Monthly Archive for August, 2007

Die GEZ nimmt’s ganz genau

Es geht wieder um die Meinungsfreiheit, bzw. die Verteidigung derselben, darum sei hier folgendes abgeschrieben:

GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-gebührenfrei, GEZ-Rundfunkgebühr, PC‑“Wegelagerei-Gebühr“ der GEZ, GEZ-Gebührenfahnder, GEZ-Fahnder, GEZ-Zwangsanmeldung, GEZ-Anmeldung, GEZ-Abmeldung, GEZ-Anschreiben, GEZ-Brief, GEZ-Briefserien, GEZ-Gebührenbescheid,GEZ-Widerspruchsbescheid,GEZ-Antwortbogen, GEZ-Fälle, GEZ-Verweigerer, GEZ-Kaspar-Hausers, GEZ-Realitätsferne, GEZ-Grundgesetzverneiner, GEZ-Meinungsfreiheitsbekämpfer, GEZ-Regime, Geldeintreiber der öffentlich-rechtlich subventionierten Privatsender, Medienstalinisten von der GEZ.

Mal schaun, ob eine Abmahnung kommt, wie sie akademie.de erhalten hat.

Übrigens hat mir vor Jahren mal ein GEZ-Gebühreneintreiber erzählt, dass es für die GEZ No-Go-Areas gibt, in denen man wegen einer eventuell renitenten bis schwierigen Klientel auf die „beliebten“ Hausbesuche verzichte. Auch eine Möglichkeit, sich die Gebühren zu sparen.

PR‑ oder Redaktions-GAU

Peinlich, peinlich: Die PR-Berater des Finanzinvestors Rubenstein (Carlyle-Group) versprechen gleich sechs großen Zeitungen (FAZ, SZ, Welt, FDT, Handelsblatt und Börsenzeitung) ein „EXKLUSIVES“ Interview. Jede der Redaktionen lässt sich darauf ein, und zur Überraschung aller bringen die jeweils fünf Konkurrenzblätter am Mittwoch auf ihren Titelseiten die selbe Geschichte.

Was schlimmeres kann einem eigentlich als Redakteur nicht passieren, und darum wird Rubenstein/Carlyle in nächster Zeit wohl mit wenig wohlwollender Berichterstattung rechnen müssen. Entweder waren hier extreme PR-Dilettanten am Werk, oder aber, der Coup wird fürstlich honoriert und man geht auch noch davon aus, dass der amerikanische Auftraggeber nichts von beleidigten deutschen Redakteuren mitbekommt.

via Handelsblatt-Blogger Knüwer und Ziesemer

Wieder die SZ: Trash-News wg. Kosteneinsparungen

Andere Eltern beneiden mich darum, dass meine Kinder seit dem frühen Grundschulalter begeisterte (Zeitungs‑)Leser sind. Wenn ich allerdings den inhaltlichen Niedergang einer Zeitung wie der Süddeutschen betrachte, die gemeinhin für seriös und damit irgendwie auch jugendfrei gehalten wird, dann komme ich schon schwer ins Grübeln: „Frau zündet Penis von Ihrem Ex-Mann an“, prangt zum Beispiel heute auf der Panorama-Seite und nun soll es also gegebenenfalls meine Aufgabe sein, solche Ergüsse von Trash-Journalisten irgendwie den Kindern zu erklären?

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Schwob-Vaders Viral-Video: Ein Horror-Movie für Journalisten & Verleger?

Klar, ich fand den schwäbischen Darth Vader im folgenden Clip im ersten Moment witzig, fühlte mich aber zunächst nicht unmittelbar angesprochen von der Viral-Marketing-Thematik. Beim zweiten Hinhören musste ich jedoch stellvertretend für meine – im weitesten Sinne – Branchenkollegen dann doch schlucken.
Zitat: „Was sollen wir denn anderes machen als Print oder TV(-Werbung)?“
„Von Print‑ oder TV-Kampagne kann nicht die Rede sein – wir leben ja nicht im Mittelalter. … Unser gesamter Werbeetat geht ab sofort ins virale Marketing.“

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Manche nennen es Wirtschaftsimperialismus

SO EIN ZUFALL! Vorgestern habe ich noch kryptisch über die ungehinderte Betätigung von US-Strafverfolgern in Deutschland geschrieben (und es gab Gründe für diese verklausulierte Darstellung). Und heute befasst sich der Oberinvestigator der Süddeutschen, Hans Leyendecker, mit diesem Thema im  Aufmacher der Wochenendbeilage. Titel: „Was Manager fürchten sollten„. Dabei erwähnt er auch Details zu jenem Fall, der mir zu Ohren gekommen ist: Zwei von insgesamt vier inhaftierten Infineon-Topmanagern saßen in einem US-Gefängnis ein, ohne dass sie mit den Preisabsprachen zu tun hatten (“Bauernopfer“).

