Absender-PR: Wenn nur die Agentur die Message versteht…

Mit dem Begriffspaar „Absenderwerbung“ und „Empfängerwerbung“ unterscheidet die aktuelle „Spießer Alfons“-Kolumne zwischen Werbung, die eigenlich nur der Auftraggeber wahrnimmt und solcher, die den Leser tatsächlich anspricht. Die Gegenüberstellung gefällt mir gut, weil sie nämlich auch auf die Bereiche PR und Kundenzeitschriften übertagbar ist. Ich möchte nicht wissen, wie viele Pressemitteilungen täglich umgehend in Redaktions- und Outlookpapierkörbe wandern, weil selbst ein wohlwollender Journalist nach dem fünften Satz immer noch nicht verstanden hat, was ihm die aussendende Agentur/Firma eigentlich mitteilen möchte. Was ich aus Erfahrung weiß, ist, dass der Prozentsatz sofort gelöschter/weggeworfener Mitteilungen recht hoch ist.

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Infoworld, immer schön an den Leser denken – und der will offenbar Papier!

Die Einstellung der renommierten Infoworld-Printausgabe zugunsten einer reinen Online-IT-Publikation hatte sicherlich Signalwirkung in der Verlagsbranche und wurde von den Protagonisten selbst als Pionierleistung dargestellt. Möglicherweise ist der Verlag in seiner Online-Euphorie damit aber etwas über das Ziel hinausgeschossen, oder wie ist nach nur wenigen Wochen die halbe Rolle rückwärts zu erklären?

Nachdem nämlich offenbar etliche Leser wenig begeistert darüber waren, nun keine gedruckte Zeitung mehr geliefert zu bekommen, wie der Chefredakteur Steve Fox eingesteht, habe man sich jetzt dazu entschlossen, die besten Inhalte wöchentlich zu einer PDF-Edition „InfoWorld Express“ zusammenzufassen. Das klingt ja alles ganz nett, könnte man aber auch als eine recht beschönigende Fomulierung dafür verstehen, dass der Online-Schuss  eigentlich böse nach hinten losging. Mir fallen an der Sache einige Ungereimtheiten auf:

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Geld verdienen mit Blogs: Der Rubel beginnt zu rollen

Robert Basic hat dieser Tage mal wieder aufgelistet, was er derzeit mit seinem Blog an (Werbe-)Einnahmen erzielt. Angesichts seines enormen Bekanntheitsgrads und der Spitzenplatzierung in Rankings wie den „Top-100-Business-Blogs“ und anderen war ich doch etwas überrascht über seinen relativ geringen Monatsumsatz – er erhält derzeit ca. 950 Euro aus drei Werbeprogrammen (Linklift, Google Adsense und TextLinkAds). Im Gegensatz dazu gibt es etwa in den Vereinigten Staaten bereits viele, die schon recht gut vom Bloggen allein leben können.

Allerdings hab ich von zwei Bekannten kürzlich recht interessante Zahlen gehört, die auch für die deutsche Bloggerszene Anlass zu Hoffnung geben.

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Entern die Verlage die Blogwelt oder schaffen sie neue Vermarktungsmodelle?

Olaf Kolbrück stellt die These in den Raum, dass die etablierten Verlage im Rahmen ihrer zunehmenden Blogging- und Web-2.0-Aktivitäten allmählich die Herrschaft in der Blogger-Szene übernehmen und dann in 2-3 Jahren auch A-Lister wie Basicthinking und Co. rauskegeln werden. Der damit adressierte Robert Basic hält dem entgegen, dass das nicht funktionieren wird, weil die Leser zukünftig keine Content-Aggregatoren mehr benötigen und sich stattdessen selbständig in den Mikronischen ihre Informationen besorgen werden.

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Geheimdienste schnüffeln jetzt also auf PCs. Script-Kiddies machen das schon seit 10 Jahren.

Im üblichen, aufmerksamkeitsheischenden Tonfall alarmiert heute unter anderem die Süddeutsche (aber auch Handelsblatt und Co.) auf der Titelseite, dass die Geheimdienste schon seit 2005 auf PCs herumschnüffeln. Ich möchte mich hier gar nicht lang über Fachkompetenz und Recherchetiefe solcher meist von dpa initiierten, medialen Selbstläufer auslassen, und auch nicht über notwendige und überflüssige Selbstverteidigungsmaßnahmen eines Gemeinwesens philosophieren. 

Ich möchte stattdessen zur Abwechslung nur mal dezent darauf hinweisen, dass spätestens seit etwa 1997 jeder versiertere PC-Depp in der Lage ist, fremde PCs auszuspähen und zu überwachen. Die Tools dafür hießen damals Back Orifice oder Sub Seven, und sie ermöglichten erstmals die Spionage unter Windows mit wenigen Mausklicks. Heute werden solche Programme scheinheilig als Fernsteuerungstools vertrieben, für die subtilere Spionage nutzen IT-Profis mittlerweile Root-Kit-Techniken.

