Archiv für die Kategorie 'Meinungsfreiheit & Privatsphäre'

DJV-Präsi warnt vor zu viel Meinungsfreiheit

Es gibt da diesen alten, sarkastischen Witz, wonach Meinungsfreiheit die Freiheit einer Handvoll Verleger sei, ihre Meinung in den großen Zeitungen zu publizieren. Mit einem gewissen Faible für Verschwörungstheorien könnte man dem noch hinzufügen, dass eigentlich auch Journalisten ein exklusives Recht auf Meinungsfreiheit für sich beanspruchen, indem sie ihren Beruf im Bewusstsein eines "Gatekeepers" ausüben. Tatsächlich lernt man nämlich im Studium der Kommunikationswissenschaften oder an Journalistenakademien genau das – dass Journalisten eine verantwortungsvolle Aufgabe als Gatekeeper innehaben, die sie quasi als Türsteher für Meinungen qualifiziert: Der Journalist entscheidet darüber, welche Nachrichten und Meinungen an die Öffentlichkeit gelangen, und was draußen zu bleiben hat.

Alles recht weit hergeholt, werden jetzt viele sagen – außer sie haben, wie Thomas Knüwer vom Handelsblatt, die aktuelle Ausgabe der Journalistenverbandszeitung "Journalist" gelesen. Darin polemisiert der DJV-Vorstand Michael Konken nämlich wieder einmal gegen Blogger, und lässt sich dabei zu einer bemerkenswerten Äußerung hinreißen:

"Betätigen sich Journalisten in Blogs oder Foren und öffnen der freien, oft anonymen Meinungsäußerung Tür und Tor, dann haben sie eine besondere Verantwortung."

was Thomas Knüwer etwas leichter verständlich auf den Punkt bringt:

"Betätigen sich Journalisten in Blogs und öffnen der freien Meinungsäußerung Tür und Tor, haben sie eine besondere Verantwortung."

Und dann schreibt Konken auch noch:

"[Einige Journalisten] fühlen sich fälschlicherweise als Gründer eines neuen Journalismus, der keine Grenzen kennt. Eine Meinungsanarchie, die mit Journalismus nichts zu tun hat."

Wer der freien Meinungsäußerung Tür und Tor öffnet, ist also ein Meinungsanarchist, Herr Konken? Als DJV-Mitglied finde ich solche Äusserungen schon arg befremdlich. Mir ist nämlich neu, dass das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Meinungsäußerung einer Berufsgruppe vorbehalten ist. Woher die Gatekeeper überhaupt jene Legitimation zur Meinungskontrolle beziehen, kann mir ja vielleicht einmal ein Kommunikationswissenschaftler erklären. Politiker und Regierungen in diesem Land sind jedenfalls vom Volk legitimiert. Aber zum Glück gibt es ja jetzt das Internet.

[Nachtrag: Wolfgang Müller vom CIO-Weblog hat das Thema schon eher entdeckt und fragt sich: "Woher nimmt sich Herr Konken das Recht, bloggenden Journalisten Vorschriften über ihre Arbeitsweise zu machen?"]

Die Doppelmoral unserer internetfeindlichen Leitmedien

Gerade lief im Radio ein Spot der Süddeutschen, in dem sie sich – mit Hinweis auf die Siemens-Korruptionsenthüllungen – in großen Tönen als die Hüterin der demokratischen Kultur in Deutschland feiert. Wer sich auf diese Weise zum Kampagnenjournalismus um der Guten Sache Willen bekennt und als nationale moralische Instanz verstanden werden möchte, von dem sollte man dann eigentlich auch erwarten können, dass er diese Maßstäbe konsequent auch auf sich anwendet. Mit eben dieser Konsequenz aber ist es bei SZ und Co. offenbar nicht so weit her, wenn man noch einmal die Geschehnisse der letzten Tage rund um die Anti-Internet-Polemiken in der SZ und der FAZ Revue passieren lässt.

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Verfall der Privatsphäre – ja und?

Der Verfall der Privatsphäre durch das Internet sei eine gefährliche Entwicklung, und unüberlegter Exhibitionismus im Web könne schädlich für die berufliche Karriere sein – sagen die einen.

„Na und, das sind nun mal die üblichen Begleiterscheinungen, wenn sich was Neues durchsetzt“, entgegnet Stefan Münz den „Mainstream-Kritikern“.

