Archiv für die Kategorie 'Web, IT und Technik'

PR-Coup nach Google-Art – dann klappt’s auch mit der Zensur

Dass Googles Erfolg maßgeblich auf anhaltend raffinierten PR‑ und Marketingaktivitäten beruht, lässt sich an der aktuellen Kampagne gegen die Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations‑ und Internetverkehrs wieder einmal wunderbar besichtigen. Der Aufhänger ist geschickt gewählt, nachdem in letzter Zeit viel Negatives über die Datensammelwut von Google berichetet wurde. Nun geht das Unternehmen in die Gegenoffensive und greift dabei ein Thema auf, das in Deutschland kontrovers diskutiert wird und stilisiert sich dabei geschickt als Opfer innenpolitscher Sicherheitsmaßnahmen. Man droht mit nichts geringerem als der Schließung des populären E-Mail-Dienstes Gmail/Google, falls die Bundesregierung nicht von ihren „bösen“ Absichten zur E-Mail‑Überwachung lassen sollte.

So kann man Guerrilla-PR also auch aufziehen: Man nimmt die nicht zu vernachlässignede Masse der Gmail-Nutzer als Geiseln, droht der Regierung mit deren (E-Mail‑)Liquidierung und konstruiert den Sachverhalt auf Anhieb so, dass sich die bedrohten User gleich auch noch mit der Sache der Geiselnehmer identifizieren.

Florian Rötzer hat aus diesem Anlass auf Telepolis mal wieder rekapituliert, welchen Dreck Google eigentlich so alles in Sachen Meinungsfreiheit und Datenschutz am Stecken hat und stellt dabei unter anderem fest, dass sich der Suchmaschinenkonzern nicht nur in China dem Regime andient, sondern auch in Deutschland fleißig zensiert.

Apple, wer einmal lügt…

Apple genießt nicht allein wegen seines verhältnimäßig kleinen Marktanteils seit jeher einen gewissen Artenschutz in der Öffentlichkeit. Auf der gerade stattfindenden Entwicklerkonferenz WWDC scheint Steve Jobs nun aber mit seinen großen Sprüchen und dem elenden Gehype endgültig den Boden der Realtiät verlassen zu haben und erntet dafür auf breiter Front ein bis dato nie da gewesenes, kritisches Medienecho.

Zunächst einmal nahmen etliche IT-Profis den angeblich sichersten und schnellsten Browser für Windows, Safari, unter die Lupe und widerlegten die Lobeshymnen innerhalb küzester Zeit als hohles Geschwätz (z.B. hier bei Golem).

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Robert hat die News, und ich die Bilder mit Jobs & Gates…

Jobs & Gates

Robert Basic weist gerade auf ein öffentliches Zusammentreffen von Bill Gates und Steve Jobs hin – ich kann dazu vorab schon die Bilder liefern ;-) . Vorletzte Woche war ich nämlich auch noch einen Tag am Microsoft-Stammsitz in Redmond und besuchte dort unter anderem das Microsoft-Museum. Überraschenderweise finden sich dort etliche Exponate mit Apple-Bezug - unter anderem dieses wunderbar Titelbild des Fortune-Magazins vom August 1991. Kein Treppenwitz… Hier gibts noch ein paar weitere Bilder zu sehen:

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1984, 1987, Google

Orwells 1984, das war in den 80er Jahren die Mahnschrift gegen den totalitären Überwachungsstaat. Den sahen viele 1987 vor der Tür stehen, als hierzulande eine großangelegte Volkszählung stattfand. Ein damaliger Bekannter wehrte sich tatsächlich auf die harte Tour – noch Jahre später hatte er immer wieder Gerichtstermine wegen seiner „Auskunftsverweigerung“. Nebenbei motivierte ihn diese Geschichte zusätzlich zu diversen Aktivitäten in gewaltbereiten autonomen Kreisen. Dabei ging es doch nur um ein paar läppische persönliche Angaben.

Google plant heute noch viel schlimmere Dinge – sie wollen eine vollständige Datenbank mit allen persönlichen Informationen über alle Nutzer – also im Idealfall wohl die gesamte Weltbevökerung. Das ist jetzt keine böswillige Unterstellung, sondern das sagt der Google-CEO Eric Schmidt ganz freimütig in der Presse (der Link wäre schon noch hilfreich gewesen, Heinrich. Aber Google hilft… ;-)).

Einen Aufschrei hab ich bisher noch nicht gehört. Aber vielleicht hat ja Alexander Endl recht: „Es gibt kein zurück.“

1989: Bill Gates über Altair, IBM, OS/2, Unix, Mac, Thin Client usw.

