Online-Umsätze erst in 10 Jahren auf Print-Niveau?

Der Vorstandschef des Axel Springer Verlags, Mathias Döpfner, gibt im Interview mit der FAZ eine für mich überraschend konservative Schätzung ab, wie sich die Online-Umsätze im Vergleich zum traditionellen Geschäft mit Druckerzeugnissen entwickeln werden:

FAZ: Wann wird Ihr Verlag mehr Geld in der digitalen Welt verdienen als mit gedruckten Zeitungen?

Döpfner: Solche Prognosen sind schwierig. Ich kann mir aber vorstellen, dass unser Haus in etwa zehn Jahren die Hälfte von Umsatz und Gewinn online erwirtschaftet. Das wäre ein gesundes Verhältnis. Zum Vergleich: Heute liegt der Online-Anteil am Gesamtumsatz bei knapp 10 Prozent.

Das gibt mir zu denken, weil ich glaube, dass Springer im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen, die Online bisher nicht richtig verstehen und den Kopf in den Sand stecken, eine sehr realistischen Kurs fährt und Geld macht, wo es zu machen ist. Und das, wo es im Web für die publizierende Branche immer noch nicht allzuviel zu holen gibt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch seine Analyse des amerikanischen Markts, von dem wir seit einiger Zeit Meldungen über den Niedergang der Print-Verlage und die hohe Profitabilität vieler Web-Publikationen hören. Döpfners Erklärung dafür: "[Viele] traditionelle europäische Medienunternehmen [verändern sich] dynamischer als amerikanische. … [Dort] kann ich bei traditionellen Zeitungsunternehmen wenig Anstrengungen erkennen, sich zum multimedialen Verleger zu wandeln.

Siehe auch:

Kommentare sind geschlossen.