Die GEZ nimmt’s ganz genau

Es geht wieder um die Meinungsfreiheit, bzw. die Verteidigung derselben, darum sei hier folgendes abgeschrieben:

GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-gebührenfrei, GEZ-Rundfunkgebühr, PC‑“Wegelagerei-Gebühr“ der GEZ, GEZ-Gebührenfahnder, GEZ-Fahnder, GEZ-Zwangsanmeldung, GEZ-Anmeldung, GEZ-Abmeldung, GEZ-Anschreiben, GEZ-Brief, GEZ-Briefserien, GEZ-Gebührenbescheid,GEZ-Widerspruchsbescheid,GEZ-Antwortbogen, GEZ-Fälle, GEZ-Verweigerer, GEZ-Kaspar-Hausers, GEZ-Realitätsferne, GEZ-Grundgesetzverneiner, GEZ-Meinungsfreiheitsbekämpfer, GEZ-Regime, Geldeintreiber der öffentlich-rechtlich subventionierten Privatsender, Medienstalinisten von der GEZ.

Mal schaun, ob eine Abmahnung kommt, wie sie akademie.de erhalten hat.

Übrigens hat mir vor Jahren mal ein GEZ-Gebühreneintreiber erzählt, dass es für die GEZ No-Go-Areas gibt, in denen man wegen einer eventuell renitenten bis schwierigen Klientel auf die „beliebten“ Hausbesuche verzichte. Auch eine Möglichkeit, sich die Gebühren zu sparen.

Wikipedia-Scanner: Was Scientology, Wal-Mart, CIA und andere so reinschreiben

Während die Wikipedia von manchen Idealisten als die Einlösung kollektivistischer Träume betrachtet wird, haben viele andere die Macht des darin gespeicherten Wortes längst erkannt und füttern die Wikipedia gezielt mit eigenen Informationen. Nun liegt es meines Erachtens durchaus in der Natur der Sache, dass eine offene Enzyklopädie mit interessengeleiteten Inhalten gefüllt wird, (hier habe ich schon mal über PR-induzierte Texte in der Wikipedia geschrieben). Als problematisch betrache ich allerdings den Umstand, dass besonders bei weltanschaulich oder kommerziell relevanten Themen nicht nachvollziehbar ist, von welcher Seite die jeweiligen Informationen oder Modifikationen stammen.

Mit Herkunft-verschleiernden Korrekturen oder Manipulationen der Wikipedia könnte nun aber Schluss sein:

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PR-Coup nach Google-Art – dann klappt’s auch mit der Zensur

Dass Googles Erfolg maßgeblich auf anhaltend raffinierten PR‑ und Marketingaktivitäten beruht, lässt sich an der aktuellen Kampagne gegen die Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations‑ und Internetverkehrs wieder einmal wunderbar besichtigen. Der Aufhänger ist geschickt gewählt, nachdem in letzter Zeit viel Negatives über die Datensammelwut von Google berichetet wurde. Nun geht das Unternehmen in die Gegenoffensive und greift dabei ein Thema auf, das in Deutschland kontrovers diskutiert wird und stilisiert sich dabei geschickt als Opfer innenpolitscher Sicherheitsmaßnahmen. Man droht mit nichts geringerem als der Schließung des populären E-Mail-Dienstes Gmail/Google, falls die Bundesregierung nicht von ihren „bösen“ Absichten zur E-Mail‑Überwachung lassen sollte.

So kann man Guerrilla-PR also auch aufziehen: Man nimmt die nicht zu vernachlässignede Masse der Gmail-Nutzer als Geiseln, droht der Regierung mit deren (E-Mail‑)Liquidierung und konstruiert den Sachverhalt auf Anhieb so, dass sich die bedrohten User gleich auch noch mit der Sache der Geiselnehmer identifizieren.

Florian Rötzer hat aus diesem Anlass auf Telepolis mal wieder rekapituliert, welchen Dreck Google eigentlich so alles in Sachen Meinungsfreiheit und Datenschutz am Stecken hat und stellt dabei unter anderem fest, dass sich der Suchmaschinenkonzern nicht nur in China dem Regime andient, sondern auch in Deutschland fleißig zensiert.

1984, 1987, Google

Orwells 1984, das war in den 80er Jahren die Mahnschrift gegen den totalitären Überwachungsstaat. Den sahen viele 1987 vor der Tür stehen, als hierzulande eine großangelegte Volkszählung stattfand. Ein damaliger Bekannter wehrte sich tatsächlich auf die harte Tour – noch Jahre später hatte er immer wieder Gerichtstermine wegen seiner „Auskunftsverweigerung“. Nebenbei motivierte ihn diese Geschichte zusätzlich zu diversen Aktivitäten in gewaltbereiten autonomen Kreisen. Dabei ging es doch nur um ein paar läppische persönliche Angaben.

