Archiv für die Kategorie 'Web, IT und Technik'

"XP darf nicht sterben!" vs. "Hau wech den Scheiß!"

Als die Kollegen von Infoworld vorletzte Woche diese seltsame Kampagne zur Rettung von Windows XP gestartet haben, war ich ehrlich gesagt schon etwas irritiert: Was soll bitteschön dieses sentimentale Geflenne um ein Betriebssystem, mit dem ich vor ca. 7 Jahren (XP-Beta) täglich zu arbeiten begonnen hatte und das ich mittlerweile einfach nicht mehr sehen kann? Auch wenn es mal ein echter Meilenstein war. Dieses Kasperltheater erleben wir in einer Zeit, in der selbst die eher wertkonservativ gesinnten Linux-Kollegen im Wochenrhytmus dem neuesten Kernelrelease à la 2.6.4.9.0.8.15 hinterher hecheln.

Ich habe ja den Verdacht, dass jemand in der Redaktion auf Teufel komm raus eine "Verbraucherschutz"-Kampagne reiten möchte. Und bei so etwas zählen vor allem Getöse und Aufruhr, und weniger der Austausch von Argumenten. Diesen XP‑Ludditen entgegnet nun J. Peter Bruzzese  – ebenfalls in Infoworld (!) – mit einer Lobeshymne auf Vista. Darin führt er einige gute und interessante Argumente ins Feld.

Er hat Recht: Niemand zwingt irgend jemanden zu irgendwas, und wem es nicht zu blöd ist, der darf sich auch heute und in zehn Jahren noch Windows 95 installieren. Und unter anderem weist hier einer einmal deutlich darauf hin, dass die Inkompatibilitäten von Vista weniger mit Bosheiten von Microsoft denn mit der Nachlässigkeit und Ignoranz mancher Entwickler und Softwarehersteller zu tun haben. Lesenswert!

Google-Handy: Neue Spekulationen und Fakten

12-11-07-android Interessante Neuigkeiten vom sagenumwobenen Google-Handy "Android": Während Java-Erfinder James Gosling im Interview mit Computerwoche-Chefredakteur Christoph Witte den Hype recht skeptisch kommentiert, berichten andere von ersten Sichtungen in freier Wildbahn. So sammelt etwa Vieka aufschlussreiche Details zum Stand der Software, gezeigt wird dabei auch der Software-Emulator, in dem Android bereits läuft. Auch Vieka geht allerdings noch davon aus, dass das Gerede vom Handy heiße Luft ist: "Everyone knows that there is really no Google phone". Genau das versucht Engadget mit diesem Bericht zu widerlegen. Das Foto zeigt einen frühen Prototypen eines zukünftigen Android-Handys mit Google-Maps auf dem Bildschirm.

CeBIT gerettet: Halle 1 ist weg!

Nach über vier Wochen Abstinenz habe ich nun einen schönen Anlass für’s Weiterschreiben: Die CeBIT macht die Halle 1 dicht – und mit mir freuen sich die meisten Kollegen und Messe-Kenner darüber, dass wir uns nun nie wieder durch dieses beengende, unendlich scheinende, unlogische Labyrinth zwängen müssen. Danke, CeBIT!

Nur Jake trauert stellvertretend für einige CW-Kollegen. Ich kann’s verstehen, schließlich dürfen sie der Halle nun nicht mehr aufs Dach steigen und verlieren damit ein für alle Mal diese erhabene Perspektive:

Grauer Himmel über Halle 1

Open-Sourcer: Revoluzzer oder Bürokraten?

Vor ein paar Jahren noch galt Microsoft als der Linux‑ und Open-Source-Feind schlechthin. Doch die Zeiten ändern sich, und so haben die Redmonder nun das Teufelszeug in Gestalt zweier offiziell anerkannter Open-Source-Lizenzen ins Programm genommen. Besonders charmant daran erscheint deren Einfachheit: Beide Lizenzvarianten bestehen aus lediglich drei Paragraphen, die wohl jeder Entwickler verstehen dürfte. Den Hinweis dazu lieferte heute der Open-Source‑ und Linux-Stratege im Hause Microsoft, Sam Ramji, im Rahmen einer Pressekonferenz.

