Internet-Graff-el – er produziert es selbst

Vielleicht wollte Bernd Graff, Ressortleiter und stellvertretender Chefredakteur bei der Süddeutschen, einfach nur seine These vom Internet als einer einzigen großen Müllhalde untermauern? Auffallend kurz nachdem er nämlich als Kämpfer für den gedruckten Qualitätsjournalismus ins Feld zog und in der SZ auf einer ganzen Seite das Internet als Hort der Ahnungslosen und Denunzianten diffamierten durfte, brilliert er nun selber mit kaum zu unterbietendem journalistischem Dilettantismus. So rollte er am 16.12. dem Betreiber von Internetvictims.de, Thomas Volkmer, den roten Teppich aus und ließ ihn im Interview zum Thema "Rufschädigung im Netz" (jaja, das Web ist böse…) zu Wort kommen. Doch eben dieser Volkmer fiel in der Vergangenheit weniger als Samariter, denn mit zwielichtigen Aktivitäten auf, wie nun Kollege Thomas Knüwer vom Handelsblatt herausfand. Da Graff offenkundig Anfänger in Sachen Internetrecherche ist, hat sich Knüwer nachträglich die Mühe gemacht, der Sache auf den Grund zu gehen und in einem ausführlichen Blogeintrag ein paar Fakten über Volkmer zusammenzutragen. Unter anderem schreibt er:

Allein schon das Eingeben von Internetvictims bei Google hätte Herrn Graff zu denken geben können. Denn nach der Seite selbst folgen als Suchtreffer Erklärungen von Menschen, die sich tatsächlich verleumdet fühlen, allerdings von den Internetvictims-Machern, oder ihre Zweifel an diesem Dienst haben.

Wenn das Web zu was taugt, dann auf jeden Fall zur gelegentlichen Qualitätskontrolle jener etablierten Medien, die sich bisher über allem erhaben wähnten. Es tun sich Abgründe auf …

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