"XP darf nicht sterben!" vs. "Hau wech den Scheiß!"

Als die Kollegen von Infoworld vorletzte Woche diese seltsame Kampagne zur Rettung von Windows XP gestartet haben, war ich ehrlich gesagt schon etwas irritiert: Was soll bitteschön dieses sentimentale Geflenne um ein Betriebssystem, mit dem ich vor ca. 7 Jahren (XP-Beta) täglich zu arbeiten begonnen hatte und das ich mittlerweile einfach nicht mehr sehen kann? Auch wenn es mal ein echter Meilenstein war. Dieses Kasperltheater erleben wir in einer Zeit, in der selbst die eher wertkonservativ gesinnten Linux-Kollegen im Wochenrhytmus dem neuesten Kernelrelease à la 2.6.4.9.0.8.15 hinterher hecheln.

Ich habe ja den Verdacht, dass jemand in der Redaktion auf Teufel komm raus eine "Verbraucherschutz"-Kampagne reiten möchte. Und bei so etwas zählen vor allem Getöse und Aufruhr, und weniger der Austausch von Argumenten. Diesen XP-Ludditen entgegnet nun J. Peter Bruzzese  – ebenfalls in Infoworld (!) – mit einer Lobeshymne auf Vista. Darin führt er einige gute und interessante Argumente ins Feld.

Er hat Recht: Niemand zwingt irgend jemanden zu irgendwas, und wem es nicht zu blöd ist, der darf sich auch heute und in zehn Jahren noch Windows 95 installieren. Und unter anderem weist hier einer einmal deutlich darauf hin, dass die Inkompatibilitäten von Vista weniger mit Bosheiten von Microsoft denn mit der Nachlässigkeit und Ignoranz mancher Entwickler und Softwarehersteller zu tun haben. Lesenswert!