Der US-Staatsanwalt würde alle E-Mail-Daten beschlagnahmen

Wenn US-amerikanische Staatsanwälte Ermittlungen gegen mehrere Weltmarktführer einer Technologiesparte wegen des Vorwurfs von Preisabsprachen aufgenommen hätten, dann hätte es offenbar zu den selbstverständlichen Aktivitäten dieser Staatsanwälte gezählt, unangemeldet in der deutschen Zentrale eines der Marktteilnehmer aufzulaufen und unter anderem den kompletten E-Mail-Verkehr der letzten Jahre zu beschlagnahmen (was würde wohl deutschen Staatsanwälten beim umgekehrten Versuch widerfahren?). Was drüben anschließend alles mit der eingesammelten Geschäftskorrespondenz passiert wäre, darüber ließe sich natürlich nur spekulieren – man würde aber sicherlich verantwortungsvoll mit den sensiblen bis hochbrisanten Daten umgehen. Dass nach Einigung und Strafzahlungen auch noch ein Bauernopfer aus dem hiesigen Topmanagement gefunden werden müsste, das dann rüberfliegen und ein paar Monate in einem – wie es hieße, wenigstens besseren, Knast – abzusitzen hätte: geschenkt. Solange der Rechtspflege gedient wäre.

Hätte und wäre, wie gesagt, denn in den Zeitungen war nichts darüber zu lesen …

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