Prima Klima: Über Eiszeitmythen und die Wikinger im schiffbaren Polarmeer

Was für ein Sommer: Kaum befällt einen bei über 30 Grad wieder mal die Angst vor der Klimakatastrophe, die uns gnadenlos ausdörren und verglühen wird, bibbern wir Tags darauf schon wieder bei 14 Grad. Kommt es also vielleicht ganz anders, stehen wir in Wirklichkeit vor der nächsten Eiszeit? Nein, sagt Wikipedia, wir befinden uns nämlich geschichtlich gesehen immer noch in einer Eiszeit! Hier aus dem Artikel "Eiszeit" ein paar interessante klimageschichtliche Erkenntnisse:

Die aktuelle »Nacheiszeit«, in der geologischen Zeitskala als Holozän bezeichnet, ist eine Warmzeit innerhalb eines globalen Eiszeitalters, die seit etwa 11.000 Jahren andauert. Auch in den Wärmephasen eines globalen Eiszeitalters bleibt das Klima im erdgeschichtlichen Vergleich relativ kalt, die Eisbedeckung in der Nähe der Pole und höheren Gebirgen wird meistens erhalten.

Unser jetziges Eiszeitalter hat vor etwa 2,6 Millionen Jahren, im Pliozän, begonnen. Andere Quellen geben den Beginn mit 2,7 Millionen Jahren vor heute an.

Dass die heutigen Gletscher der Alpen oder Skandinaviens Reste der letzten Vereisung sind, wird vielfach angenommen, ist aber falsch. Vielmehr war Europa auf dem Höhepunkt der Nacheiszeit (Holozän) vor ungefähr 7.000 Jahren völlig eisfrei. Die meisten europäischen Gletscher sind erst danach wieder entstanden und demnach ziemlich jung und höchstens 6.000 Jahre alt. Ihr Umfang schwankte in den letzten Jahrtausenden zudem stark.

 

Und dann noch was aus dem Artikel "Kleine Eiszeit":

Während des Mittelalterlichen Klimaoptimums zog sich z.B. im nördlichen Atlantik das Packeis nach Norden zurück und die Landgletscher verschwanden teilweise. Diese Erwärmung erlaubte es den Wikingern, Island (seit etwa 870) und Grönland (seit 986) zu besiedeln. Das Polarmeer war in beiden Richtungen schiffbar.

Online-Umsätze erst in 10 Jahren auf Print-Niveau?

Der Vorstandschef des Axel Springer Verlags, Mathias Döpfner, gibt im Interview mit der FAZ eine für mich überraschend konservative Schätzung ab, wie sich die Online-Umsätze im Vergleich zum traditionellen Geschäft mit Druckerzeugnissen entwickeln werden:

FAZ: Wann wird Ihr Verlag mehr Geld in der digitalen Welt verdienen als mit gedruckten Zeitungen?

Döpfner: Solche Prognosen sind schwierig. Ich kann mir aber vorstellen, dass unser Haus in etwa zehn Jahren die Hälfte von Umsatz und Gewinn online erwirtschaftet. Das wäre ein gesundes Verhältnis. Zum Vergleich: Heute liegt der Online-Anteil am Gesamtumsatz bei knapp 10 Prozent.

Das gibt mir zu denken, weil ich glaube, dass Springer im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen, die Online bisher nicht richtig verstehen und den Kopf in den Sand stecken, eine sehr realistischen Kurs fährt und Geld macht, wo es zu machen ist. Und das, wo es im Web für die publizierende Branche immer noch nicht allzuviel zu holen gibt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch seine Analyse des amerikanischen Markts, von dem wir seit einiger Zeit Meldungen über den Niedergang der Print-Verlage und die hohe Profitabilität vieler Web-Publikationen hören. Döpfners Erklärung dafür: "[Viele] traditionelle europäische Medienunternehmen [verändern sich] dynamischer als amerikanische. … [Dort] kann ich bei traditionellen Zeitungsunternehmen wenig Anstrengungen erkennen, sich zum multimedialen Verleger zu wandeln.

