Google polarisiert

Netter Flamewar zwischen Robert Basic und Spreeblick: Letztere beklagen sich über die Stammtischparolen gegen den Datenkraken Google, und darüber, dass sich auch Robert mit seiner Kritik an Google Chrome daran beteilige. Ein schönes Stück darüber (inklusive der Kommentare), wie sich die Rolle von Google gerade rasant verändert – vom einstigen Liebling zu einem polarisierenden Unternehmen, dem ein zunehmend scharfer Wind ins Gesicht bläst. Vor allem aus der bisher überwiegend Google-freundlichen Blog-Szene.

Will mich Google Chrome belehren? Oder warum sonst serviert er mir die alte Microsoft-Spionage-Klamotte?

googlechrome_heise

Beim Testen von Google Chrome bin ich gerade auf ein sehr sonderbares Verhalten gestoßen: Während ich in der intelligenten Adresszeile "heise.de” eingebe, erscheint in der heruntergeklappten Vorschlagsliste (Google-Suggest-Dienst) nicht etwa der Link auf die Heise-Startseite, sondern ein tief in das Telepolis-Archiv zeigender Verweis auf einen neun Jahre alten Artikel. Thema: Wie die NSA eine Hintertür in Windows einbaute. Ein Zufall ist das ja wohl nicht. Eher schon ein – in meinen Augen peinliches – Ablenkungsmanöver nach dem Motto: “Schaut her, die eigentlichen Datenspione sitzen in Redmond.” Sind das erste Anzeichen von Nervosität angesichts der lauter werdenden Kritik an Googles Datensammelwut? Zumindest wirkt es immer etwas uncool und verkrampft, wenn sich der Ertappte mit Verfehlungen anderer zu entschuldigen versucht.

Auf einem anderen Testsystem konnte ich dieses Verhalten übrigens nicht reproduzieren, aber der Vorschlag muss von Google kommen, denn dieser Beitrag war mir bisher unbekannt und kann sich daher auf keinen Fall in irgendeinem Cache befunden haben.

Die interessante Frage ist nun, ob Google diesen Vorschlag gezielt mir persönlich präsentiert, weil ich womöglich in deren System mit Tags wie “Google-Kritiker” oder “Datenschützer” belegt bin? Vielleicht hat ja noch jemand ähnliche Beobachtungen machen können.

Google weiß auch ohne Browser-Seriennummer schon sehr viel

Nachdem Google mit der Seriennummer im neuen Browser Chrome auf recht aggressive Art die totale Überwachbarkeit des Internet-Nutzers vorantreibt, habe ich mal wieder in mein Gmail-Postfach reingeschaut, um nachzusehen, was die eigentlich schon alles von mir wissen. Und dabei ist mir aufgefallen, daß dort in der Mail-Datenbank auch jede Chat-Sitzung mit Google-Talk gespeichert wird. Das sollte jeder wissen, der dieses Tool benutzt. Klar, kann man in den Optionen des Programms deaktivieren. Aber wie bei Google üblich steht die Default-Einstellung erst einmal auf “Gib uns alles, was Du hast”.

google talk

Klimaskeptiker, Verschwörungen – und dann fällt “Die Welt” noch auf den Fake-Tornado herein

Auch die Welt fällt auf den Tornado-Fake herein

Manchmal ist es schon schwer, in dieser virtuellen Welt richtig von falsch und wahr von unwahr zu unterscheiden. Haben denn diese Klimaskeptiker vielleicht recht, die – wie die Welt gerade berichtet –, behaupten, dass es sich beim “Klimawandel” um ein globales Finanzprojekt zum Abschöpfen von Steuergeldern handelt. Oder sind das einfach nur Scharlatane?

Eigentlich ein ernstes Thema. Aber wie ernst soll man es denn nehmen, wenn dem Beitrag als Argumentationshilfe ein furchteinflößendes Foto zur Seite gestellt wird, das sich hinterher als Fake erweist? Angeblich soll diese aufsehenerregende Aufnahme, mit der Welt-Online ihren Artikel ziert, jenen Wirbelsturm vom 10. Juni darstellen, bei dem in Iowa etliche Menschen ums Leben gekommen sind. Doch wie auf einigen amerikanischen Blogs und Websites zu lesen ist, handelt es sich hierbei um eine Fälschung, die einige Wochen lang unwidersprochen durch die US-Mainstreammedien geisterte. Einer Erklärung von Meteorologynews.com zufolge handelt es sich bei der Abbildung in Wirklichkeit um einen “supercell thunderstorm”:

Rather than a tornado, the image appears to be of a shelf cloud or other feature of a well-structured supercell thunderstorm.

Einige andere Kommenatoren tippen auf Photoshop.

Gute Nerven: Österreicher pariert Haiangriff

[Edit: Sehr ärgerlich: Das Onlinemagazin Ocean7 hat den hier verlinkten Clip kommentarlos vom Netz genommen. Zu sehen war ein zum Glück harmlos verlaufender Angriff eines Weißspitzenhais (Longimanus) im Roten Meer auf einen österreichischen Taucher, den dieser mit seiner Kamera abwehren konnnte.]

Als Ersatz hier zwei haarscharfe Begegnungen mit dieser „fiesen Mömmes“ (O-Ton Sven, s.u. :-) ):

„Biss in die Flosse“

„Knapp vorbei“
 

[Hier der alte Text und das Bild zum alten Video:]

… und die letzten Sekunden genau beobachten: unten der Hai, oben die Beine von zwei Schwimmern! (Quelle: Bericht auf Ocean7 Online, 6/2008)

Hier kommt der Hai

Hier kommt der Hai

Rasante Lesermigration ins Web

Das amerikanische PEW-Institut bringt die Gründe der nicht enden wollenden Medienkrise gut auf den Punkt:

Die immer bedrohlicher werdende Realität ist, dass die Werbung nicht so schnell ins Internet wandert wie die Konsumenten.

Und auch darüber sollten sich alle Medienschaffenden Gedanken machen:

Die Krise des Journalismus ist nicht der Verlust des Publikums. Es ist das Ende der Verbindung zwischen Nachrichten und Werbung.

Man könnte es auch so umschreiben: Unternehmen haben es heute nicht mehr nötig, sehr teure Mitreisetickets (Anzeigenschaltung) auf den wenigen Kanälen durch die Tribünen des Massenpublikums zu kaufen. Stattdessen eröffnet heute jeder, der kommerziell was mitzuteilen hat, gleich seinen eigenen Kanal und bedient sein Zielpublikum individuell.

Gefunden bei der FAZ, wo es noch einige weitere interessante Infos über eine aktuelle Allensbach-Studie zum veränderten Mediennutzungsverhalten gibt. (via off the record)

Neuer Live Writer – Blogging für Dummies

Erdinger Altstadt, mein Büro

Microsoft bietet mit dem Windows Live Writer ja schon länger einen sehr komfortablen Editor an – quasi ein “Word für Blogger”. Damit bloggt es sich viel angenehmer als mit den üblichen, integrierten Browser-Editoren, die nicht selten ein Usability-Albtraum sind. Gerade probiere ich die (englische) Testversion für das nächste Release aus. Bringt einige interessante neue Funktionen zum Einbetten von Karten (siehe obiges Beispiel), Videos, Bildern etc. Infos und Download gibt es hier. Interessant ist auch die Versionsnummer 14.0.39… Das deutet darauf hin, dass der Live Writer zur Familie der nächsten Microsoft-Office-Version 14 gehören könnte.

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