Ich habe aus diesem Anlass mal einen Blick auf die „Heilige Schrift“ des fundamentalistischen Teils der Open-Source-Szene, die GPL, geworfen und stelle fest: Das Schriftstück, um das der harte Kern der OS-Szene seit Jahren ein riesen Tohuwabohu macht, ist das reinste Bürokratiemonster. Derartige Schriftstücke überlässt man besser seinem Anwalt – und wie viele Entwickler haben das schon getan? (hier die deutsche Übersetzung)

Die GPL-Verfechter verstehen sich ja bekanntlich als Freiheitskämpfer – als solche sollten sie sich dann aber mal Gedanken über eine angemessene, allgemein verständliche Kommunikation machen. Sonst wird’s nämlich nichts mit einer breiten Befreiungsbewegung. Ich bin jedenfalls gespannt, wie dieses Lager nun auf jene neue, minimalistische Konkurrenz-Lizenz von Microsoft reagiert.

Noch was zum Thema: Linux sei aus patentrechtlicher Sicht „völlig wasserdicht und unangreifbar„, hat mir ein Bekannter (und Open-Source-Afficionado) immer wieder weiß machen wollen. So sicher scheint das nun aber doch nicht mehr zu sein: Offenbar steht nämlich Red Hat und Novell gerade ein größerer Patentrechtsstreit ins Haus, wie IT-Jungle meldet.

Citrix 1991: "Eine anachronistische Software"

Citrix-Terminalserver spielen heute in praktisch jedem großen Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Windows-Desktops und –Anwendungen. Manche Großbanken betreiben 1000 und mehr Citrix-Server und sorgen dafür, dass Citrix mittlerweile zu den großen (unbekannten) Softwareplayern mit Milliardenumsatz zählt. Nun habe ich ein nettes historisches Fundstück aufgegabelt. Jon Udell hat in Byte 1991 einen Testbericht über die das erste Produkt von Citrix – den Metaframe-Vorgänger Citrix Multiuser für OS/2 – veröffentlicht.

Darin schreibt er unter anderem:

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…und der Dauerbrenner "Linux am Desktop"…

Der anderer Riesen-Hype, der nebenbei auch eine aggressiv auftretende techno-religiöse Bewegung hervorgebracht hat, ist Desktop-Linux. Aktuelle Studien sprechen von derzeit 1 bis 2 Prozent weltweitem Marktanteil, und während Kollege Ludger kürzlich mal wieder fehlende Killerapplikationen als Hauptgrund für die geringer Verbreitung verantwortlich machte, weist Infoworld-Kolumnist Randall Kennedy auf einen interessanten neuen Aspekt hin: So habe der Linux-Entwickler Con Kolivas, ein bisher erfolgreicher Verfechter optimierter Linux-Desktop-Derivate, aufgrund ideologischer Auseinandersetzungen seinen Job an den Nagel gehängt. Offenbar bevorzuge die dominierende Fraktion um Linus Thorvalds den Weg der Enterprise-Optimierung, während längst fällige Verbesserungen im Multimediabereich und beim Speichermanagement nicht in die Kernelentwicklung aufgenommen würden.

Verfall der Privatsphäre – ja und?

Der Verfall der Privatsphäre durch das Internet sei eine gefährliche Entwicklung, und unüberlegter Exhibitionismus im Web könne schädlich für die berufliche Karriere sein – sagen die einen.

„Na und, das sind nun mal die üblichen Begleiterscheinungen, wenn sich was Neues durchsetzt“, entgegnet Stefan Münz den „Mainstream-Kritikern“.