Siehe auch:

Dr. Doolittle, au Schweinebacke

An alle, die nach Grünofant suchen: Wer erinnert sich denn noch an Dr. Doolittle? Und Schweinebacke? Dieser Zeichentrickklassiker scheint zu den echten Raritäten der frühen 70er zu gehören. Bei Youtube gibt’s  nur ein paar englische Originalschnipsel, und in der großen Wikipedia schwadroniert das Autorenkollektiv zwar wortreich zu den Doolittle-Büchern und -Spielfilmen – aber was soll man von Autoren halten, die offenbar diese Trickfilmserie nicht kennen? 😉

schweinebacke

Was macht man mit seinem iPhone?

Fragen haben manche Leute. „Was macht man mit seinem iphone“ wollte gestern zum Beispiel jemand vom Google-Orakel wissen – und ist damit auf diesem Blog gelandet. Falls es lediglich um den Ersatz für eine verlorengegangene iPhone-Bedienungsanleitung geht, dann kann ich mit einer treffsichereren Google-Anfrage weiterhelfen. Oder aber, hier hat jemand das Kulthandy gekauft und weiß nun nichts damit anzufangen. Dann wüsste ich sofort einige dankbare  Abnehmer. Was soll’s denn kosten?

Tipp: Wheelie leicht gemacht

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pfeiffer_wheelieWas waren wir ahnungslos, früher, ohne Internet. Beispiel Motorradfahren. Ich bin damals ja viel gefahren, aber die entscheidenden Fahrtechniken wie den Wheelie hat mir keiner gezeigt. Der heutige Biker-Nachwuchs lernt das hingegen ganz einfach: Du klickst auf www.chrispfeiffer.com, lädst Dir unter „Tipps & Tricks“ das gewünschte PDF herunter, übst die Schritte 1-6 schön der Reihe nach – und fertig ist der Stunt. Gibt’s auch mit Stoppie und Donut.

Wem übrigens die Kinnlade noch nicht ganz unten hängt, der kann Motorrad-Genie und Stuntfahrer Chris Pfeiffer bei weiteren Aktionen zuschauen (Videos weiter unten; oder gleich zu Youtube).

VW-Bus – den Ur-Oldie gibt’s immer noch

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Der Vater eines Spezls hatte damals einen solchen „VW-Bus“ (T2), es war ein Firmenlieferwagen  ohne Sitzbänke. Ab und zu holte er uns damit von der Schule ab. Wir waren immer zu viert oder zu fünft, und weil auf der Sitzbank vorne nur Platz für drei war, musste der Rest hinten auf der Ladefläche sitzen. Das war aber auch kein Problem, weil die alten VW-Busse bekanntlich diese Stufe im Laderaum hatten, unter der sich der Heckmotor verbarg. Und die eignete sich prima als Sitzbank. Heute würde jede/r halbwegs vernünftige Mutter/Vater beim Anblick eines solchen Kindertransports einen Schreikrampf kriegen. Für uns war es eine Riesengaudi, und Sicherheitsgurte hinten hielt man zu dieser Zeit ohnehin noch für eine eher absurde Idee.

Man möchte es nicht glauben, aber diesen Klassiker, der in den 70ern das Straßenbild prägte, gibt es immer noch! VW Brasilien produziert das Modell mit der Typbezeichnung Kombi/T2c bis heute in nahezu unveränderter Form, und Dank einiger gewiefter Geschäftsleute wie denen von Brasilienbus.de könnten uns solche fabrikneuen Oldtimer vielleicht wieder öfter mal auf unseren Straßen begegnen.