Google plant heute noch viel schlimmere Dinge – sie wollen eine vollständige Datenbank mit allen persönlichen Informationen über alle Nutzer – also im Idealfall wohl die gesamte Weltbevökerung. Das ist jetzt keine böswillige Unterstellung, sondern das sagt der Google-CEO Eric Schmidt ganz freimütig in der Presse (der Link wäre schon noch hilfreich gewesen, Heinrich. Aber Google hilft… ;-)).

Einen Aufschrei hab ich bisher noch nicht gehört. Aber vielleicht hat ja Alexander Endl recht: „Es gibt kein zurück.“

Plaxo-Nachahmer Cardscan: Wann entschuldigt sich der CEO für die üblen Spam-Mails?

Cardscan macht auf Plaxo

Gerade habe ich wieder eine üble Spam-Mail vom Visitenkarten‑ und Adressverwaltungsanbieter Cardscan  (der nebenbei bekannt ist für die praktischen Visitenkartenscanner) erhalten. Die freche Behauptung des Plaxo-Nachahmers lautet darin, dass ich kürzlich eine Aktualisierung meiner Adressdaten in der Cardscan-Datenbank vorgenommen hätte.

Tatsache ist, dass ich weder der Aufnahme meiner Adresse in die Cardscan-Datenbank zugestimmt, noch in irgendeiner Form zu einem früheren Zeitpunkt mit Cardscan Kontakt aufgenommen habe. Wie kommt dann Cardscan an meine Daten? Weil ein mir nicht persönlich bekannter Herr meine Adressdaten in seinen Outlook-Kontakten führt und diese wiederum komplett dem „praktischen“ Aktualisierungsdienst von Cardscan zur Pflege übergeben hat.

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Plaxo, Cardscan und Co.: Die virale Totalüberwachung findet Nachahmer und Verbreiter

Mit Plaxo verhält es sich ähnlich wie mit der Atomenergie: Letztere hat einige verdammt charmante Vorzüge – so liefert sie uns zum Beispiel schier endlos Energie ganz ohne Treibhauseffekt –, so dass man darüber die gefährlichen Schattenseiten fast vergessen könnte. Plaxo verspricht ähnliche Wunderdinge: Nie wieder ungültige Adressen in Outlook oder anderen Verzeichnissen, nie wieder händisch die Telefonnummern von Freunden korrigieren, die gerade wieder mal umgezogen oder einen neuen Handyvertrag abgeschlossen haben. Und wo liegt der Haken? Plaxo mausert sich auf diese Weise zur weltweit größten Adressdatei, über eine Milliarde Adressen verwaltet das US-Unternehmen mittlerweile. (Ich habe darüber bereits hier, hier und hier berichtet). Und nicht Sie bestimmen darüber, ob sie mit all Ihren Kontaktdaten in der Adressdatenbank von Plaxo landen, sondern ihr Kollege oder Geschäftspartner, der Sie als Kontakt in Outlook führt und anschließend Plaxo mit der Verwaltung betraut.
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Plaxo-Entschuldigung – und morgen: „Sorry, wir haben eine Milliarde Adressen verkauft…” ?

Ich kann’s nicht lassen, aber der „Gegner“ spielt mir auch in die Arme: Vor kurzem hat der Plaxo-Chef auf dem Firmen-Blog offen zugegeben, dass sein Unternehmen zum Zweck der Kundenacquise bisher Spam-Mails versendet habe – gleichzeitig bat er die Nutzergemeinde um Entschuldigung.
Vor einem Jahr hat sich das noch ganz anders angehört: Als ich in meinem Blogbeitrag auf die Spam-Aktivitäten von Plaxo hingewiesen hatte, meldete sich prompt deren „Privatlebenoffizier“ (Privacy Officer) Stacy Martin per Kommentar und bestritt vehement die Verwendung jeglicher anrüchiger Methoden wie Massen-E-Emails: „Plaxo does not send spam, maintain spam mailing lists, or support the activities of spammers.“

Scheint ja auch eine Masche zu sein, wie einige Kommentatoren meinten, dass man heute ein Geschäft erst mal jenseits von Anstand und Legalität hochzieht. Und wenn es dann halbwegs läuft, entschuldigt man sich einfach für die Sünden von gestern – fertig….