Wikipedia-Sprachen: Deutsch an zweiter Stelle

Die Wikipedia gibt es mittlerweile in ca. 250 Sprachen, wobei natürlich die englische „Ur“-Wikipedia mit derzeit ca. 1,9 Millionen Artikeln den umfangreichsten Bestand aufweist. Welche Bedeutung haben aber die anderen Sprachversionen? Die deutsche Variante, die nur vier Monate nach dem Original im Mai 2001 startete, ist mit derzeit 616.000 Artikeln konstant an zweiter Stelle, gefolgt von der französischen (534.000), der polnischen (408.000) der japanischen (396.000), der italienischen (327.000) und der niederländischen (!) (322.000).

Eine ausführliche statistische Auswertung inklusive farblich dargestellter Wachstumsraten aller Sprachen gibt es hier, eine Zusammenfassung aller Wikipedia-Statistiken hier.

Unter den deutschen Dialekten sind die alemannische (Schweiz bis Schwaben, 3125 Artikel) und die niedersächsische (plattdeutsch, 10.335 Artikel) schon lange dabei und recht groß. Die bairische Wikipedia, die sehr viel später – im Mai 2006 – eröffnet wurde und derzeit 951 Artikel zählt, wächst zur Zeit überdurchschnittlich schnell.

Bluetooth verursacht Krebs!

Ich spare mir jetzt tiefschürfende Einlassungen darüber, wieviele wertvolle Tage meines Lebens ich mit der bis heute mit Fehlern, Inkonsistenzen und Unbedienbarkeit verseuchten Bluetooth-Technik vergeudet habe – jener Technik, die schon vor sechs Jahren ein unkompliziertes, idiotensicheres drahtloses Vernetzen von Geräten aller Art versprach. Also ganz kurz und knapp als Warnung an alle: BLUETOOTH IST BIS HEUTE EINE UNZUMUTBARE TECHNIK, DIE KREBS MACHT UND DIE SCHEIDUNGSRATE ERHÖHT! Noch schlimmer ist es nur, wenn man Bluetooth mit einem HTC-Windows-Mobile-Gerät nutzt. Punkt. [OK, ich übertreibe jetzt etwas, aber auf Zigarettenschachteln stehen ja auch aus guten Gründen Sätze wie „Rauchen tötet“]

Mein Bruder nun hatte mir noch letzte Woche ganz stolz erzählt, dass sein neuer Audi die Supertechnik Bluetooth beherrsche und dass er damit jetzt sogar seinen „MDA Vario II“ vollautomatisch und ohne Festeinbau als Autotelefon nutzen könne. Da das Kind eh schon in den Brunnen gefallen das Auto eh schon gekauft war, dachte ich mir lediglich meinen Teil dazu.

Soeben nun kam die erste Supportanfrage: „Mein MDA bucht sich automatisch ein, alles super, aber immer nach einer Viertelstunde ist die Bluetooth-Verbindung tot.“ Ich habe ihm kurz, aber eindringlich meine Erfahrungen mit Bluetooth geschildert und ihm dazu geraten, ein Nokia-Handy als Festeinbau fürs Auto zu kaufen. Er hat mir versichert, dass er das nun tun werde.

IT im (SZ‑)Feuilleton: Die Maus ist böse

Einige deutsche Intellektuelle haben durchaus schon in den 90er Jahren die unaufhaltsam heranwalzende Kulturrevolution der Informationstechnologie erkannt. In den Feuilletons gaben aber dennoch jene Kulturpessimisten den Ton an, die die Beherrschung polemischer Stilformen dem Aneignen von IT-Kenntnissen vorzogen. Wer sich auf den Stand der Debatten bringen wollte, las denn auch besser die amerikanischen Hurraschreier von Wired als die deutschen Miesepeter – erstere besaßen wenigstens das nötige Grundwissen.

Dass sich daran nicht viel geändert hat, konnte man gestern wieder im Feuilleton der Süddeutschen nachlesen (hier zum kostenpflichgtigen Download).