Das scheint ja ein Fundstück für IT-Historiker zu sein: In einer Rede von 1989, die man sich hier runterladen kann (Links ganz unten), scheint Bill Gates in einem Rundumschlag über alle damals wichtigen und teilweise heute noch interessanten Themen der IT-Geschichte zu referieren. Habe leider keine Zeit, mir das anzuhören aber vielleicht findet ja jemand mal ein Transskript davon.

Windows Server 2008 kann nichts für die Ratte, …

Viecherei… aber es gibt trotzdem einen Zusammenhang: Der Bus im Hintergrund hat uns heute Morgen vom Sheraton Downtown Los Angeles ein paar Blöcke weiter zur Windows Hardware Engineering Conference (WinHEC) gefahren. Bill Gates war auch da – er hielt um 9 Uhr die Eröffnungs-Keynote und hat darin unter anderem den offiziellen Produktnamen für das nächste große Serverprodukt von Microsoft bekanntgegeben: Longhorn heißt jetzt „Windows Server 2008“ und soll noch vor Ende des Jahres erscheinen.

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Warum erfährt man Plattners Ethik über US-Medien?

SAP-Gründer Hasso PlattnerEphraim Schwartz hat SAP-Günder Hasso Plattner über die Wirtschaftsperspektiven im Nahen Osten gefragt und eine interessante Antwort erhalten: „Die gesamte arabische Welt wird nicht direkt von SAP bedient, sondern über einen Lizenznehmer in Marokko.“ SAP wollte dort nicht selber präsent sein, und als Begründug nennt Plattner eine früher gefällte Grundsatzentscheidung, die das schwierige Verhältnis von Deutschland, Israel und der arbischen Welt berücksichtige. Mehr wollte Plattner dazu nicht sagen.

Schwartz lobt Plattner für seine ethische Grundhaltung, die dieser offenbar  bei bestimmten geschäftliche Entscheidungen zu Grunde lege. Damit stehe er in krassem Gegensatz zu Firmen wie Yahoo, die um des schnellen Profits Willen sogar Dissidenten an die Chinesische Regierung verraten.

Apple pfeift auf Windows-Konventionen, aber Lumix will Quicktime

Ich weiß nicht, ob ich soviel hartnäckige Arroganz nicht schon wieder gut finden soll: Apple ignoriert ja seit ewigen Zeiten alle Grundregeln des guten Windows-Programmierstils und liefert stattdessen seine Quicktime-Videosoftware bis heute in der immergleichen, spartanischen Aufmachung. (Wäre ja noch schöner, wenn sich der Pionier der grafischen Oberfläche den Regeln des uncoolen Emporkömmlings unterordnen würde… ;-)) Zwar bin ich durchaus ein Freund des gepflegten Minimalimus, solange die Funktionalität nicht drunter leidet. Tut sie aber bei diesem Programm massiv – ich spar mir jetzt mal eine zeitraubende Aufzählung unterlassener (Bedien‑)Hilfeleistungen.

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Google-Hobbythek 1999: Server im Eigenbau

Bastelserver bei Google

So sahen 1999 die ersten selbstgebastelten Server in Googles Rechenzentrum aus (gefunden bei Coding Horror). Auch viele andere Internet-Unternehmen experimentieren übrigens mit eigenen Hardware-Designs und bauen sich die Server zu Tausenden aus Standardkomponenten zusammen – so beispielsweise auch 1&1.

[Wer ausserdem noch wissen möchte, mit welch einfachen Mitteln Google vor 40 Jahren in das Suchgeschäft eingestiegen ist,  findet dazu was in diesem alten Posting.]

Energiefresser IT

Wer bisher geglaubt hat, dass er etwas gegen die Klimakatastrophe tut, indem er sein Auto in der Garage stehen lässt und stattdessen googelt oder sein Blog kultiviert, könnte sich unter Umständen arg getäuscht haben. In letzter Zeit dringt nämlich das Thema Energieververschwendung durch Computer verstärkt an die Oberfläche und konfrontiert uns mit teils unangenehmen Erkenntnissen. Hier ein paar Fakten, die ich kürzlich in einer Expertenrunde zum Thema „Grünes Rechenzentrum“ zu hören bekam:

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Geheimdienste schnüffeln jetzt also auf PCs. Script-Kiddies machen das schon seit 10 Jahren.

Im üblichen, aufmerksamkeitsheischenden Tonfall alarmiert heute unter anderem die Süddeutsche (aber auch Handelsblatt und Co.) auf der Titelseite, dass die Geheimdienste schon seit 2005 auf PCs herumschnüffeln. Ich möchte mich hier gar nicht lang über Fachkompetenz und Recherchetiefe solcher meist von dpa initiierten, medialen Selbstläufer auslassen, und auch nicht über notwendige und überflüssige Selbstverteidigungsmaßnahmen eines Gemeinwesens philosophieren. 

