Dass sich Microsoft sehr anstrengt, um gegen Google aufzuholen, hat sich rumgespochen – qualitativ schlägt sich MSN Search seit etwa einem Jahr ganz respektabel. Da Google aber nicht auf der Brennsupp’n daherg’schwommen ist, wie man in Bayern zu sagen pflegt, wird MSN viel Mühe haben, Marktanteile dazuzugewinnen. Abgesehen davon: search.msn.de ist verglichen mit google.de viel zu kompliziert, und wer msn.de eintippt, kriegt einen News-Verhau serviert – haben seinerzeit nicht Altavista, Lycos und Co. mit ähnlich Zielgruppen-ignorierenden Konzepten Google den Weg bereitet?

Weil ich dennoch aus beruflichen Gründen manchmal Google-Alternativen teste, bin ich gerade auf einen interessanten qualitativen Unterschied gestoßen:

Während Microsoft mit der Vorabversion von MSN Search gerade zur Aufholjagd gegen Google ansetzt, hat sich auch beim verwandten Thema Desktopsuche einiges Neues getan. Zunächst hat die News-Site Neowin am Sonntag Screenshots des neuen MSN Desktop-Suchtools veröffentlicht, nun beschweren sich die offiziellen Microsoft-Blogger vom msnsearch Weblog darüber, dass hierbei unerlaubterweise Interna nach aussen gelangt seien.

msnbeta.jpgIn kleinen Schritten bereitet Microsoft den Start seiner Suchmaschine MSN Search vor. Seit gestern ist die Betaversion – sogar in einer Deutschen Variante – verfügbar.

Mit dem zurückhaltenden Design knüpft MSN schon mal an das Erfolgsrezept von Google an. Sehr sympathisch ist der Such-Assistent – er dürfte vor allem veniger versierten Nutzern die wichtigsten erweiterten Suchoptionen näher bringen, als das bisherigen Portalen gelungen ist. Völlig unbrauchbar ist hingegen derzeit noch die Suchoption „In meiner Nähe“. Offenbar fehlt hier derzeit die Datenbank für Deutschland.

Nachdem ja in letzter Zeit die Ausweitung von Suchmaschinentechnik auf PCs ein großes Thema ist, hat sich Infoworld-Redakteur Jon Udell mal ein paar interessante Gedanken über die Konsequenzen gemacht. Er geht davon aus, dass auf dem „Google PC“ nicht nur Mails, die besuchten Webseiten und die IM-Konversation gespeichert und indexiert werden, sondern ebenso Telefongespräche sowie jede Form der Bildschirmaktivität. Es ist wohl an der Zeit, dass wir über das beliebte „Big Brother“-Schlagwort neu nachdenken.