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Grünes Rechenzentrum: Den Server-Treibstoff liefert der Bauer von hier nebenan

Montage der Brennstoffzelle für T-SystemsMit einigen anderen Kollegen war ich heute vormittag vor Ort am Münchner Rechenzentrum von T-Systems, wo der Startschuss für ein interessantes Öko-Pilotprojekt fiel: Erstmals wird ein Rechenzentrum teilweise mit Strom aus einer Brennstoffzelle betrieben. Den Treibstoff dazu liefert ein Bauer, der quasi hier nebenan in meinem Landkreis sitzt. In dessen Biogasanlage wird zunächst aus Futtermais Methangas erzeugt, welches per Pipeline in den Euro-Industriepark gepumpt wird. Erst dort wird – aus Sicherheitsgründen – der für die Brennstoffzelle benötigte Wasserstoff abgespalten, um dann in der von MTU gebauten, 8 × 3×2 Meter großen Brennstoffzelle Strom zu erzeugen. Die Anlage liefert 250 Kilowatt Leistung, wobei neben dem Strom auch die 400 Grad heiße Abwärme genutzt wird: Per klassischer Kältemaschine wird damit die RZ-Klimaanlage unterstützt. Der Wirkungsgrad der gesamten Anlage liegt bei circa 90 Prozent.

Noch ist die Anlage ein Tropfen auf den heißen Stein, denn dieses größte Rechenzentrum von T-Systems zieht bei Vollast 10 Megawatt – es wären also 40 solcher Brennstoffzellen notwendig. Ausserdem ist das ganze zunächst einmal als Dauertest gedacht, da nach Angabe von T-Systems erst einmal die Zuverlässigkeit im Alltagsbetrieb unter Beweis gestellt werden muss. Aber es ist ein aus meiner Sicht lobenswerter erster Schritt, um neue Wege bei der alternativen Energiegewinnung zu beschreiten.

Linux – oder: Wann ist ein Hype ein Hype?

Wenn diese Zahlen, die Heise soeben meldet, auch nur halbwegs repräsentativ sind, dann sollten sich manche Kollegen mal über ihre Themenwahl Gedanken machen. Denn dass Linux nach Erkenntnissen von Internet-Marktforschern nach wie vor nur auf einen Marktanteil von 0,7 Prozent kommt, ist aus meiner Sicht eine Katastrophe. Vor allem, wenn man bedenkt, welchen prozentualen Anteil die Linux-Berichterstattung in den Medien seit Jahren einnimmt. Sicherlich dürfte der Linux-Anteil in Deutschland höher sein, und natürlich kommt Linux im professionellen Umfeld auf vergleichsweise gute Markanteile. Solche Zahlen würde ich aber als von Berufs wegen neugieriger Mensch dann auch gerne mal sehen. Kann mir jemand helfen?

Web-2.0 braucht die Rich-Client-Krücke

Schon zu Web-1.0-Zeiten kursierte jene marketing-befeuerte Heilslehre, die den Web-Browser als einzig wahre und gute Anwendungsplattform proklamierte. Das Schöne zumindest blieb stets dem Rich-Client-Modell vorbehalten, und trotz des enormen Hypes hat die am Client installierte Software bis heute ihren festen Platz behauptet. Nun aber soll Web-2.0 den schlanken, ortsunabhängigen Clients endlich zum Durchbruch verhelfen.

Die Fortschritte auf diesem Gebiet sind unbestreitbar, wie man an Browser-Anwendungen wie Google Docs oder Virtual Earth sieht, aber Tom Yager hat mal wieder rekapituliert, welche konzeptionellen Schwächen das Web-2.0-AJAX-Paradigma nach wie vor mit sich rumschleppt:

You should be able to take even a relatively demanding application – say, a unified messaging client – and run it on anything with a browser. But you can’t. Once you try to tackle something like that with AJAX, you quickly discover why Adobe Flash still exists, and why we’re lucky that Adobe is advancing it just in time to bridge the gap between Web 2.0 pipe dreams and wimpy browser reality.

