Windows Mobile: Grusel-GUIs als User-Schreck

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samsung_omnia Ich arbeite nun schon seit über acht Jahren mit Pocket PCs a.k.a. Windows Mobile, aber was die Anbieter derzeit an neuen Benutzeroberflächen auf das Volk loslassen, kapier ich nicht mehr. Gestern hatte ich auf der Microsoft Partnerkonferenz in München die Gelegenheit, die breite Palette an neuen Geräten anzutesten – vom schicken Samsung Omnia über das extravagante SonyEricsson Xperia X1 bis zum neuen MDA Compact IV (HTC Touch Diamond). Und dabei fiel mir als erstes auf, dass nichts mehr so ist, wie es bisher war. Offenbar aufgescheucht vom iPhone-Hype klatschen die Hersteller nun verschiedenartige neue Oberflächen auf das Kernsystem Windows Mobile 6.1 – und vergessen dabei, dass damit viele gelernte Bedienschritte über den Haufen geworfen werden. Hinzu kommt, dass mittlerweile jeder sein eigenes Süppchen kocht – jedes der drei genannten Geräte verlangt nach völlig anderen Eingabeschritten und –Gesten. Was dazu führte, dass ich nicht in der Lage war, auf Anhieb triviale Funktionen auszuführen. Im Gegensatz dazu habe ich das iPhone sofort kapiert.

Der Erfolg von Windows Mobile beruht darauf, dass Microsoft einen klaren und konsequenten Weg beim Stift-orientierten Bedienkonzept gegangen ist. Die nun von etlichen Herstellern hastig aufgesetzen Finger-Oberflächen beissen sich massiv mit dem alten Konzept und dürften die meisten Benutzer schnell frustrieren. Gerüchteweise bastelt Microsoft bereits an einer Lösung in Form einer iPhone-ähnlichen GUI. Das wäre auch höchste Zeit, denn andernfalls ruinieren die Hardware- und Telekom-Anbieter mit ihren Grusel-Oberflächen noch den Ruf des Mobil-Betriebssystems.

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