Warum die Print-Online-Verschmelzung wohl nicht klappen wird

Was haben sich die Verlage in den letzten 10 Jahren nicht alles einfallen lassen, um ihre angestammten Produkte, die Zeitungen, in die Online-Welt hinüber zu retten zu übertragen. So haben wir zum Beispiel Webseiten gesehen, die den Zeitungsseiten möglichst originalgetreu nachgebaut wurden. Sowas funktioniert natürlich nicht, schon allein des Layouts wegen, das sich nicht in einen 800×600-Bildschirm quetschen lässt. Wir haben massenhaft „E-Paper“-Versuche gesehen, bei denen die Zeitung 1:1 als PDF-Download angeboten wurde. Sowas funktioniert unter anderem deshalb nicht, weil man das entweder auf A4 in einem verfälschten, einseitig bedruckten Format selber ausdrucken müsste oder am Bildschirm wieder das lästige Formatproblem hätte.

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Die 7 Weltwunder der E-Commerce-Adressabzocke

Weil die hiesigen Medien recht spät auf die Berichterstattung über die neuen sieben Weltwunder aufgesprungen sind, bin ich wie viele andere erst vor kurzem auf die Abstimmung aufmerksam geworden. Und natürlich wollte ich mithelfen, unserm Kini sein Schloss in den erlesenen Kreis der großen Kulturdenkmäler reinzuwählen und habe eines Abends tatsächlich die URL der virtuellen Wahlkabine in meine Browserzeile eingegeben.

Was folgte, war allerdings eine recht herbe Enttäuschung: Keinesfalls ging das „Ruckzuck rein, Neuschwanstein, Klick, OK, Fertig“, sondern es stellte sich mir ein umfangreicher Formulardschungel in den Weg. Ich sollte zunächst so ziemlich alle wichtigen persönlichen Daten eintragen, bevor ich schließlich in einem patriotischen Akt mein Kreuzchen hätte machen dürfen. Was für eine üble, drittklassige E-Commerce-Abzocke mit angeschlossener kommerzieller Adressverwertung , dachte ich mir und hab die Seite ohne weitere Angaben und Klicks schnell wieder zugemacht.

Den vielen Journalisten, die teils marktschreierisch, teils lamentierend ob des geringen deutschen Interesses über diese Schicksalswahl berichtet haben, scheint dieser Umstand verborgen geblieben zu sein. Weil sie keine Zeit für eine einfache Recherche hatten, die nicht mehr als ein paar Klicks im Browser bedurft hätte?

Immerhin wissen wir nun nachträglich, dass die ganze Inszenierung auf die private Kommerzinitaitive des Schweizer Millionärs Bernard Weber zurückgeht. Wenn er wirklich 100 Millionen Stimmen einfangen konnte, dann dürfte er allein mit den gesammelten Adressen einen netten Reibach gemacht haben. Im Nachhinein erklärt sich mir aber auch die Abstimmungszurückhaltung der Deutschen in dieser Sache.

Unsere Volksvertreter: Ungenierte Bekenntnisse von Computer-Analphabeten

ARD-Kinderreporter: Haben Sie einen Computer?
Hans-Christian Ströbele: Leider ja.
Kinderreporter: Benutzen Sie auch Internet?
Ströbele: Ins Internet bin ich ein Mal gegangen. … Ich weiß, dass es da ein Programm gibt, womit man mit Fundwörtern was finden kann. [Google!]

Hier das Kinderinterview aus dem ARD-Morgenmagazin mit mehreren Bundespolitikern:

iPhone: Nein, doch, nein, doch, nein, doch…

Ja, mich hat diese einem religiösen Wahn nahekommende Hysterie vor und bei der iPhone-Markteinführung sehr befremdet, und was ich von den teils bescheidenen technischen Eigenschaften des iPhone halte, habe ich auch mehrfach auf diesem Blog kommentiert.

Auf der anderen Seite habe ich anlässlich dieser Ereignisse mal wieder die „Alternativen“ genauer unter die Lupe genommen und musste dabei feststellen, dass die Liste der Nachlässigkeiten, Dummheiten und verpassten Chancen auf Seiten der Konkurrenz erschreckend lang ist.

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Der Streik zeigt: Es geht auch ohne Telekom

Ich zähle zu jenen Telekom-Kunden, die vom Streik der letzen Wochen ziemlich hart getroffen wurden: Seit meinem Büroumzug vor etwa zwei Wochen sitze ich kommunikationsmäßig auf dem Trockenen, weder führte der „rosa Riese“ den beauftragten Telefonneuanschluss inklusive Nummernumzug durch, noch wurde ein DSL-Anschluss eingerichtet. Früher hätte eine solche Situation für einen Journalisten eine mittleres Katastrophe bedeutet.

