Rasante Lesermigration ins Web

Das amerikanische PEW-Institut bringt die Gründe der nicht enden wollenden Medienkrise gut auf den Punkt:

Die immer bedrohlicher werdende Realität ist, dass die Werbung nicht so schnell ins Internet wandert wie die Konsumenten.

Und auch darüber sollten sich alle Medienschaffenden Gedanken machen:

Die Krise des Journalismus ist nicht der Verlust des Publikums. Es ist das Ende der Verbindung zwischen Nachrichten und Werbung.

Man könnte es auch so umschreiben: Unternehmen haben es heute nicht mehr nötig, sehr teure Mitreisetickets (Anzeigenschaltung) auf den wenigen Kanälen durch die Tribünen des Massenpublikums zu kaufen. Stattdessen eröffnet heute jeder, der kommerziell was mitzuteilen hat, gleich seinen eigenen Kanal und bedient sein Zielpublikum individuell.

Gefunden bei der FAZ, wo es noch einige weitere interessante Infos über eine aktuelle Allensbach-Studie zum veränderten Mediennutzungsverhalten gibt. (via off the record)

Neuer Live Writer – Blogging für Dummies

Erdinger Altstadt, mein Büro

Microsoft bietet mit dem Windows Live Writer ja schon länger einen sehr komfortablen Editor an – quasi ein “Word für Blogger”. Damit bloggt es sich viel angenehmer als mit den üblichen, integrierten Browser-Editoren, die nicht selten ein Usability-Albtraum sind. Gerade probiere ich die (englische) Testversion für das nächste Release aus. Bringt einige interessante neue Funktionen zum Einbetten von Karten (siehe obiges Beispiel), Videos, Bildern etc. Infos und Download gibt es hier. Interessant ist auch die Versionsnummer 14.0.39… Das deutet darauf hin, dass der Live Writer zur Familie der nächsten Microsoft-Office-Version 14 gehören könnte.

Prima Klima: Über Eiszeitmythen und die Wikinger im schiffbaren Polarmeer

Was für ein Sommer: Kaum befällt einen bei über 30 Grad wieder mal die Angst vor der Klimakatastrophe, die uns gnadenlos ausdörren und verglühen wird, bibbern wir Tags darauf schon wieder bei 14 Grad. Kommt es also vielleicht ganz anders, stehen wir in Wirklichkeit vor der nächsten Eiszeit? Nein, sagt Wikipedia, wir befinden uns nämlich geschichtlich gesehen immer noch in einer Eiszeit! Hier aus dem Artikel "Eiszeit" ein paar interessante klimageschichtliche Erkenntnisse:

Die aktuelle »Nacheiszeit«, in der geologischen Zeitskala als Holozän bezeichnet, ist eine Warmzeit innerhalb eines globalen Eiszeitalters, die seit etwa 11.000 Jahren andauert. Auch in den Wärmephasen eines globalen Eiszeitalters bleibt das Klima im erdgeschichtlichen Vergleich relativ kalt, die Eisbedeckung in der Nähe der Pole und höheren Gebirgen wird meistens erhalten.

Unser jetziges Eiszeitalter hat vor etwa 2,6 Millionen Jahren, im Pliozän, begonnen. Andere Quellen geben den Beginn mit 2,7 Millionen Jahren vor heute an.

Dass die heutigen Gletscher der Alpen oder Skandinaviens Reste der letzten Vereisung sind, wird vielfach angenommen, ist aber falsch. Vielmehr war Europa auf dem Höhepunkt der Nacheiszeit (Holozän) vor ungefähr 7.000 Jahren völlig eisfrei. Die meisten europäischen Gletscher sind erst danach wieder entstanden und demnach ziemlich jung und höchstens 6.000 Jahre alt. Ihr Umfang schwankte in den letzten Jahrtausenden zudem stark.

 

Und dann noch was aus dem Artikel "Kleine Eiszeit":

Während des Mittelalterlichen Klimaoptimums zog sich z.B. im nördlichen Atlantik das Packeis nach Norden zurück und die Landgletscher verschwanden teilweise. Diese Erwärmung erlaubte es den Wikingern, Island (seit etwa 870) und Grönland (seit 986) zu besiedeln. Das Polarmeer war in beiden Richtungen schiffbar.

Online-Umsätze erst in 10 Jahren auf Print-Niveau?

Der Vorstandschef des Axel Springer Verlags, Mathias Döpfner, gibt im Interview mit der FAZ eine für mich überraschend konservative Schätzung ab, wie sich die Online-Umsätze im Vergleich zum traditionellen Geschäft mit Druckerzeugnissen entwickeln werden:

FAZ: Wann wird Ihr Verlag mehr Geld in der digitalen Welt verdienen als mit gedruckten Zeitungen?

Döpfner: Solche Prognosen sind schwierig. Ich kann mir aber vorstellen, dass unser Haus in etwa zehn Jahren die Hälfte von Umsatz und Gewinn online erwirtschaftet. Das wäre ein gesundes Verhältnis. Zum Vergleich: Heute liegt der Online-Anteil am Gesamtumsatz bei knapp 10 Prozent.

Das gibt mir zu denken, weil ich glaube, dass Springer im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen, die Online bisher nicht richtig verstehen und den Kopf in den Sand stecken, eine sehr realistischen Kurs fährt und Geld macht, wo es zu machen ist. Und das, wo es im Web für die publizierende Branche immer noch nicht allzuviel zu holen gibt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch seine Analyse des amerikanischen Markts, von dem wir seit einiger Zeit Meldungen über den Niedergang der Print-Verlage und die hohe Profitabilität vieler Web-Publikationen hören. Döpfners Erklärung dafür: "[Viele] traditionelle europäische Medienunternehmen [verändern sich] dynamischer als amerikanische. … [Dort] kann ich bei traditionellen Zeitungsunternehmen wenig Anstrengungen erkennen, sich zum multimedialen Verleger zu wandeln.

Siehe auch:

Dr. Doolittle, au Schweinebacke

An alle, die nach Grünofant suchen: Wer erinnert sich denn noch an Dr. Doolittle? Und Schweinebacke? Dieser Zeichentrickklassiker scheint zu den echten Raritäten der frühen 70er zu gehören. Bei Youtube gibt’s  nur ein paar englische Originalschnipsel, und in der großen Wikipedia schwadroniert das Autorenkollektiv zwar wortreich zu den Doolittle-Büchern und -Spielfilmen – aber was soll man von Autoren halten, die offenbar diese Trickfilmserie nicht kennen? 😉

schweinebacke

Was macht man mit seinem iPhone?

Fragen haben manche Leute. „Was macht man mit seinem iphone“ wollte gestern zum Beispiel jemand vom Google-Orakel wissen – und ist damit auf diesem Blog gelandet. Falls es lediglich um den Ersatz für eine verlorengegangene iPhone-Bedienungsanleitung geht, dann kann ich mit einer treffsichereren Google-Anfrage weiterhelfen. Oder aber, hier hat jemand das Kulthandy gekauft und weiß nun nichts damit anzufangen. Dann wüsste ich sofort einige dankbare  Abnehmer. Was soll’s denn kosten?

Tipp: Wheelie leicht gemacht

pfeiffer_wheelieWas waren wir ahnungslos, früher, ohne Internet. Beispiel Motorradfahren. Ich bin damals ja viel gefahren, aber die entscheidenden Fahrtechniken wie den Wheelie hat mir keiner gezeigt. Der heutige Biker-Nachwuchs lernt das hingegen ganz einfach: Du klickst auf www.chrispfeiffer.com, lädst Dir unter „Tipps & Tricks“ das gewünschte PDF herunter, übst die Schritte 1-6 schön der Reihe nach – und fertig ist der Stunt. Gibt’s auch mit Stoppie und Donut.

Wem übrigens die Kinnlade noch nicht ganz unten hängt, der kann Motorrad-Genie und Stuntfahrer Chris Pfeiffer bei weiteren Aktionen zuschauen (Videos weiter unten; oder gleich zu Youtube).

VW-Bus – den Ur-Oldie gibt’s immer noch

brasilienbus122[1]

Der Vater eines Spezls hatte damals einen solchen „VW-Bus“ (T2), es war ein Firmenlieferwagen  ohne Sitzbänke. Ab und zu holte er uns damit von der Schule ab. Wir waren immer zu viert oder zu fünft, und weil auf der Sitzbank vorne nur Platz für drei war, musste der Rest hinten auf der Ladefläche sitzen. Das war aber auch kein Problem, weil die alten VW-Busse bekanntlich diese Stufe im Laderaum hatten, unter der sich der Heckmotor verbarg. Und die eignete sich prima als Sitzbank. Heute würde jede/r halbwegs vernünftige Mutter/Vater beim Anblick eines solchen Kindertransports einen Schreikrampf kriegen. Für uns war es eine Riesengaudi, und Sicherheitsgurte hinten hielt man zu dieser Zeit ohnehin noch für eine eher absurde Idee.

Man möchte es nicht glauben, aber diesen Klassiker, der in den 70ern das Straßenbild prägte, gibt es immer noch! VW Brasilien produziert das Modell mit der Typbezeichnung Kombi/T2c bis heute in nahezu unveränderter Form, und Dank einiger gewiefter Geschäftsleute wie denen von Brasilienbus.de könnten uns solche fabrikneuen Oldtimer vielleicht wieder öfter mal auf unseren Straßen begegnen.

Heino 2.0

Heute hau’n wir richtig auf die Pauke…
…wir wandern von der Oder an den Rhein…

…Wir singen eins, zwei, drei,
oh du schöne Loreley,
schwarz rot, gold,
das sind unsere Farben,
der Wagen rollt…

Schräg, dieser Alexander Marcus. Spiegel Online nennt ihn Schlagerfuzzi 2.0.  Der Name schaut mir nach einem Assoziationsspielchen aus – mein Vorschlag wäre Peter Alexander und Jürgen Marcus. Dazu hat die Youtube-Mottenkiste natürlich auch einiges zu bieten – ich sag nur Ilja und Dieter-Thomas:

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