Nebenbei bemerkt hat mir erst letzte Woche der Geschäftsführer eines IT-Dienstleisters dazu gesagt, dass in Kundenprojekten zwar aus Verteilungs‑ und Wartungsgründen Browser-Clients natürlich sehr gefragt seien. Sobald aber mehr Bedienkomfort und Funktionalität auf der Anwendungsoberfläche benötigt werde, geben die Kunden den Rich-Client-Lösungsvarianten den Vorzug.

Unsere Volksvertreter: Ungenierte Bekenntnisse von Computer-Analphabeten

ARD-Kinderreporter: Haben Sie einen Computer?
Hans-Christian Ströbele: Leider ja.
Kinderreporter: Benutzen Sie auch Internet?
Ströbele: Ins Internet bin ich ein Mal gegangen. … Ich weiß, dass es da ein Programm gibt, womit man mit Fundwörtern was finden kann. [Google!]

Hier das Kinderinterview aus dem ARD-Morgenmagazin mit mehreren Bundespolitikern:

Der Streik zeigt: Es geht auch ohne Telekom

Ich zähle zu jenen Telekom-Kunden, die vom Streik der letzen Wochen ziemlich hart getroffen wurden: Seit meinem Büroumzug vor etwa zwei Wochen sitze ich kommunikationsmäßig auf dem Trockenen, weder führte der „rosa Riese“ den beauftragten Telefonneuanschluss inklusive Nummernumzug durch, noch wurde ein DSL-Anschluss eingerichtet. Früher hätte eine solche Situation für einen Journalisten eine mittleres Katastrophe bedeutet.

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PR-Coup nach Google-Art – dann klappt’s auch mit der Zensur

Dass Googles Erfolg maßgeblich auf anhaltend raffinierten PR‑ und Marketingaktivitäten beruht, lässt sich an der aktuellen Kampagne gegen die Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations‑ und Internetverkehrs wieder einmal wunderbar besichtigen. Der Aufhänger ist geschickt gewählt, nachdem in letzter Zeit viel Negatives über die Datensammelwut von Google berichetet wurde. Nun geht das Unternehmen in die Gegenoffensive und greift dabei ein Thema auf, das in Deutschland kontrovers diskutiert wird und stilisiert sich dabei geschickt als Opfer innenpolitscher Sicherheitsmaßnahmen. Man droht mit nichts geringerem als der Schließung des populären E-Mail-Dienstes Gmail/Google, falls die Bundesregierung nicht von ihren „bösen“ Absichten zur E-Mail‑Überwachung lassen sollte.

So kann man Guerrilla-PR also auch aufziehen: Man nimmt die nicht zu vernachlässignede Masse der Gmail-Nutzer als Geiseln, droht der Regierung mit deren (E-Mail‑)Liquidierung und konstruiert den Sachverhalt auf Anhieb so, dass sich die bedrohten User gleich auch noch mit der Sache der Geiselnehmer identifizieren.

Florian Rötzer hat aus diesem Anlass auf Telepolis mal wieder rekapituliert, welchen Dreck Google eigentlich so alles in Sachen Meinungsfreiheit und Datenschutz am Stecken hat und stellt dabei unter anderem fest, dass sich der Suchmaschinenkonzern nicht nur in China dem Regime andient, sondern auch in Deutschland fleißig zensiert.

Apple, wer einmal lügt…

Apple genießt nicht allein wegen seines verhältnimäßig kleinen Marktanteils seit jeher einen gewissen Artenschutz in der Öffentlichkeit. Auf der gerade stattfindenden Entwicklerkonferenz WWDC scheint Steve Jobs nun aber mit seinen großen Sprüchen und dem elenden Gehype endgültig den Boden der Realtiät verlassen zu haben und erntet dafür auf breiter Front ein bis dato nie da gewesenes, kritisches Medienecho.