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PR-Coup nach Google-Art – dann klappt’s auch mit der Zensur

Dass Googles Erfolg maßgeblich auf anhaltend raffinierten PR- und Marketingaktivitäten beruht, lässt sich an der aktuellen Kampagne gegen die Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations- und Internetverkehrs wieder einmal wunderbar besichtigen. Der Aufhänger ist geschickt gewählt, nachdem in letzter Zeit viel Negatives über die Datensammelwut von Google berichetet wurde. Nun geht das Unternehmen in die Gegenoffensive und greift dabei ein Thema auf, das in Deutschland kontrovers diskutiert wird und stilisiert sich dabei geschickt als Opfer innenpolitscher Sicherheitsmaßnahmen. Man droht mit nichts geringerem als der Schließung des populären E-Mail-Dienstes Gmail/Google, falls die Bundesregierung nicht von ihren „bösen“ Absichten zur E-Mail-Überwachung lassen sollte.

So kann man Guerrilla-PR also auch aufziehen: Man nimmt die nicht zu vernachlässignede Masse der Gmail-Nutzer als Geiseln, droht der Regierung mit deren (E-Mail-)Liquidierung und konstruiert den Sachverhalt auf Anhieb so, dass sich die bedrohten User gleich auch noch mit der Sache der Geiselnehmer identifizieren.

Florian Rötzer hat aus diesem Anlass auf Telepolis mal wieder rekapituliert, welchen Dreck Google eigentlich so alles in Sachen Meinungsfreiheit und Datenschutz am Stecken hat und stellt dabei unter anderem fest, dass sich der Suchmaschinenkonzern nicht nur in China dem Regime andient, sondern auch in Deutschland fleißig zensiert.

Apple…

Apple genießt nicht allein wegen seines verhältnimäßig kleinen Marktanteils seit jeher einen gewissen Artenschutz in der Öffentlichkeit. Auf der gerade stattfindenden Entwicklerkonferenz WWDC scheint Steve Jobs nun aber mit seinen großen Sprüchen und dem elenden Gehype endgültig den Boden der Realtiät verlassen zu haben und erntet dafür auf breiter Front ein bis dato nie da gewesenes, kritisches Medienecho.

Zunächst einmal nahmen etliche IT-Profis den angeblich sichersten und schnellsten Browser für Windows, Safari, unter die Lupe und widerlegten die Lobeshymnen innerhalb küzester Zeit als hohles Geschwätz (z.B. hier bei Golem).

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Getreideverknappung: Biosprit, der neue Hunger

Laut einem Bericht im heutigen Handelsblatt sind bereits jetzt weltweite Engpässe bei der Getreideversorgung zu verzeichnen, weil ein wachsender Anteil der Ernten in die Biosprit-Produktion (Ethanol) geht. Während sich die gebeutelten Landwirte zunehmend auf diese neue, lukrative Einnahmequelle ausrichten, keimen schon die ersten Proteste wegen überteuerter Lebensmittel auf – so etwa in Mexiko, wo sich die Maispreise verdoppelt haben. Zwar beschwichtigt Wolfgang Demel, Chef des größten deutschen Agrarhändlers Baywa, gegenüber dem Handelsblatt Befürchtungen, dass auch in Europa das Grundnahrungsmittel knapp werden könnte, aber er spricht einschränkend von den „kommenden Jahren“.

Mir gegenüber hat ein Kenner des Nahrungsmittelmarktes allerdings kürzlich eine düsterere Prognose geschildert: So stellten sich etwa die großen Getreidemühlen schon jetzt auf die zunehmende Verknappung ein und hätten schon Konzepte für die Krise in der Schublade. Zu den erwarteten Szenarien zähle beispielsweise, dass Mühlen in etwa zehn Jahren nur noch ihre Stammkunden mit ausreichend Mehl versorgen können, der Rest der Abnehmer (Bäckereien etc.) werde leer ausgehen.

Griaß Gott in da boarischn Wikipedia!

Iaz woas i, dass mei Dialekt „Westmittelboarisch“ is. :-)

Super! Die offizielle Wikipedia-Filiale auf bayrisch – für alle, die sie wie ich bisher noch nicht kannten. Bis heute gibt es ja keine einheitliche Verschriftlichung der bayrischen Sprache, vielleicht ändert sich das ja mit Wikipedia. Elegant gelöst wurde auch das Problem mit den vielen unterschiedlichen bayrischen Dialektvarianten: Jeder Autor gibt im Artikelkopf seine Dialektvariante an.

(via Thomas)

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