Heino 2.0

Heute hau’n wir richtig auf die Pauke…
…wir wandern von der Oder an den Rhein…

…Wir singen eins, zwei, drei,
oh du schöne Loreley,
schwarz rot, gold,
das sind unsere Farben,
der Wagen rollt…

Schräg, dieser Alexander Marcus. Spiegel Online nennt ihn Schlagerfuzzi 2.0.  Der Name schaut mir nach einem Assoziationsspielchen aus – mein Vorschlag wäre Peter Alexander und Jürgen Marcus. Dazu hat die Youtube-Mottenkiste natürlich auch einiges zu bieten – ich sag nur Ilja und Dieter-Thomas:

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Tempelhof: Wunder der Wahl-Arithmetik

Nackte Zahlen sind wenig wert, es kommt darauf an, sie auch medienwirksam zu deuten. Das zeigt aktuell der Berliner Volksentscheid über die Schließung des Tempelhofer Flughafens. Zwar haben 60,2 Prozent der Urnengeher (530.231 Stimmen) für den Weiterbetrieb gestimmt – von solchen Wahlergebnissen wagt heute nicht einmal mehr die CSU zu träumen. Doch anders als bei politischen Wahlen kommt es beim Volksentscheid nicht auf die Mehrheit der abgegebenen Stimmen an, sondern es ist Stimmenmehrheit und Zustimmung von mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten, also hier 610.000 Stimmen, erforderlich. Die Wahlbeteiligung lag bei 36,1 Prozent der Stimmberechtigten.

Und so kann sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zufrieden hinstellen und erklären: "Deutlich mehr als drei Viertel der Berliner [haben] entweder mit Nein gestimmt oder sich erst gar nicht beteiligt." Dazu ein interessanter Vergleich: Bei der letzten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat Wowereits SPD mit 30 Prozent der Zweitstimmen die Wahl gewonnen. Bei einer Wahlbeteiligung von 58 Prozent waren das zirka 425.000 Stimmen. Damit haben eigentlich deutlich viel mehr als drei Viertel aller Berliner gegen Wowereit gestimmt, oder? :-)

Je nach politischer Präferenz legen sich natürlich auch die heutigen Medienberichte das Ergebnis in die eine oder andere Richtung zurecht, indem sie Zahlen weglassen oder diese in einer andern Reihenfolge präsentieren. Aber bekanntlich hat Zahlenmystik ja eine lange Tradition…

Live dabei – dem Blitz entronnen

Meldungen wie diese kennt man aus der Zeitung: "Blitz schlägt auf Fußballplatz ein…". Wie überraschend unspektakulär eine solche Mini-Katastrophe abläuft, weiß ich seit gestern Abend aus eigener Anschauung. Es war etwa acht Uhr, und ich kickte schon seit einer Stunde mit meinen AH-Mannschaftskollegen auf unserem Trainingsplatz. Zunächst fing es etwas zu tröpfeln an, und allmählich entwickelte sich daraus ein ziemlich ungemütlicher Schneeregenschauer.

Aus den Augenwinkeln sah ich plötzlich aus Richtung des Flutlichtmasten ein grelles Funken und Blitzen. Das ganze ging sehr schnell und wirkte wie ein großer Kurzschluss, wie man ihn sich in einem Jurassic-Parc-Themenparks vorstellen könnte. Mit einem nicht allzu lauten Britzeln bewegte sich ein Funken und Blitzen von der Mastspitze in Richtung Boden, wir hielten sofort alle inne und dachten an einen durchbrennenden, herunterfallenden Scheinwerfer. Erst mit einigen Sekunden Verzögerung folgte nun jener vermeintlich typische Donnerknall, der uns allen signalisierte, dass wir soeben Zeugen eines "echten", leibhaftigen Blitzschlags in unmittelbare Nähe wurden. Gefasst, ganz ohne Panik aber zügig verließen wir den Platz in Richtung Kabine. Auf dem Weg fassten sich einige Mitspieler, die sich näher an diesem Masten befanden, auf den Kopf. Sie erzählten von einem gefühlten Stromschlag und vergewisserten sich, dass keine Haare versengt waren. Später erzählten einige, die einen besseren Blickwinkel hatten, von einem riesigen, horizontal verlaufenden Blitz, der offenbar über den Flutlichtmasten seinen Weg in den Boden fand. Ein Blitz ohne jede Vorwarnung aus ‚heiterem‘ Himmel, der uns Gott sei Dank nicht ganz erreicht hat…

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