Zunächst einmal nahmen etliche IT-Profis den angeblich sichersten und schnellsten Browser für Windows, Safari, unter die Lupe und widerlegten die Lobeshymnen innerhalb küzester Zeit als hohles Geschwätz (z.B. hier bei Golem).

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Robert hat die News, und ich die Bilder mit Jobs & Gates…

Jobs & Gates

Robert Basic weist gerade auf ein öffentliches Zusammentreffen von Bill Gates und Steve Jobs hin – ich kann dazu vorab schon die Bilder liefern ;-) . Vorletzte Woche war ich nämlich auch noch einen Tag am Microsoft-Stammsitz in Redmond und besuchte dort unter anderem das Microsoft-Museum. Überraschenderweise finden sich dort etliche Exponate mit Apple-Bezug - unter anderem dieses wunderbar Titelbild des Fortune-Magazins vom August 1991. Kein Treppenwitz… Hier gibts noch ein paar weitere Bilder zu sehen:

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1984, 1987, Google

Orwells 1984, das war in den 80er Jahren die Mahnschrift gegen den totalitären Überwachungsstaat. Den sahen viele 1987 vor der Tür stehen, als hierzulande eine großangelegte Volkszählung stattfand. Ein damaliger Bekannter wehrte sich tatsächlich auf die harte Tour – noch Jahre später hatte er immer wieder Gerichtstermine wegen seiner „Auskunftsverweigerung“. Nebenbei motivierte ihn diese Geschichte zusätzlich zu diversen Aktivitäten in gewaltbereiten autonomen Kreisen. Dabei ging es doch nur um ein paar läppische persönliche Angaben.

Google plant heute noch viel schlimmere Dinge – sie wollen eine vollständige Datenbank mit allen persönlichen Informationen über alle Nutzer – also im Idealfall wohl die gesamte Weltbevökerung. Das ist jetzt keine böswillige Unterstellung, sondern das sagt der Google-CEO Eric Schmidt ganz freimütig in der Presse (der Link wäre schon noch hilfreich gewesen, Heinrich. Aber Google hilft… ;-)).

Einen Aufschrei hab ich bisher noch nicht gehört. Aber vielleicht hat ja Alexander Endl recht: „Es gibt kein zurück.“

1989: Bill Gates über Altair, IBM, OS/2, Unix, Mac, Thin Client usw.

Das scheint ja ein Fundstück für IT-Historiker zu sein: In einer Rede von 1989, die man sich hier runterladen kann (Links ganz unten), scheint Bill Gates in einem Rundumschlag über alle damals wichtigen und teilweise heute noch interessanten Themen der IT-Geschichte zu referieren. Habe leider keine Zeit, mir das anzuhören aber vielleicht findet ja jemand mal ein Transskript davon.

Windows Server 2008 kann nichts für die Ratte, …

Viecherei… aber es gibt trotzdem einen Zusammenhang: Der Bus im Hintergrund hat uns heute Morgen vom Sheraton Downtown Los Angeles ein paar Blöcke weiter zur Windows Hardware Engineering Conference (WinHEC) gefahren. Bill Gates war auch da – er hielt um 9 Uhr die Eröffnungs-Keynote und hat darin unter anderem den offiziellen Produktnamen für das nächste große Serverprodukt von Microsoft bekanntgegeben: Longhorn heißt jetzt „Windows Server 2008“ und soll noch vor Ende des Jahres erscheinen.

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Warum erfährt man Plattners Ethik über US-Medien?

SAP-Gründer Hasso PlattnerEphraim Schwartz hat SAP-Günder Hasso Plattner über die Wirtschaftsperspektiven im Nahen Osten gefragt und eine interessante Antwort erhalten: „Die gesamte arabische Welt wird nicht direkt von SAP bedient, sondern über einen Lizenznehmer in Marokko.“ SAP wollte dort nicht selber präsent sein, und als Begründug nennt Plattner eine früher gefällte Grundsatzentscheidung, die das schwierige Verhältnis von Deutschland, Israel und der arbischen Welt berücksichtige. Mehr wollte Plattner dazu nicht sagen.