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Der US-Staatsanwalt würde alle E-Mail-Daten beschlagnahmen

Wenn US-amerikanische Staatsanwälte Ermittlungen gegen mehrere Weltmarktführer einer Technologiesparte wegen des Vorwurfs von Preisabsprachen aufgenommen hätten, dann hätte es offenbar zu den selbstverständlichen Aktivitäten dieser Staatsanwälte gezählt, unangemeldet in der deutschen Zentrale eines der Marktteilnehmer aufzulaufen und unter anderem den kompletten E-Mail-Verkehr der letzten Jahre zu beschlagnahmen (was würde wohl deutschen Staatsanwälten beim umgekehrten Versuch widerfahren?). Was drüben anschließend alles mit der eingesammelten Geschäftskorrespondenz passiert wäre, darüber ließe sich natürlich nur spekulieren – man würde aber sicherlich verantwortungsvoll mit den sensiblen bis hochbrisanten Daten umgehen. Dass nach Einigung und Strafzahlungen auch noch ein Bauernopfer aus dem hiesigen Topmanagement gefunden werden müsste, das dann rüberfliegen und ein paar Monate in einem – wie es hieße, wenigstens besseren, Knast – abzusitzen hätte: geschenkt. Solange der Rechtspflege gedient wäre.

Hätte und wäre, wie gesagt, denn in den Zeitungen war nichts darüber zu lesen …

Zeitungen definieren (noch) die Relevanz

Die SZ lästert mal wieder über die Irrelevanz der deutschen Bloggerszene (und veröffentlicht den Text gleich zweimal Online). An sich wäre das nichts neues, nur, dass dieses Mal Stefan Niggemeyer einen offenen Leserbrief an den Autor auf seinem Blog veröffentlicht. Zumindest in einer Hinsicht entpuppt sich das als interessantes Experiment: Während die SZ-Doppelveröffentlichung bisher nur 9 beziehungsweise 5 Kommentare auf sich ziehen kann, verbucht Niggemeyers Polemik bereits 101 Kommentare.

Ist die bedrohte Meinungsfreiheit im Internet den (alten) Medien wurscht?

Dass die Meinungsfreiheit nach wie vor den Status eines der höchsten Rechtsgüter in der freiheitlichen Gesellschaft genießt, liegt maßgeblich am unermüdlichen Einsatz der Medienschaffenden/Journalisten für dieses Grundrecht. Nachdem nun aber seit einiger Zeit Blogger und Forenbetreiber durch Gerichtsurteile und Abmahnungen in Bezug auf Haftung für Kommentare massiv unter Druck gesetzt wurden und Stefan Niggemeier aktuell gerade mit einem absurden Fall von Kommentarhaftung konfrontiert ist, stellt sich immer öfter die Frage, wie es um die einstige Solidarität der Journalisten in dieser Frage bestellt ist.

Timo Thalmann stellt dazu einige interessante (Verschwörungs?)-Überlegungen an, und wärmt damit auch wieder einmal die alte Rivalität zwischen den etablierten Medien und den Bloggern auf:

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Wikipedia-Scanner: Was Scientology, Wal-Mart, CIA und andere so reinschreiben

Während die Wikipedia von manchen Idealisten als die Einlösung kollektivistischer Träume betrachtet wird, haben viele andere die Macht des darin gespeicherten Wortes längst erkannt und füttern die Wikipedia gezielt mit eigenen Informationen. Nun liegt es meines Erachtens durchaus in der Natur der Sache, dass eine offene Enzyklopädie mit interessengeleiteten Inhalten gefüllt wird, (hier habe ich schon mal über PR-induzierte Texte in der Wikipedia geschrieben). Als problematisch betrache ich allerdings den Umstand, dass besonders bei weltanschaulich oder kommerziell relevanten Themen nicht nachvollziehbar ist, von welcher Seite die jeweiligen Informationen oder Modifikationen stammen.

