Der Browser soll also wieder mal das Betriebssystem ablösen…

… orakelt Joseph Reger, Chief Technology Officer von Fujitsu Siemens Computers, und gleich macht die Meldung die große Runde. Kommt mir irgendwie bekannt vor, denke ich, gebe den Satz in den Google-Schlitz ein, und was kommt heraus? Ein Computerwoche-Artikel von 1995, in dem Larry Ellison (der vom Oracle 😉 schon mit einer ähnlichen Prophezeiung zitiert wurde. Damals hießen die Visionen noch Powerbrowser und Network Computer – übriggeblieben ist davon gar nichts.

Außer natürlich jener Verheißung vom schlanken Web auf minimalistischer Hardware, die bis heute eine Faszination ausübt. Leider sieht die Realität aber ganz anders aus: Das Web ist zu einem Ajax-Flash-Codemonster verkommen, das noch mehr PC-Ressourcen frisst als Windows Vista. Ich kann ein Lied davon singen: Noch bis vor zwei Jahren reichte mir mein Dell X200-Subnotebook (Bj. 02, Pentium Mobile ULV 800 Mhz., Windows XP), um von Office bis Web mit allen Alltagsanwendungen flüssig zu arbeiten. Allmählich wird das Gerät jedoch zunehmend unbrauchbar, weil es auf vielen Webseiten mit 100 Prozent Prozessorauslastung die Grätsche macht. Auf die von Herrn Reger versprochenen schlanken, schnellen Systeme, die nur mit Browser auskommen, bin ich wirklich gespannt. Ich tippe mal, dass da unter einer Quad-Core-CPU nichts laufen wird.

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  1. In gewisser Weise beobachten wie ja einen Vormarsch der schlanken Clients. Smartphones und Netbooks sind zurzeit die Renner und dank fallender Datentarife entwickeln sie sich zu den bevorzugten Geräten für den Web-Zugriff. Microsoft hat mit Vista die Lektion schon lernen müssen, dass die durchschnittliche Rechenleistung am Client nicht mehr so zunimmt wie früher (mit dem Rückgang des Anteils von Desktop-PCs vielleicht sogar abnimmt). Website-Betreiber werden diesem Trend auch Rechnung tragen müssen.