Was haben sich die Verlage in den letzten 10 Jahren nicht alles einfallen lassen, um ihre angestammten Produkte, die Zeitungen, in die Online-Welt hinüber zu retten zu übertragen. So haben wir zum Beispiel Webseiten gesehen, die den Zeitungsseiten möglichst originalgetreu nachgebaut wurden. Sowas funktioniert natürlich nicht, schon allein des Layouts wegen, das sich nicht in einen 800×600-Bildschirm quetschen lässt. Wir haben massenhaft „E-Paper“-Versuche gesehen, bei denen die Zeitung 1:1 als PDF-Download angeboten wurde. Sowas funktioniert unter anderem deshalb nicht, weil man das entweder auf A4 in einem verfälschten, einseitig bedruckten Format selber ausdrucken müsste oder am Bildschirm wieder das lästige Formatproblem hätte.

Ja, mich hat diese einem religiösen Wahn nahekommende Hysterie vor und bei der iPhone-Markteinführung sehr befremdet, und was ich von den teils bescheidenen technischen Eigenschaften des iPhone halte, habe ich auch mehrfach auf diesem Blog kommentiert.

Auf der anderen Seite habe ich anlässlich dieser Ereignisse mal wieder die „Alternativen“ genauer unter die Lupe genommen und musste dabei feststellen, dass die Liste der Nachlässigkeiten, Dummheiten und verpassten Chancen auf Seiten der Konkurrenz erschreckend lang ist.

Ich zähle zu jenen Telekom-Kunden, die vom Streik der letzen Wochen ziemlich hart getroffen wurden: Seit meinem Büroumzug vor etwa zwei Wochen sitze ich kommunikationsmäßig auf dem Trockenen, weder führte der „rosa Riese“ den beauftragten Telefonneuanschluss inklusive Nummernumzug durch, noch wurde ein DSL-Anschluss eingerichtet. Früher hätte eine solche Situation für einen Journalisten eine mittleres Katastrophe bedeutet.

Apple genießt nicht allein wegen seines verhältnimäßig kleinen Marktanteils seit jeher einen gewissen Artenschutz in der Öffentlichkeit. Auf der gerade stattfindenden Entwicklerkonferenz WWDC scheint Steve Jobs nun aber mit seinen großen Sprüchen und dem elenden Gehype endgültig den Boden der Realtiät verlassen zu haben und erntet dafür auf breiter Front ein bis dato nie da gewesenes, kritisches Medienecho.

Zunächst einmal nahmen etliche IT-Profis den angeblich sichersten und schnellsten Browser für Windows, Safari, unter die Lupe und widerlegten die Lobeshymnen innerhalb küzester Zeit als hohles Geschwätz (z.B. hier bei Golem).