Mit Herkunft-verschleiernden Korrekturen oder Manipulationen der Wikipedia könnte nun aber Schluss sein:

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Wikipedia-Sprachen: Deutsch an zweiter Stelle

Die Wikipedia gibt es mittlerweile in ca. 250 Sprachen, wobei natürlich die englische „Ur“-Wikipedia mit derzeit ca. 1,9 Millionen Artikeln den umfangreichsten Bestand aufweist. Welche Bedeutung haben aber die anderen Sprachversionen? Die deutsche Variante, die nur vier Monate nach dem Original im Mai 2001 startete, ist mit derzeit 616.000 Artikeln konstant an zweiter Stelle, gefolgt von der französischen (534.000), der polnischen (408.000) der japanischen (396.000), der italienischen (327.000) und der niederländischen (!) (322.000).

Eine ausführliche statistische Auswertung inklusive farblich dargestellter Wachstumsraten aller Sprachen gibt es hier, eine Zusammenfassung aller Wikipedia-Statistiken hier.

Unter den deutschen Dialekten sind die alemannische (Schweiz bis Schwaben, 3125 Artikel) und die niedersächsische (plattdeutsch, 10.335 Artikel) schon lange dabei und recht groß. Die bairische Wikipedia, die sehr viel später – im Mai 2006 – eröffnet wurde und derzeit 951 Artikel zählt, wächst zur Zeit überdurchschnittlich schnell.

Bluetooth 2.1 soll jetzt jeder kapieren

Wird jetzt doch noch alles gut? Dem Bluetooth-Industrieverband „Bluetooth SIG“ sind die Unzulänglichkeiten seines Standards offenbar zu Ohren gekommen, denn per Pressemitteilung hat er soeben auf meine Klagen reagiert die neue Bluetooth-Spezifikation „2.1+EDR“ bekanntgegeben und darin unter anderem eine einfache Handhabung versprochen. Während Heise, Golem und PCWelt.de die Meldung weitgehend unkommentiert durchreichten, zeigt sich der Windows-Mobile-Spezialist Ed Hansberry überrascht: „Wie kann man etwas vereinfachen, das eigentlich immer schon einfach sein sollte?“ Auch er hat übrigens die Funktechnik wegen diverser schlechter Erfahrungen längst abgeschrieben.

Bluetooth-Horror (Ⅱ)

Mir fehlen ja Zeit und Muße, um eine längst überfällige Anti-Bluetooth-Kampagne mit einem Titel wie „Bluetooth muss weg!“ ins Leben zu rufen, aber ich werde zukünftig in unregelmäßigen Abständen vom täglichen Anwender-Horror berichten.

Gerade habe ich wieder einen Freund auf seine Bluetooth-Erfahrungen angesprochen. Er ist ein typischer Durchschnittsanwender, der Technik als nützliche Hilfe im Geschäftsalltag betrachtet, die funktionieren muss. Und auch er hat erst kürzlich seine ersten bösen Lektionen mit der als universell und einfach gepriesenen Technik gelernt.

In seinem Fall sollte ein edles Nokia 8800 im neuen Auto von Chrysler eine drahtlose Telefonieanbindung liefern. Das tat es prinzipiell auch, aber die Gesprächspartner hatten einen derart unangenehmen Hall in der Leitung, dass er wieder auf den Festeinbau umgestiegen ist und auf weitere Bluetooth-Experimente verzichten wird.

Ich möchte es jetzt auch mal ausprobieren, das iPhone!

iphone Viel (kritisches) hab ich ja hier schon vom Stapel gelassen über das iPhone, aber bevor ich nochmal ein Wort darüber verliere, möchte ich es endlich einmal ausprobieren. Und darum bin ich jetzt auch wirklich neidisch auf die werten Kollegen von der Computerwoche, die offenbar gerade ein neues Spielzeug in der Redaktion herumreichen. Lex hatte heute die Gelegenheit, mit dem iPhone zu spielen und schildert seine (aufschlussreichen) ersten Eindrücke, und Thomas hatte schon zuvor vielversprechende Andeutungen gemacht. (Ich weiß schon, wer hier seine guten Beziehungen hat spielen lassen… :-))