Ich sehe mich nun übrigens in meiner alten These bestärkt, wonach Plaxo mit den mittlerweile über eine Milliarde geprüften Adressen seiner Nutzer was ganz anderes im Schilde führt. Ich bin mal gespannt, ob wir noch weitere Entschuldigung hören werden – im Sinne von „Sorry, aber der Adressenpool unserer Nutzer war unser einziges Asset – wir mussten ihn verkaufen.“ oder „Sorry, Plaxo ist Pleite und über die Verwertung unserer riesigen Adressdatenbank verfügt nun der Konkursverwalter.“

Warum nicht mal wieder… Plaxo!?

Über Sinn und Nutzen von Blogs wird ja viel diskutiert – meine Aktivitäten hier habe ich allein aus Zeitmangel zurückfahren müssen. Dennoch hab ich beim Blick in meine Blog-Statistik soeben erfreut feststellen können, dass die Zugriffszahlen ansteigen :-) Hauptbringer der Klicks (die meisten über Google) sind meine eigentlich schon etwas angestaubten Beiträge über die Adressensammler (und –händler?… ;-) von Plaxo. Bei Google rangiere ich mit dem Begriff „Plaxo“ z.Zt. sogar auf Rang eins oder zwei :-))
Das freut einen Blogger natürlich – ich muss zugeben, dass sich da bei mir allmählich so etwas wie sportlicher Ehrgeiz einstellt. Und tatsächlich hat ein kurzer Check der Faktenlage im Fall Plaxo wieder einmal eine kleine, interessante Neuigkeit ergeben:
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Google oder MSN Search? Es tut sich was

Dass sich Microsoft sehr anstrengt, um gegen Google aufzuholen, hat sich rumgespochen – qualitativ schlägt sich MSN Search seit etwa einem Jahr ganz respektabel. Da Google aber nicht auf der Brennsupp’n daherg’schwommen ist, wie man in Bayern zu sagen pflegt, wird MSN viel Mühe haben, Marktanteile dazuzugewinnen. Abgesehen davon: search.msn.de ist verglichen mit google.de viel zu kompliziert, und wer msn.de eintippt, kriegt einen News-Verhau serviert – haben seinerzeit nicht Altavista, Lycos und Co. mit ähnlich Zielgruppen-ignorierenden Konzepten Google den Weg bereitet?

Weil ich dennoch aus beruflichen Gründen manchmal Google-Alternativen teste, bin ich gerade auf einen interessanten qualitativen Unterschied gestoßen:
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Schon wieder Plaxo: Über eine Milliarde Adressen, aber keine Hintergedanken?

Schon im März hatte ich über den umstrittenen Adressensammler‑ Adressverwaltungsdienst Plaxo geschrieben. Das Thema scheint viele zu interessieren, denn über Google kommen seither zahlreiche Leser auf meinen Blog, auf MSN Search habe ich es mit dem Suchwort „Plaxo“ schon auf Platz vier gebracht :-)
Nun bin ich gerade wieder über einen neuen Plaxo-Köder gestoßen – ein PR-Berater hatte mir eine Pressemitteilung mit einem getarnten Link zu Plaxo geschickt. Titel: „Add me to your address book…“
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Aufgepasst, der Privacy-Offizier meldet sich!

So soll es sein, so bloggt man gern: Kaum steht meine Beschwerde über Plaxo einen halben Tag online, meldet sich schon der besorgte Privacy-Officer (“Privatlebenoffizier“!) von Plaxo (wenn er sie es denn ist…)! Mich wundert das ja nicht – wer ein so heikles Geschäft betreibt, macht schließlich auch Web‑ und insbesondere Blog-Monitoring. Mir ist es im Moment zu mühsam, dem Herrn der Dame den belästigenden Charakter und das potenziell anrüchige Geschäftsmodell seines ihres Dienstes darzulegen. Mal schaun, ob er sie nachhakt.

Plaxo: Diskrete Adressensammler, harmlose Spammer?

Unter dem Namen „Plaxo“ kursiert ein auf den ersten Blick recht praktisches Tool. Es verspricht Outlook-Anwendern, dass es die Kontaktdaten im Adressbuch automatisch aktualisiert. Klingt für den Anwender recht verlockend: Ich brauch mich nicht mehr darum kümmern, ob meine Kontakte noch gültig sind, weil Plaxo mir die Aktualisierung abnimmt.

Wer allerdings wie ich im Adressbuch von mehreren Plaxo-Nutzern geführt wird, könnte das anders sehen. Gerade hab ich z.B. wieder von jemanden eine automatisch generierte, ziemlich aufdringliche Plaxo-Mail erhalten.
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