Wie man Print-Perlen im Online-Nirvana verjubelt

Und dann versteckt die Süddeutsche auch noch regelmäßig ihre Perlen in ihrem undurchschaubaren Online-Dickicht: Gustav Seibt hat in der Montagausgabe in seinem „Nachruf auf die Privatsphäre“ (wie üblich) einige scharfsinnige Überlegungen zum allgemeinen Niedergang der Privatsphäre im Computerzeitalter angestellt (und dabei m.E. auch Denkanstöße wider einen vorschnellen Stasi-2.0-Aktivismus geliefert).

In den vergangenen Tagen habe ich mehrmals erfolglos versucht, diesen Beitrag in der Online-Ausgabe zu finden. Nun taucht der Artikel unter jetzt.de – jenem verkrampften Online-Reanimationsversuch der früheren Jugendmagazin-Beilage – doch noch auf. Was er da zu suchen hat, und warum er nicht – wenn es denn schon kein Online-Feuilleton gibt – in der „Kultur“-Rubrik zu finden ist, und warum man auf SZ-Online weder unter dem Begriff „Privatsphäre“ zum Ziel kommt noch überhaupt jemals was mit der SZ-Suchmaschine findet – ich will es eigentlich nicht mehr wissen. Dieser Verlag, der zum Verkauf ansteht, von der Printkrise wie alle gebeutelt ist und Online trotzdem seit Jahren nur Halbherziges zustandebringt, steckt offenbar in einer sehr, sehr tiefen Sinnkrise.