Schwartz lobt Plattner für seine ethische Grundhaltung, die dieser offenbar  bei bestimmten geschäftliche Entscheidungen zu Grunde lege. Damit stehe er in krassem Gegensatz zu Firmen wie Yahoo, die um des schnellen Profits Willen sogar Dissidenten an die Chinesische Regierung verraten.

Apple pfeift auf Windows-Konventionen, aber Lumix will Quicktime

Ich weiß nicht, ob ich soviel hartnäckige Arroganz nicht schon wieder gut finden soll: Apple ignoriert ja seit ewigen Zeiten alle Grundregeln des guten Windows-Programmierstils und liefert stattdessen seine Quicktime-Videosoftware bis heute in der immergleichen, spartanischen Aufmachung. (Wäre ja noch schöner, wenn sich der Pionier der grafischen Oberfläche den Regeln des uncoolen Emporkömmlings unterordnen würde… ;-)) Zwar bin ich durchaus ein Freund des gepflegten Minimalimus, solange die Funktionalität nicht drunter leidet. Tut sie aber bei diesem Programm massiv – ich spar mir jetzt mal eine zeitraubende Aufzählung unterlassener (Bedien‑)Hilfeleistungen.

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Google-Hobbythek 1999: Server im Eigenbau

Bastelserver bei Google

So sahen 1999 die ersten selbstgebastelten Server in Googles Rechenzentrum aus (gefunden bei Coding Horror). Auch viele andere Internet-Unternehmen experimentieren übrigens mit eigenen Hardware-Designs und bauen sich die Server zu Tausenden aus Standardkomponenten zusammen – so beispielsweise auch 1&1.

[Wer ausserdem noch wissen möchte, mit welch einfachen Mitteln Google vor 40 Jahren in das Suchgeschäft eingestiegen ist,  findet dazu was in diesem alten Posting.]

Energiefresser IT

Wer bisher geglaubt hat, dass er etwas gegen die Klimakatastrophe tut, indem er sein Auto in der Garage stehen lässt und stattdessen googelt oder sein Blog kultiviert, könnte sich unter Umständen arg getäuscht haben. In letzter Zeit dringt nämlich das Thema Energieververschwendung durch Computer verstärkt an die Oberfläche und konfrontiert uns mit teils unangenehmen Erkenntnissen. Hier ein paar Fakten, die ich kürzlich in einer Expertenrunde zum Thema „Grünes Rechenzentrum“ zu hören bekam:

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Geheimdienste schnüffeln jetzt also auf PCs. Script-Kiddies machen das schon seit 10 Jahren.

Im üblichen, aufmerksamkeitsheischenden Tonfall alarmiert heute unter anderem die Süddeutsche (aber auch Handelsblatt und Co.) auf der Titelseite, dass die Geheimdienste schon seit 2005 auf PCs herumschnüffeln. Ich möchte mich hier gar nicht lang über Fachkompetenz und Recherchetiefe solcher meist von dpa initiierten, medialen Selbstläufer auslassen, und auch nicht über notwendige und überflüssige Selbstverteidigungsmaßnahmen eines Gemeinwesens philosophieren. 

Ich möchte stattdessen zur Abwechslung nur mal dezent darauf hinweisen, dass spätestens seit etwa 1997 jeder versiertere PC-Depp in der Lage ist, fremde PCs auszuspähen und zu überwachen. Die Tools dafür hießen damals Back Orifice oder Sub Seven, und sie ermöglichten erstmals die Spionage unter Windows mit wenigen Mausklicks. Heute werden solche Programme scheinheilig als Fernsteuerungstools vertrieben, für die subtilere Spionage nutzen IT-Profis mittlerweile Root-Kit-Techniken.

Plaxo-Nachahmer Cardscan: Wann entschuldigt sich der CEO für die üblen Spam-Mails?

