Man kann es sich immer nicht so recht vorstellen, wie die Menschen früher gelebt haben. Irgendwie ärmlich stellen wir es uns vor, vom “freien”, zügellosen Konsum unserer Zeit war man unendlich weit entfernt. Ein guter Gradmesser, um sich den Lebensstandard vergangener Zeiten zu vergegenwärtigen, ist die Ernährung – und was kann bessere Einblicke dazu liefern als ein Kochbuch. So zum Beispiel das “Neue Kochbuch” von Friederike Louise Löffler aus dem Jahr 1806. Ich bin zufällig darauf gestoßen und war erstaunt, welche – zeitlosen – Köstlichkeiten damals auf dem Speiseplan standen. Zum Beispiel “Schmalzbäckerei: Fastnachtküchlein mit Hefen”. Wäre durchaus mal eine Anregung für eine alternative, anschauliche Form des Geschichtsunterrichts.
Übrigens: Der Dessert-Klassiker “Bayrisch Creme” lässt sich laut Wikipedia bis ins Jahr 1385 zurückverfolgen – als Bayern-Export an die französische Haute Cuisine.
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Vielleicht hat ja das gewöhnliche Volk auch einfach gekocht, aber um 1800 herum gab es auch Adelige, und die haben mit sicherheit kein Standardessen serviert bekommen. Das sollte man berücksichtigen, wenn man an die Kochkunst von vor 200 Jahren denkt.