Yahoo – das veraltete Denken der Webkatalogisierer

Jeff Jarvis schreibt in seiner aktuellen Guardian-Kolumne, dass er das Yahoo-Konzept immer schon für grundfalsch hielt:

After all, 15 years ago, it was Yahoo that first organised the web for us. Its original ambition seems quaintly naive today: human editors cataloguing every site worth visiting and deciding which were the hot ones we should visit. … Yahoo never quite broke out of that thinking. It still treats its site as a destination we have to go to with walls around it to keep us in.

Auch mir sind nach dem Microsoft-Yahoo-Deal Erinnerungen an das Yahoo der 90er hochgekommen. Die Idee eines redaktionell betreuten Webverzeichnisses erschien im Jahr 1994 tatsächlich plausibel, denn schließlich glich das Web in der ersten Boomphase einem schwarzen Loch: Bis dahin stellte man seine Homepages ins Nichts und hoffte, über irgendwelche Linklisten oder anderweitige Empfehlungen gefunden zu werden. Schnell war jedoch klar, dass angesichts des explosiven Wachstums der von Yahoo postulierte Anspruch eines manuell organisiertes Webverzeichnisses völlig absurd war. Seit Erscheinen der ersten richtigen Suchmaschinen wie Altavista habe ich Yahoo deshalb links liegengelassen. Als um 2000 rum ein Freund überlegte, bei Yahoo anzuheuern, hab ich mich gewundert, was er bei einer Firma ohne schlüssigem Produktkonzept zu suchen hätte. Er entschied sich schließlich für eine bessere Offerte. Was hat eigentlich Yahoo in den letzten zehn Jahren gemacht? Ich habe keinen Schimmer – wohl irgendwas mit Medien Werbung…

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