Cardscan macht auf Plaxo

Gerade habe ich wieder eine üble Spam-Mail vom Visitenkarten‑ und Adressverwaltungsanbieter Cardscan  (der nebenbei bekannt ist für die praktischen Visitenkartenscanner) erhalten. Die freche Behauptung des Plaxo-Nachahmers lautet darin, dass ich kürzlich eine Aktualisierung meiner Adressdaten in der Cardscan-Datenbank vorgenommen hätte.

Tatsache ist, dass ich weder der Aufnahme meiner Adresse in die Cardscan-Datenbank zugestimmt, noch in irgendeiner Form zu einem früheren Zeitpunkt mit Cardscan Kontakt aufgenommen habe. Wie kommt dann Cardscan an meine Daten? Weil ein mir nicht persönlich bekannter Herr meine Adressdaten in seinen Outlook-Kontakten führt und diese wiederum komplett dem „praktischen“ Aktualisierungsdienst von Cardscan zur Pflege übergeben hat.

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Apples iPhone: Ein Wunderhandy oder nur der neue Newton mit 40 Minuten Akkulaufzeit?

Wenn mir jemand erzählt, er könne ein 1-Liter-Auto bauen, bin ich zunächst eimal genauso skeptisch wie wenn mir jemand von einem neuen Multifunktionshandy/Smartphone erzählt, das alles besser können soll als die bisher am Markt verfügbaren Geräte und das vor allem und in erster Linie revolutionär sein soll. Über all die wundersamen Fähigkeiten, die Apples kommendem iPhone zugeschrieben wurden, bin ich bisher also recht erstaunt. Denn immerhin befasse ich mich seit sieben Jahren sehr intensiv mit PDAs und insbesondere mit Microsofts Pocket-PC-Plattform und habe hier die vielen Schwierigkeiten, Unzulänglichkeiten und Rückschläge miterlebt. Auch in dieser Branche kochen alle mit Wasser, und die entscheidende limitierenden Faktoren bei Handys und PDAs sind hinlänglich bekannt:

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Wer bedroht heute eigentlich unsere Privatsphäre?

We worry about the government rummaging through our call records, but it takes homework to turn a call history into a weapon against you.

Tom Yager beleuchtet in seiner aktuellen Infoworld-Kolumne die völlig unterschätzte, stark wachsende Gefahr für unsere Privatsphäre durch  immer leistungsfähigere Smartphones. Auf den gleichen Punkte habe ich kürzlich hier ebenfalls verwiesen – dass nämlich die Medien nach wie vor den Staat als großen Überwachungsteufel an die Wand malen, während gleichzeitig weitgehend unbeachtet von der Öffenlichkeit jene viel größere Gefahr für die individuelle Freiheit und Sicherheit heranwächst, die von persönlichen Computertechnologien ausgeht.

Office stammt vom Mac und Bill Gates wirbt für Apple

Bill Gates 84: Um die Ursprünge von Apples Macintosh und Windows ranken sich viele Legenden. Einer gängigen Meinung nach hat Microsoft in den 80ern die Windows-Benutzeroberfläche von Apple kopiert. Ob nun, wie eine gelegentlich vertretene Gegenmeinung besagt, Steve Jobs als Praktikant bei XEROX PARC die dort entwickelten grafischen Bediensysteme Star und Alto kennengelernt hatte, um diese danach als erster erfolgreich abzukupfern, sei mal dahingestellt.

Mir bisher unbekannt war jedenfalls der Umstand, dass Microsoft seine Textverarbeitung Word 1.0 auf Mac-Prototypen  entwickelte, um sie 1984 als erste Office-Anwendung gemeinsam mit dem Ur-Mac auszuliefern. 1985 folgte Excel 1.0 für Mac nach. Hier ein netter Beleg – eine Apple-Zeitungsanzeige von 1984 mit frühen MS-Büroanwendungen auf dem Mac.

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