Ich möchte stattdessen zur Abwechslung nur mal dezent darauf hinweisen, dass spätestens seit etwa 1997 jeder versiertere PC-Depp in der Lage ist, fremde PCs auszuspähen und zu überwachen. Die Tools dafür hießen damals Back Orifice oder Sub Seven, und sie ermöglichten erstmals die Spionage unter Windows mit wenigen Mausklicks. Heute werden solche Programme scheinheilig als Fernsteuerungstools vertrieben, für die subtilere Spionage nutzen IT-Profis mittlerweile Root-Kit-Techniken.

Plaxo-Nachahmer Cardscan: Wann entschuldigt sich der CEO für die üblen Spam-Mails?

Cardscan macht auf Plaxo

Gerade habe ich wieder eine üble Spam-Mail vom Visitenkarten‑ und Adressverwaltungsanbieter Cardscan  (der nebenbei bekannt ist für die praktischen Visitenkartenscanner) erhalten. Die freche Behauptung des Plaxo-Nachahmers lautet darin, dass ich kürzlich eine Aktualisierung meiner Adressdaten in der Cardscan-Datenbank vorgenommen hätte.

Tatsache ist, dass ich weder der Aufnahme meiner Adresse in die Cardscan-Datenbank zugestimmt, noch in irgendeiner Form zu einem früheren Zeitpunkt mit Cardscan Kontakt aufgenommen habe. Wie kommt dann Cardscan an meine Daten? Weil ein mir nicht persönlich bekannter Herr meine Adressdaten in seinen Outlook-Kontakten führt und diese wiederum komplett dem „praktischen“ Aktualisierungsdienst von Cardscan zur Pflege übergeben hat.

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Apples iPhone: Ein Wunderhandy oder nur der neue Newton mit 40 Minuten Akkulaufzeit?

Wenn mir jemand erzählt, er könne ein 1-Liter-Auto bauen, bin ich zunächst eimal genauso skeptisch wie wenn mir jemand von einem neuen Multifunktionshandy/Smartphone erzählt, das alles besser können soll als die bisher am Markt verfügbaren Geräte und das vor allem und in erster Linie revolutionär sein soll. Über all die wundersamen Fähigkeiten, die Apples kommendem iPhone zugeschrieben wurden, bin ich bisher also recht erstaunt. Denn immerhin befasse ich mich seit sieben Jahren sehr intensiv mit PDAs und insbesondere mit Microsofts Pocket-PC-Plattform und habe hier die vielen Schwierigkeiten, Unzulänglichkeiten und Rückschläge miterlebt. Auch in dieser Branche kochen alle mit Wasser, und die entscheidende limitierenden Faktoren bei Handys und PDAs sind hinlänglich bekannt:

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Wer bedroht heute eigentlich unsere Privatsphäre?

We worry about the government rummaging through our call records, but it takes homework to turn a call history into a weapon against you.

Tom Yager beleuchtet in seiner aktuellen Infoworld-Kolumne die völlig unterschätzte, stark wachsende Gefahr für unsere Privatsphäre durch  immer leistungsfähigere Smartphones. Auf den gleichen Punkte habe ich kürzlich hier ebenfalls verwiesen – dass nämlich die Medien nach wie vor den Staat als großen Überwachungsteufel an die Wand malen, während gleichzeitig weitgehend unbeachtet von der Öffenlichkeit jene viel größere Gefahr für die individuelle Freiheit und Sicherheit heranwächst, die von persönlichen Computertechnologien ausgeht.

Office stammt vom Mac und Bill Gates wirbt für Apple

Bill Gates 84: Um die Ursprünge von Apples Macintosh und Windows ranken sich viele Legenden. Einer gängigen Meinung nach hat Microsoft in den 80ern die Windows-Benutzeroberfläche von Apple kopiert. Ob nun, wie eine gelegentlich vertretene Gegenmeinung besagt, Steve Jobs als Praktikant bei XEROX PARC die dort entwickelten grafischen Bediensysteme Star und Alto kennengelernt hatte, um diese danach als erster erfolgreich abzukupfern, sei mal dahingestellt.

Mir bisher unbekannt war jedenfalls der Umstand, dass Microsoft seine Textverarbeitung Word 1.0 auf Mac-Prototypen  entwickelte, um sie 1984 als erste Office-Anwendung gemeinsam mit dem Ur-Mac auszuliefern. 1985 folgte Excel 1.0 für Mac nach. Hier ein netter Beleg – eine Apple-Zeitungsanzeige von 1984 mit frühen MS-Büroanwendungen auf dem Mac.

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