"XP darf nicht sterben!" vs. "Hau wech den Scheiß!"

Als die Kollegen von Infoworld vorletzte Woche diese seltsame Kampagne zur Rettung von Windows XP gestartet haben, war ich ehrlich gesagt schon etwas irritiert: Was soll bitteschön dieses sentimentale Geflenne um ein Betriebssystem, mit dem ich vor ca. 7 Jahren (XP-Beta) täglich zu arbeiten begonnen hatte und das ich mittlerweile einfach nicht mehr sehen kann? Auch wenn es mal ein echter Meilenstein war. Dieses Kasperltheater erleben wir in einer Zeit, in der selbst die eher wertkonservativ gesinnten Linux-Kollegen im Wochenrhytmus dem neuesten Kernelrelease à la 2.6.4.9.0.8.15 hinterher hecheln.

Ich habe ja den Verdacht, dass jemand in der Redaktion auf Teufel komm raus eine "Verbraucherschutz"-Kampagne reiten möchte. Und bei so etwas zählen vor allem Getöse und Aufruhr, und weniger der Austausch von Argumenten. Diesen XP-Ludditen entgegnet nun J. Peter Bruzzese  – ebenfalls in Infoworld (!) – mit einer Lobeshymne auf Vista. Darin führt er einige gute und interessante Argumente ins Feld.

Er hat Recht: Niemand zwingt irgend jemanden zu irgendwas, und wem es nicht zu blöd ist, der darf sich auch heute und in zehn Jahren noch Windows 95 installieren. Und unter anderem weist hier einer einmal deutlich darauf hin, dass die Inkompatibilitäten von Vista weniger mit Bosheiten von Microsoft denn mit der Nachlässigkeit und Ignoranz mancher Entwickler und Softwarehersteller zu tun haben. Lesenswert!

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wenn ich Vista auf einem Servier mit Dual-Dualcore installieren will und die Installationsroutine schon am Onboard-Raidcontroller scheitert, habe ich eigentlich keine Lust mehr auf Vista. 2003-Server hat diese Probleme seltsamerweise nicht….
    Ich guck’s mir evtl. mal wieder an, wenn die ersten 2-3 ServicePacks in die Lande gezogen sind.

  2. Dein Problem scheint mir genau in die altbekannte Kategorie „mangelhafte Treiber“ zu gehören. Und den Schuh müssen sich die Hardwarehersteller anziehen, nicht Microsoft. Bill Gates hatte schon auf der Winhec 2005 (http://www.computerwoche.de/produkte_technik/hardware/556285/index.html), also vor knapp drei Jahren, deutlich auf Neuerungen bei Vista-Treibern hingewiesen, das scheint aber bis heute viele Hardwareanbieter oder deren Entwickler nicht zu interessieren. Ich kann selbst ein Lied von miesen Vista-Treibern singen.
    Einerseits braucht diese ganze Industrie ein neues Betriebssystem, um neue PCs, Komponenten und Services zu verkaufen, andererseits zeigt man dann aber nur wenig Engagement und schiebt bei Problemen Microsoft den schwarzen Peter zu. Da machen es sich einige zu einfach.

  3. Richtig link an der Infoworld-Kampagne finde ich, dass sich Unterstützer regelrecht qualifizieren müssen, so wie das bei Newsletter-Registrierungen und Lead-Programmen üblich ist. Name, Firma, Position und Adresse sind anzugeben, außerdem wird gleich noch „other IT-related content and special offers from pre-screened third parties“ angeboten.

  4. Tja, also zum Reply von Oliver bleibt mir nur zu sagen: Da bleib ich lieber bei meinem Apple Betriebssystem. Egal auf welchem Rechner aus der aktuellen Reihe von Macintosh’s ich das installieren will – es funzt immer! 😛

    Wie man also sieht hängt sowas nicht immer nur von mangelnder Treiberunterstützung ab, lieber wmiendl… wie sonst ist’s zu erklären dass Oliver den 2003er Server installieren aber Vista Server nicht mal die Platte findet???

    Grüße von der anderen Seite… chris501

  5. Schöner Vortrag :)

    aber, ich blieb noch 1,2 Jährchen bei XP 😀