Megawatt – es wären also 40 solcher Brennstoffzellen notwendig. Ausserdem ist das ganze zunächst einmal als Dauertest gedacht, da nach Angabe von T-Systems erst einmal die Zuverlässigkeit im Alltagsbetrieb unter Beweis gestellt werden muss. Aber es ist ein aus meiner Sicht lobenswerter erster Schritt, um neue Wege bei der alternativen Energiegewinnung zu beschreiten.

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