Der Medienwissenschaftler Friedrich Kittler hat in einem Telepolis-Interview wieder einmal recht erhellende, pointierte Gedanken geäussert – zum Beispiel zur Rechtschreibreform:
„Wir werden im Moment von Leuten aus dem zweiten Bildungsweg regiert und die möchten unsere Bildung aus dem ersten Bildungsweg abschaffen.“

Oder über die strengen Regeln der Programmiersprachen – im Gegensatz zu den laxen Regeln natürlicher Sprachen:
„Das ist eine neue, ganz strenge Orthografie. Insofern kann man kein Jota oder kein Tüpfelchen dran ändern, wie es Jesus von Nazareth in Bezug auf das hebräische Alphabet gesagt hat.“

Und erhellend auch seine Erklärungen zur Entstehung der deutschen Großschreibung – und den politischen Motiven der Rechtschreibreformer:

Über Sinn und Nutzen von Blogs wird ja viel diskutiert – meine Aktivitäten hier habe ich allein aus Zeitmangel zurückfahren müssen. Dennoch hab ich beim Blick in meine Blog-Statistik soeben erfreut feststellen können, dass die Zugriffszahlen ansteigen 🙂 Hauptbringer der Klicks (die meisten über Google) sind meine eigentlich schon etwas angestaubten Beiträge über die Adressensammler (und -händler?… 😉 von Plaxo. Bei Google rangiere ich mit dem Begriff „Plaxo“ z.Zt. sogar auf Rang eins oder zwei :-))
Das freut einen Blogger natürlich – ich muss zugeben, dass sich da bei mir allmählich so etwas wie sportlicher Ehrgeiz einstellt. Und tatsächlich hat ein kurzer Check der Faktenlage im Fall Plaxo wieder einmal eine kleine, interessante Neuigkeit ergeben:

Windows Live war bisher eine nette, interessante Spielerei im Umfeld der vielen Web-2.0-Aktivitäten. Dass sich Microsoft allein wegen des prominenten Markenauftritts kaum mit etwas „Nettem“ begnügen würde, war eigentlich klar. Gestern wurden die Redmonder auf einer Präsentationsveranstaltung in München konkreter: Rund um Windows Live wurde ein ganzes Bündel an neuen oder renovierten Services vorgestellt, die ganz offensichtlich gegen Google, Ebay, Skype, Yahoo und Co. gerichtet sind. Interessant war auch die Organisationsform der Veranstaltung: Es war eine Art Pressekonferenz für Blogger – in der Einladung hieß es explizit, dass nur Blogger eingeladen sind – und keine Presse 🙂

Dass sich Microsoft sehr anstrengt, um gegen Google aufzuholen, hat sich rumgespochen – qualitativ schlägt sich MSN Search seit etwa einem Jahr ganz respektabel. Da Google aber nicht auf der Brennsupp’n daherg’schwommen ist, wie man in Bayern zu sagen pflegt, wird MSN viel Mühe haben, Marktanteile dazuzugewinnen. Abgesehen davon: search.msn.de ist verglichen mit google.de viel zu kompliziert, und wer msn.de eintippt, kriegt einen News-Verhau serviert – haben seinerzeit nicht Altavista, Lycos und Co. mit ähnlich Zielgruppen-ignorierenden Konzepten Google den Weg bereitet?

Weil ich dennoch aus beruflichen Gründen manchmal Google-Alternativen teste, bin ich gerade auf einen interessanten qualitativen Unterschied gestoßen:

Medienprofis wissen es: Viele aufregende Begebenheiten werden (-aus Gründen, die anderswo zu diskutieren wären-) nie in der Zeitung stehen. So wie diese hier, die ich aus meinem Bekanntenkreis erfahren habe:

Ein Landwirt im oberbayrischen wurde vom Jagdpächter des seinen Hof umgebenden Reviers regelmäßig aufs Korn genommen. Der Bauer musste feststellen, dass der Jäger seine Schüsse aus der Jagdwaffe auffallend oft in Richtung seines Hauses abgab, was durch eine Vielzahl von Einschüssen auch belegt werden konnte.

Schon im März hatte ich über den umstrittenen Adressensammler- Adressverwaltungsdienst Plaxo geschrieben. Das Thema scheint viele zu interessieren, denn über Google kommen seither zahlreiche Leser auf meinen Blog, auf MSN Search habe ich es mit dem Suchwort „Plaxo“ schon auf Platz vier gebracht 🙂
Nun bin ich gerade wieder über einen neuen Plaxo-Köder gestoßen – ein PR-Berater hatte mir eine Pressemitteilung mit einem getarnten Link zu Plaxo geschickt. Titel: „Add me to your address book…“