Wired – und: Wann war der Höhepunkt der Print-Epoche?

Wired: Das Zentralorgan des Goldenen Zeitalters

Ich kann mich noch gut an die Stimmung im Verlag Anfang 2002 erinnern: Der massive Einbruch bei den Anzeigenverkäufen hielt nun schon fast ein Jahr an und eine Besserung war nicht in Sicht. Dennoch glaubten viele noch fest daran, dass auch diese Konjunkturdelle vergehen und das Geschäft danach auf höherem Nivau als zuvor weiterlaufen würde.

Heute, sechs Jahre nach dem Dotcom- und Börsenzusammenbruch, sieht es für gedruckte Publikationen schlechter aus als je zuvor: Trotz allgemeinem Aufschwung werden erste Print-Publikationen eingestellt und ins Web verlagert. Der Printmedienmarkt – soviel, glaub ich, kann man sagen – wird nie wieder das frühere Nivau erreichen, und so wäres es mal an der Zeit, mit der Geschichtsschreibung des goldenen Print-Zeitalters zu beginnen.

Der Gedanke dazu ist mir beim Blick auf mein Wired-Archiv gekommen, das von 95 bis 2000 reicht. Als einstiges Zentralorgan der New-Economy bildet es eine interessante Quelle für Rückblicke auf den Dotcom-Boom einerseits aber auch für geschichtliche Medienbetrachtungen.

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Plaxo-Nachahmer Cardscan: Wann entschuldigt sich der CEO für die üblen Spam-Mails?

Cardscan macht auf Plaxo

Gerade habe ich wieder eine üble Spam-Mail vom Visitenkarten- und Adressverwaltungsanbieter Cardscan  (der nebenbei bekannt ist für die praktischen Visitenkartenscanner) erhalten. Die freche Behauptung des Plaxo-Nachahmers lautet darin, dass ich kürzlich eine Aktualisierung meiner Adressdaten in der Cardscan-Datenbank vorgenommen hätte.

Tatsache ist, dass ich weder der Aufnahme meiner Adresse in die Cardscan-Datenbank zugestimmt, noch in irgendeiner Form zu einem früheren Zeitpunkt mit Cardscan Kontakt aufgenommen habe. Wie kommt dann Cardscan an meine Daten? Weil ein mir nicht persönlich bekannter Herr meine Adressdaten in seinen Outlook-Kontakten führt und diese wiederum komplett dem „praktischen“ Aktualisierungsdienst von Cardscan zur Pflege übergeben hat.

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Apples iPhone: Ein Wunderhandy oder nur der neue Newton mit 40 Minuten Akkulaufzeit?

Wenn mir jemand erzählt, er könne ein 1-Liter-Auto bauen, bin ich zunächst eimal genauso skeptisch wie wenn mir jemand von einem neuen Multifunktionshandy/Smartphone erzählt, das alles besser können soll als die bisher am Markt verfügbaren Geräte und das vor allem und in erster Linie revolutionär sein soll. Über all die wundersamen Fähigkeiten, die Apples kommendem iPhone zugeschrieben wurden, bin ich bisher also recht erstaunt. Denn immerhin befasse ich mich seit sieben Jahren sehr intensiv mit PDAs und insbesondere mit Microsofts Pocket-PC-Plattform und habe hier die vielen Schwierigkeiten, Unzulänglichkeiten und Rückschläge miterlebt. Auch in dieser Branche kochen alle mit Wasser, und die entscheidende limitierenden Faktoren bei Handys und PDAs sind hinlänglich bekannt:

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Nachtrag: So war’s wirklich mit Xerox, Apple und Microsoft

Xerox Alto: Am Beginn der grafischen PC-OberflächenIm vorletzten Posting hatte ich auf zwei populäre Gerüchte zur Geschichte grafischer PC-Benutzeroberflächen referiert. Zwischenzeitlich hab ich beim Kollegen „Mr Gadget“ Christoph Dernbach eine sehr detaillierte Schilderung der historischen Ereignisse rund um Xerox, Steve Jobs und Bill Gates gefunden.

Im Zentrum stand dabei ein raffinierter Deal zwischen Jobs und den Xerox-Managern, der letzlich zum Mac als ersten Massen-PC mit grafischer Bedienoberfläche führte. Interessant auch einige Details wie etwa der Widerstand von Xerox-Forscherin Adele Goldberg gegen diesen Deal:

[Jobs] kam zurück und (…) verlangte, dass sein ganzes Programmierteam eine Demo vom Smalltalk System bekommt. Und der Leiter des Forschungszentrums bat mich, die Demo zu geben, weil Steve extra darum gebeten hatte. Aber ich sagte ‘Nein’. Ich hatte einen großen Streit mit diesen Xerox Managern, denen ich erzählte, dass sie gerade ihr Tafelsilber weggäben.

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