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Wieder die SZ: Trash-News wg. Kosteneinsparungen

Andere Eltern beneiden mich darum, dass meine Kinder seit dem frühen Grundschulalter begeisterte (Zeitungs-)Leser sind. Wenn ich allerdings den inhaltlichen Niedergang einer Zeitung wie der Süddeutschen betrachte, die gemeinhin für seriös und damit irgendwie auch jugendfrei gehalten wird, dann komme ich schon schwer ins Grübeln: „Frau zündet Penis von Ihrem Ex-Mann an“, prangt zum Beispiel heute auf der Panorama-Seite und nun soll es also gegebenenfalls meine Aufgabe sein, solche Ergüsse von Trash-Journalisten irgendwie den Kindern zu erklären?

Schwob-Vaders Viral-Video: Ein Horror-Movie für Journalisten & Verleger?

Klar, ich fand den schwäbischen Darth Vader im folgenden Clip im ersten Moment witzig, fühlte mich aber zunächst nicht unmittelbar angesprochen von der Viral-Marketing-Thematik. Beim zweiten Hinhören musste ich jedoch stellvertretend für meine – im weitesten Sinne – Branchenkollegen dann doch schlucken.
Zitat: „Was sollen wir denn anderes machen als Print oder TV(-Werbung)?“
„Von Print- oder TV-Kampagne kann nicht die Rede sein – wir leben ja nicht im Mittelalter. … Unser gesamter Werbeetat geht ab sofort ins virale Marketing.“

Manche nennen es Wirtschaftsimperialismus

SO EIN ZUFALL! Vorgestern habe ich noch kryptisch über die ungehinderte Betätigung von US-Strafverfolgern in Deutschland geschrieben (und es gab Gründe für diese verklausulierte Darstellung). Und heute befasst sich der Oberinvestigator der Süddeutschen, Hans Leyendecker, mit diesem Thema im Aufmacher der Wochenendbeilage. Titel: „Was Manager fürchten sollten„. Dabei erwähnt er auch Details zu jenem Fall, der mir zu Ohren gekommen ist: Zwei von insgesamt vier inhaftierten Infineon-Topmanagern saßen in einem US-Gefängnis ein, ohne dass sie mit den Preisabsprachen zu tun hatten („Bauernopfer“).

Ist die bedrohte Meinungsfreiheit im Internet den (alten) Medien wurscht?

Dass die Meinungsfreiheit nach wie vor den Status eines der höchsten Rechtsgüter in der freiheitlichen Gesellschaft genießt, liegt maßgeblich am unermüdlichen Einsatz der Medienschaffenden/Journalisten für dieses Grundrecht. Nachdem nun aber seit einiger Zeit Blogger und Forenbetreiber durch Gerichtsurteile und Abmahnungen in Bezug auf Haftung für Kommentare massiv unter Druck gesetzt wurden und Stefan Niggemeier aktuell gerade mit einem absurden Fall von Kommentarhaftung konfrontiert ist, stellt sich immer öfter die Frage, wie es um die einstige Solidarität der Journalisten in dieser Frage bestellt ist.

Timo Thalmann stellt dazu einige interessante (Verschwörungs?)-Überlegungen an, und wärmt damit auch wieder einmal die alte Rivalität zwischen den etablierten Medien und den Bloggern auf:

Wikipedia-Scanner: Was Scientology, Wal-Mart, CIA und andere so reinschreiben

Während die Wikipedia von manchen Idealisten als die Einlösung kollektivistischer Träume betrachtet wird, haben viele andere die Macht des darin gespeicherten Wortes längst erkannt und füttern die Wikipedia gezielt mit eigenen Informationen. Nun liegt es meines Erachtens durchaus in der Natur der Sache, dass eine offene Enzyklopädie mit interessengeleiteten Inhalten gefüllt wird, (hier habe ich schon mal über PR-induzierte Texte in der Wikipedia geschrieben). Als problematisch betrache ich allerdings den Umstand, dass besonders bei weltanschaulich oder kommerziell relevanten Themen nicht nachvollziehbar ist, von welcher Seite die jeweiligen Informationen oder Modifikationen stammen.

Mit Herkunft-verschleiernden Korrekturen oder Manipulationen der Wikipedia könnte nun aber Schluss sein: