Aufblasen, bis die Dampfleitung platzt

Ich kann mich an die Erzählungen eines Freundes erinnern, der früher mal in New York lebte, und von gelgentlichen Dampfexplosionen und fliegenden Kanaldeckeln berichtete. Und zwar im Stil von: sowas passiert dort halt manchmal und ist für die New-Yorker kein Grund zur Aufregung.

Nachdem nun die deutschen Medien kürzlich von der Horrorexplosion berichteten, die angeblich so viele Leute im ersten Moment an 9/11 erinnert haben soll und ich daraufhin von einer ganz besonders schlimmen Variante eines mir an sich geläufigen Phänomens glaubte, fand ich nun bei Thomas Knüwer eine interessante Aufklärung des Spektakels: Demnach wurde das Thema von DPA, die nicht vor Ort waren, gehörig aufgeblasen, um die Story besser verkaufen zu können. Knüwers Fazit: „Und deshalb mutieren viele Berufskollegen zu Boulevardjournalisten. Sie wollen verkaufen und dabei geht es nur noch mit Einschränkung darum, ob es eine gute Geschichte ist und eine wahre. So mancher verkauft dabei noch etwas – seinen Berufsethos.“

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