IT-Check Schule: Web 1.0, setzen, sechs!

Heute war der zweite Schultag nach den Ferien, und meine Tochter hat von ihrer ersten Informatik-Stunde berichtet. Ich: “Welche PCs habt ihr und wieviele?” Sie:”Noname, jeder Schüler einen.” “Und welches Betriebssystem?” “Wir haben Linux.”

Aus pädagogischer Sicht ist das ja gar nicht schlecht, wenn die Kinder mal was anderes als Windows kennen lernen. Allerdings beschleicht mich beim Blick auf die aktuellen Betriebssystem-Marktanteile (Net Applications) auch eine gewisse Skepsis: Linux dümpelt auch 12 Jahre nach dem ersten Hype bei unter einem Prozent Marktanteil – und wird vielleicht bald schon vom iPhone überholt. Da hoffe ich dann schon, dass die Schüler auch irgendwann mal mit Real-Live-Software in Berührung kommen …

Zwischen Web 0.1 und 1.0: Bitte nicht kontaktieren

Und wo ich gerade beim Thema war, wollte ich auch gleich die weiteren IT-Kompetenzen unserer örtlichen Schulen checken. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die beiden Gymnasien geben sich völlig zugeknöpft, auf den Webseiten unter Kontakt findet sich nicht mehr als eine anonyme Einheits-Mail-Adresse, die im Sekretariat aufläuft. Nicht einmal die Schulleiter sind direkt per Mail zu erreichen. Ähnlich düster sieht es auch auf der Realschul-Website aus.

Überraschend aufgeschlossen gibt sich im Vergleich dazu die Mädchenrealschule: Auf deren Kontaktseite präsentieren sich gleich zwei Schulleiter mit persönlicher E-Mail-Adresse. Das ist zumindest schon einmal ein lobenswerter erster Schritt.

Man darf wohl nicht erwarten, dass Lehrer jedem Technik-Hype nachlaufen und nun allesamt Bloggen oder sogar Twittern. Und vielleicht mag in den Kollegien auch die Angst  vor Schülerklamauk umgehen. Aber in Zeiten, in denen fast alle Schüler (und deren Eltern) online sind, darf man schon etwas mehr Offenheit und vielleicht sogar Experimentierfreude mit neuen Kommunikationsmitteln erwarten.