Es gibt sie noch, die Existenzberechtigung des Journalismus

Wozu noch Journalismus und wie wird sich der Journalismus ändern (müssen)? Ein sehr gutes Interview dazu hat derStandard.at mit dem Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger geführt.

derStandard.at: Was ist der Wert von Journalismus, verglichen mit den Amateuren, die sich auf ein Thema oder eine Region spezialisieren und darüber mit viel Detailwissen auf ihren eigenen Websites schreiben?

Rusbridger: Journalisten haben immer noch die Fähigkeiten, Dinge zu erklären und zu verifizieren, dazu kommen hohe ethische Standards und professionelle Richtlinien. Journalisten kommen auch an Quellen ran, die anderen nicht zugänglich sind. Zudem geben Zeitungen ihren Journalisten auch einen Schutz. Das ermöglicht Formen von Journalismus, bei dem Einzelpersonen in die Knie gehen würden. Wir sollten den Wert von Medienunternehmen nicht unterschätzen und das was wir machen. Wir sollten aber auch auf die Kraft und die Vielfalt der Leser zurückgreifen, um etwas noch Besseres zu machen.

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  1. Es gibt noch einen viel einfacheren Vorzug von Redakteuren gegenüber Bloggern: Die kriegen ihre Arbeitszeit bezahlt, mit der Folge, dass die sich auch mal in Bewegung setzen. Z.B. zu einem Interview, zur Befragung von Passantten, zu einer Messe oder zu Unfallorten. Der Blogger ist dagegen typischerweise ein reiner Kommentator. Der recherchiert nichts, was man nicht anklicken kann.